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Wirbelgleiten u. Skoliose - Frage zu Symptomen

Verfasst: Do, 31.03.2011 - 18:28
von Woodstock
Hallo,

zunächst einmal vorab: das Wort Skoliose habe ich gestern erst das erste Mal gehört und habe seitdem viele Beiträge hier gelesen. Da ich offensichtlich bei einem sub-optimalen Orthopäden war ;) , habe ich auch einen neuen Termin bei einem anderen Orthopäden gemacht. Der ist leider erst in ca. 12 Tagen und bis dahin habe ich schon einmal Fragen.

Ich habe dazu (bis jetzt) hier nichts gefunden und hoffe, ihr empfindet meinen Beitrag nicht als Spam, wenn es das Thema schon häufiger gab. Und ich merke gerade, dass der Beitrag wohl relativ lang wird: sorry dafür :)

Ich möchte auch nicht irgendwie als Jammerlappen rüber kommen... und ich weiß auch, dass das jeden betrifft, aber: ich kann nun wirklich alles gebrauchen, aber nun wirklich keine Rückenerkrankung im BWS-Bereich, weil ich im LWS Bereich (L5) schon ein Wirbelgleiten (Spondilolysthesis) habe.
Die wurde vor 27 Jahren diagnostiziert. Ich bin also seit dieser Zeit mehr oder weniger regelmäßig in orthopädischer Behandlung. Dadurch, dass ich auch in einer Reha war und öfter mal Chirurgen vorgestellt werde, ob eine OP erforderlich ist, auch bei vielen unterschiedlichen Ärzten. Und bis jetzt hat niemand von einer Rücken-Krümmung im BWS-Bereich gesprochen.

Wegen des Wirbelgleitens stehe ich unter dauerhaften Schmerzmitteln: nach Morphin bin ich jetzt bei Oxycodon, Tillidin und bei Bedarf Novaminsulfon.
Vor 14 Tagen ungefähr begann es: ich hatte das Gefühl, mir seien ca. in Höhe des unteren linken Rippenbogens Wirbel ausgerenkt. Ich konnte mich erst überhaupt nicht bewegen, dann nur unter wirklich heftigen Schmerzen. Später zogen sich die Schmerzen ähnlich wie ein Gürtel von links nach rechts.
Termin beim Orthopäden zu machen war ungefähr so erfolgreich wie Lottospielen. Deshalb bin ich nach einigen tagen zu einem Physiotherapeuten gegangen, der an der WS rumgedrückt, gemacht und getan hat. Am nächsten Tag war ich beschwerdefrei. 2 Tage später hob ich meine Enkeltochter (aso, ich bin übrigens 45) aus dem Bettchen und zack... der gleiche Schmerz. Sehr heftig. Diese Heftigkeit dauerte wieder so ungefähr 2 Tage an. Wenn ich mich falsch bewege, ist es, als würde ich einen sehr heftigen Schlag bekommen, der mir auch die Luft zum atmen nimmt. Schlimm ist es auch nach dem Liegen: ich kann dann nur schwer aufstehen und mich erst nicht bewegen.

Der Schmerz dauert also wieder mehrere Tage ziemlich an und das trotz der o.g. Schmerzmittel.

Gestern hatte ich nun einen Termin bei einem anderen Orthopäden als sonst. Ich war der festen Überzeugung: ich habe mir was eingeklemmt oder ausgerenkt. Fertig. Ich wollte allerdings nicht ständig einfach "nur" zum Physiotherapeuten, denn das ständige Wiedereinrenken ist ja auch eher schädlich.
Der Orthop. hat meine BWS geröntgt: "Sie haben einen ganz krummen Rücken." Auf die Frage, ob dann einfach so plötzlich diese Schmerzen auftreten können: "Ja. Ich verschreibe Ihnen Reha-Sport." Das wars, weg war er. Auf dem Antrag für die KK stand dann: midthorokale Skoliose, BWS-Syndrom. Reha-Sport: 50 mal über 18 Monate (was ja auch schon andere hier geschrieben haben).

Gruppensport möchte ich nicht machen. Ich habe auch ohne Gruppensport oft das Problem, dass einige Therapeuten sich mit dem Wirbelgleiten nicht so auskennen und völlig falsche Übungen mit mir machen, nach denen ich mich nicht mehr bewegen kann. Soll kein Schlechtmachen sein! Und ich werde keinen Gruppensport für die BWS machen, wenn ich in der LWS diese Probleme habe.

So, nun meine Fragen:
Ja, mir ist klar: ich habe keine Ganzkörperaufnahme, ich habe auch keine %-Zahlen, wie viele von euch. Ich persönlich denke, dass es viele hier gibt, die weitaus mehr betroffen sind als ich. Aber: es wäre einfach fürchterlich für mich, jetzt eine neue, höher gelegene Krankheit im WS-Bereich zu haben. Mir reicht meine Spondilolysthesis. Mehr WILL ich einfach nicht!!

Kennt ihr diese Symptome? Könnt ihr euch vorstellen, dass man nach 45 Jahren erstmals so heftige Beschwerden von einer Skoliose hat? Kann das eventuell mit der Hormonumstellung in den Wechseljahren zusammen hängen? (ich bin mir nicht sicher, ob ich in den Wechseljahren bin...). Oft liest man ja von einer Skoliose-Entwicklung bei Kindern/Jugendlichen im Zusammenhang mit dem Wachsen. Ich meine, eins ist mal sicher: ich wachse nicht mehr *gg*.

Kennt ihr Tips: was kann ich machen, wenn wieder so ein heftiger Schmerz-Anfall kommt? Was macht ihr? Schmerzmittel helfen ja nun mal offensichtlich nicht...
Es wäre schön, wenn ihr mir da weiter helfen könntet, auch wenn ich eher spärliche Infos habe.

Liebe Grüße,
Woodstock

Re: Wirbelgleiten u. Skoliose - Frage zu Symptomen

Verfasst: Do, 31.03.2011 - 19:52
von Lady S
Hallo woodstock, willkommen im Forum!
Hat der Orthopäde was von Blockaden oder Blockierungen gesagt? Was Du schilderst, hört sich ein bisschen danach an. Eine Skoliose entwickelt sich eigentlich nicht mehr im "höheren Alter" neu - wahrscheinlich hattest Du sie schon immer.
Vielleicht ist sie ja so minimal. dass andere sie gar nicht für erwähnenswert hielten?
Hast Du das Röntgenbild denn gesehen? Das solltest Du Dir auf jeden Fall sowieso aushändigen lassen, sonst wirst u beim nächsten Orthopäden gleich wieder geröntgt.
Grüsse, Lady S

Re: Wirbelgleiten u. Skoliose - Frage zu Symptomen

Verfasst: Do, 31.03.2011 - 20:06
von Woodstock
Hallo Lady S und herzlichen Dank für deine Rückmeldung!


Lady S hat geschrieben:Hallo woodstock, willkommen im Forum!
Hat der Orthopäde was von Blockaden oder Blockierungen gesagt?
Öhm, also was ich in meinem Beitrag geschrieben hatte, waren die genauen Worte, die der Arzt sagte: also überhaupt nichts von Blockaden oder Infos in irgendeiner Weise. Dass es sich um eine Skoliose handelt, habe ich erst dem Reha-Antrag entnommen.
Lady S hat geschrieben: Hast Du das Röntgenbild denn gesehen? Das solltest Du Dir auf jeden Fall sowieso aushändigen lassen, sonst wirst u beim nächsten Orthopäden gleich wieder geröntgt.
Grüsse, Lady S
Die Möglichkeit hatte ich leider nicht (mir die Bilder anzusehen). Es war mehr ein Husch-husch, mal kurz durchs Behandlungszimmer geweht ;)
Und ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich im ersten Moment ein wenig "geschockt" war, denn ich hatte so rein gar nicht mit einer weiteren WS-Erkrankung gerechnet.

Dass ich die Skoliose schon länger/ immer habe, das habe ich mir jetzt nach Lesen der Beiträge fast gedacht. Wie gesagt: nach all den Aufnahmen, die es von mir gibt und den vielen Orthopäden, die ich bereits besucht habe, wundert es mich, dass es niemand erwähnt hat.
Denn (so sehe ich das jetzt...) eigentlich würde es ja schon eine Rolle spielen, wenn ich den unteren Teil der WS versteift bekomme (auf Grund der Spondilolysthesis), der obere Teil der WS aber krumm ist... Insofern hätte ich schon damit gerechnet, dass man mir sowas eher gesagt hätte. (Wobei ich mich bis jetzt immer erfolgreich gegen die OP gewehrt habe).

Wenn die Skoliose schon immer da war, gibt es eine Begründung dafür, dass diese Blockierungen jetzt erst auftreten? Hat da jemand eine Ahnung?

Vielen Dank nochmal sagt
Woodstock

Re: Wirbelgleiten u. Skoliose - Frage zu Symptomen

Verfasst: Do, 31.03.2011 - 20:08
von minimine
Hallo Woodstock,

herzlich willkommen hier im :forum:

Es ist schon möglich, dass sich die Skoliose erst gebildet hat. Das sind dann sogenannte degenerativen Skoliosen, v.a. in Verbindung mit Drehgleiten. Es könnte aber auch sein, dass du aufgrund der Schmerzen eine Ausweichhaltung eingenommen hast und es somit gar keine echte Skoliose ist. Wie dem auch sei, ein Besuch bei einem wirklichen Spezialisten ist sicherlich nicht verkehrt. Normale Orthopäden sind mit solchen Krankheitsbildern idR überfordert und Skoliosen gehören immer in die Hände von Spezialisten.
Aus welcher Gegend kommst du denn?

LG
Minimine

Re: Wirbelgleiten u. Skoliose - Frage zu Symptomen

Verfasst: Do, 31.03.2011 - 22:43
von Woodstock
Hallo Minimine und
auch dir vielen Dank für deine Antwort :)

Ich komme aus der Gegend Münster/ Osnabrück. Eher Osnabrück als Münster. Mit meiner Spondilolysthesis war ich einige Male bei Prof. Weidner in Osnabrück, der auf dem Gebiet jedenfalls einen sehr guten Ruf hat.
Meinen Termin in 12 Tagen habe ich bei einem Orthopäden, den ich vom Wirbelgleiten her sehr gut kenne. Er ist wahrscheinlich kein Spezialist in Sachen Skoliose, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass er sich zum einen sehr viel Zeit nimmt auch alles bis ins Kleinste zu erklären und dass er einer von den Ärzten ist der es auch zugibt, wenn er auf einem Gebiet noch Klärungsbedarf hat. Und das ist mir allemal lieber, als wenn jemand so tut als ob. Für die Fragen, die ich momentan habe, wird er (denke ich)erst mal der Richtige sein, bevor ich mich auf den Weg zu den hier im Forum genannten Spezialisten mache, die ja alle weiter weg sind. Da werde ich so schnell ja keinen Termin bekommen und bis dahin muss ich erst mal wissen, was ich gegen diese wirklich heftigen Schmerzen machen kann, wenn so eine Blockade kommt (ich denke nämlich, dass es so etwas ist und hatte ja jetzt 2 innerhalb von 2 Wochen).

Da er mein "Haus-undHof-Orthopäde" ist (der halt Urlaub hatte, deshalb war ich woanders), werde ich versuchen, alle weiteren Schritte mit ihm abzusprechen bzw. erst mal Infos zu bekommen.
Bis dahin bin ich allerdings sehr froh über Euer Wissen und Eure Erfahrungen, das hilft schon sehr weiter!

Vielen Dank dafür und
Gute Nacht für heute
Woodstock

Re: Wirbelgleiten u. Skoliose - Frage zu Symptomen

Verfasst: Fr, 01.04.2011 - 10:23
von Penny Lane
Hallo, ,Woodstock!

Ich habe ebenfalls Spondylolisthesis und Skoliose.
Bei mir ist die Skoliose auch noch nicht "richtig" diagnostiziert, weil man in meiner Heimatstadt keinen Orthopäden findet, der eine Ganzaufnahme der Wirbelsäule machen und die Cobb-Werte berechnen kann.

Da aber aktuell mein Reha-Antrag läuft (und ich hoffe, er wird bald bewilligt), wollte ich mir vorab nicht noch die weite Fahrt zu dem allseits empfohlenen Dr. Hoffmann nach Leonberg antun. Aber ich habe den guten Tipp bekommen, in der Uni-Klink Münster (was ja bei Dir in der Nähe sein dürfte) einen Termin zur Skoliose-Sprechstunde zu machen. Dort wird eine vernünftige Röntgenaufnahme und ie Cobb-Berechnung durchgeführt.

Vielleicht wäre das ja für Dich auch was?
Wenn, solltest Du aber bald anrufen (beim Telefonat unbedingt nach der Skoliose-Sprechstunde, nicht nach allgemeiner Wirbelsäulen-Sprechstunde, fragen!): als Erstpatientin muß ich bis Juli auf den Termin warten.

LG und gute Besserung,
Penny

Re: Wirbelgleiten u. Skoliose - Frage zu Symptomen

Verfasst: Fr, 01.04.2011 - 10:49
von Woodstock
Hallo Penny!

Vielen Dank für den Tip.
Ich hatte auch schon an die Uniklinik in Münster gedacht, aber habe hier im Forum eher negative Erfahrungen zur Uniklinik gelesen. Für eine Ganzkörperaufnahme kommt sie bestimmt in Frage. Ich habe inzwischen gehört, dass man auch bei uns im Krankenhaus diese Aufnahmen machen kann. Ich bin mir nicht sicher, ob die dann auch die entsprechenden Auswertungen vornehmen können, aber vielleicht kann ich ja nur hier die Aufnahmen machen und die Auswertungen dann woanders durchführen lassen. Der vorteil wäre, dass ich die Aufnahmen selbst relativ schnell hätte.

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dein Reha-Antrag wird schnell bewilligt. Bei mir ging es damals recht flott und sie hat mir auch eine Menge gebracht (wie schon erwähnt: das war für die Spondilolysthesis und in der Klinik in Bad Drieburg waren sehr viele Patienten, die vorher versteift wurden).

Liebe Grüße
Woodstock