Seite 1 von 1

Ab wann besteht Behandlungsbedarf?

Verfasst: Sa, 04.06.2011 - 01:28
von Barbara
Hallo,
ich habe kürzlich meinen Sohn in diesem Forum vorgestellt, da er an Skoliose erkrankt ist und dazu auch noch einen Morbus Scheuermann hat. Auf Anraten unserer Therapeutin habe ich nun diese Woche meine Tochter (12 Jahre) auch bei einem Arzt vorgestellt.
Sie hat einen deutlichen Schulterschiefstand, der sogar für mich sofort erkennbar war. Der Arzt meinte dann, als er die Röntgenaufnahmen vor sich hatte, dass es innen nicht so schlimm wie außen aussehen würde. Er könne lediglich eine Krümmung von 3° messen. Er meinte nur, dass man da noch nichts machen müsse, außer den Rücken halbjährlich zu kontrollieren, da ich ihm auch von der Erkrankung des Bruders erzählt habe.
Da ich mich dort nicht sonderlich gut beraten fühle und mit meiner Tochter erst ab August, wie mit meinem Sohn auch, bei Frau Bamberg in Behandlung bin, habe ich hier noch ein paar Fragen.
Hat der Arzt Recht, wenn er behauptet, dass man da noch nichts machen muss?
Ist jeder vielleicht ein bisschen krumm?

Wir kennen nämlich ein Mädchen, die eine Skoliose mit einer Krümmung von 9° hat und auch schon ganz schön eingeschränkt ist, weil sie ständig Rückenschmerzen hat.

Vielleicht könnt ihr mir da ein paar Ratschläge geben.

Viele Grüße
Barbara

Re: Ab wann besteht Behandlungsbedarf?

Verfasst: Sa, 04.06.2011 - 08:21
von minimine
Hallo Barbara,

also 3° sind wirklich nichts, das hat jeder Mensch. Da würde ich nicht die Pferde scheu machen. Es sei denn das seitliche Röntgenbild ist auffälliger? Wie sieht es bei ihr mit Rundrücken/Hohlkreuz aus?
Ich denke du kannst beruhigt bis August warten und dir noch die zweite Meinung von der anderen Ärztin einholen.

Wenn deine Bekannte mit 9° Schmerzen hat, dann glaube ich nicht, dass es an den 9° liegt. Es gibt ja auch Menschen mit ganz normalem Rücken, die Rückenschmerzen haben.

LG
Minimine

Re: Ab wann besteht Behandlungsbedarf?

Verfasst: Sa, 04.06.2011 - 10:27
von SchwarzeSchnecke
Hallo,

Ein deutlicher Schultertiefstand und ein Krümmungswinkel von nur 3° passen für mich nicht zusammen: 3° dürften keine solche Auswirkung haben.

VG, Anne

Re: Ab wann besteht Behandlungsbedarf?

Verfasst: Sa, 04.06.2011 - 10:34
von Klaus
Barbara hat geschrieben:ich habe kürzlich meinen Sohn in diesem Forum vorgestellt, da er an Skoliose erkrankt ist und dazu auch noch einen Morbus Scheuermann hat
Bei Deinen Betrachtungen zu diesem Thema solltest Du auch immer die Fehlstellungen beachten, die im seitlichen Blick zu sehen sein könnten. Ein Morbus Scheuermann ist ein Auslöser, sagt aber nichts über die Veränderungen in der Wirbelsäule, z.Bsp. Hyperkyphose (Rundrücken) und Hyperlordose (Hohlkreuz). Die sind genauso ernst zu nehmen, wie die Skoliose und können auch andere Ursachen als Morbus Scheuermann haben. !!
Bei Deiner Tochter ist also auch eine seitliche Ganz-Aufnahme wichtig, sofern nicht schon geschehen.

Geringe Skoliose-Grade treten häufig in Begleitung von Hyperkyphose auf, deswegen ist es nicht selten, dass sich hier im Forum dann herausstellt, dass dies das Hauptproblem ist.
Wobei 3 (wenn richtig anhand einer Ganz-Aufnahme der WS gemessen wurde !) oder 9 Grad per Definition noch keine Skoliose ist, aber in jungen Jahren schnell eine werden kann, > 10 Grad.

Gruss
Klaus