KG von AOK finanziert?

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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joe
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KG von AOK finanziert?

Beitrag von joe »

Hallo miteinander! :D

Bin gerade auf dieses Forum gestoßen und habe schon viele interessante Dinge zum Thema Skoliose lesen können.

Allerdings betrifft meine Recherche nicht mich selbst sondern meine Freundin. (21 Jhr. alt)

Da sie in Afrika aufwuchs, wurde die Schiefstellung ihres Rückens erst relativ spät erkannt.
Seit sie in Deutschland ist hatte Sie bereits an Krankengymnastik teilgenommen, bekam von der AOK aber die Rückmeldung, dass diese es nicht finanziert. Ist das korrekt?

Meiner Auffassung nach müsste eine Überweisung vom Arzt genügen oder?

Habe in der Topic » Gesucht / Gefunden: Ärzte, Therapeuten & Therapien vor Ort, das Krayer Therapiezentrum in Essen gefunden.
Wir werden dort wohl mal einen Termin vereinbaren.
Schonmal Danke dafür.


Gruß
Joe
minimine
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Re: KG von AOK finanziert?

Beitrag von minimine »

Hallo Joe,

herzlich willkommen hier im :forum:
Seit sie in Deutschland ist hatte Sie bereits an Krankengymnastik teilgenommen, bekam von der AOK aber die Rückmeldung, dass diese es nicht finanziert. Ist das korrekt?
Nein, im Großen und Ganzen ist das nicht korrekt, man muss aber noch ein wenig differenzieren.
Mit Skoliose fällt deine Freundin in die Indikationsgruppe WS 2. Damit stehen ihr 3 Rezepte mit jeweils 6 Einheiten KG im Regelfall zu. Das muss die Krankenkasse nach entsprechender Verordnung auch bezahlen. Danach müsste sie entweder eine Therapiepause von 12 Wochen machen oder sie bekommt KG außerhalb des Regelfalles verordnet, was im Prinzip der Arzt begründen und die Krankenkasse genehmigen muss und. Die allermeisten Krankenkassen (auch einige AOK´s) verzichten jedoch auf diese Genehmigung. Es kann nun aber sein, dass ihr bei einer AOK versichert seid, die auf diese Genehmigung besteht und diese nun eben ablehnt.

Geht es bei euch also um eine KG-Verordnung, die noch im Regelfall ist oder um eine Verordnung außerhalb des Regelfalles?

LG
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joe
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Re: KG von AOK finanziert?

Beitrag von joe »

Danke für deine schnelle Antwort.

Das bedeutet also eine KG-Verordnung im Regelfall umfasst 3x 6 Einheiten KG und nach 12 Wochen Therapiepause kann man sich erneut 3x 6 Einheiten verschreiben lassen?


Ihre Erfahrung mit den KG's war, dass sie ihr sehr gut helfen. Vor allem unmittelbar nach der Behandlung war ein Unterschied deutlich sichtbar.
Allerdings kam die Schiefstellung nach relativ kurzer Zeit ohne KG zurück.

Eine regelmäßige, konstante KG-Verordnung wäre aus meiner Sicht also die beste Option oder?
Ist eine dauerhafte Heilung durch KGs eigentlich zu erwarten?

Habe an verschiedenen Stellen gelesen dass viele erst im Alter unter Schmerzen leiden.
Auch meine Freundin hat momentan keinerlei Beschwerden.
Unsere Befürchtung ist aber, dass ohne KG später extreme Schmerzen auftreten werden.

Gruß,
Joe
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Re: KG von AOK finanziert?

Beitrag von minimine »

Hallo Joe,
Das bedeutet also eine KG-Verordnung im Regelfall umfasst 3x 6 Einheiten KG und nach 12 Wochen Therapiepause kann man sich erneut 3x 6 Einheiten verschreiben lassen?
genau! Wenn sie allerdings ne starke Skoliose hat oder Schmerzen und somit diese Therapiepause nicht vertretbar ist, dann kann sie auch so eine Art Dauerverordnung bekommen (KG außerhalb des Regelfalles).
Eine regelmäßige, konstante KG-Verordnung wäre aus meiner Sicht also die beste Option oder?
Ist eine dauerhafte Heilung durch KGs eigentlich zu erwarten?
Schön, dass sie schon eine Besserung spürt. :) Welche KG macht sie denn und wie stark ist ihre Skoliose?
War sie schonmal zur Reha oder habt ihr sowas schon geplant?
"Heilung" ist bei Skoliose eigentlich ein falsches Wort, denn es ist leider schon so, wenn man einmal Skoliose hat, dass man die dann auch immer hat. :/ Es kommt aber auf den Schweregrad und die Fortschreitungstendenz bzw. die daraus entstandenen Folgen, ob eine Behandlung dauerhaft notwendig ist.

LG
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joe
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Re: KG von AOK finanziert?

Beitrag von joe »

Sie hat eine Schroth KG gemacht. Ist aber schon etwas länger her - ca. 1 Jahr.
Da sie aber 18€ für jede Einheit bezahlen musste und die AOK es nicht übernehmen wollte, hat sie die KG nicht weiter gemacht.

Habe mich noch etwas informiert und eine KG-Verodnung im Regelfall wäre für den Anfang wahrscheinlich ausreichend.
Werden uns jetzt nochmal mit der AOK in Verbindung setzten. Im Zweifelsfall muss man die KK wechseln.

Der Arzt hat vor ca. 5 Jahren eine Skoliose von 30° diagnostiziert. Mittlerweile müssten es also ca. 35-40° sein.

Habe einiges über die Reha Angebote in Bad Salzungen gelesen! Die hören sich viel versprechend an.
Werde ihr das heute abend mal zeigen.

Unter deinem Text steht ein Link zu deinem Erfahrungsbericht mit einem Erwachsenenkorsett.
Leider habe ich keine Berechtigung diesen zu lesen.

Könntest du denn sagen dass ein Erwachsenenkorsett empfehlenswert ist?


Vielen Dank für deine Infos!

Gruß,
Joe
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Re: KG von AOK finanziert?

Beitrag von minimine »

Hallo Joe,
Da sie aber 18€ für jede Einheit bezahlen musste und die AOK es nicht übernehmen wollte, hat sie die KG nicht weiter gemacht.
die Zuzahlung ist absolut normal, die muss jeder zahlen. Ihr könnt euch aber, wenn ihr 2% (bzw. 1% bei chronisch Kranken) des Einkommens bereits an Zuzahlung geleistet habt, von weiteren Zuzahlungen befreien lassen.
Der Arzt hat vor ca. 5 Jahren eine Skoliose von 30° diagnostiziert. Mittlerweile müssten es also ca. 35-40° sein.
Das ist schwer zu sagen! Vor 5 Jahren war deine Freundin erst 16 und ist vermutlich noch gewachsen, da kann es locker auch mehr sein. :/ Ihr solltet mal zu einem Skoliose-Spezialisten gehen!
Habe einiges über die Reha Angebote in Bad Salzungen gelesen! Die hören sich viel versprechend an.
Werde ihr das heute abend mal zeigen.
Gute Idee. :bindafür:
Entweder Bad Salzungen oder Bad Sobernheim.
Unter deinem Text steht ein Link zu deinem Erfahrungsbericht mit einem Erwachsenenkorsett.
Leider habe ich keine Berechtigung diesen zu lesen.

Könntest du denn sagen dass ein Erwachsenenkorsett empfehlenswert ist?
Ja, der Bericht steht im nicht-öffentlichen Erfahrungsaustausch, da kommst du rein, sobald du mindestens 5 eigene Beiträge geschrieben hast (was ja jetzt der Fall ist ;D ). Müsstest ihn also mittlerweile lesen können.

Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit dem Korsett gemacht (kannst ja den Bericht mal lesen), auch wenn es nicht immer einfach ist. Es eignet sich halt auf jeden Fall, wenn die Skoliose progredient ist oder wenn man Schmerzen hat.
Wenn sich deine Freundin die Möglichkeit vorstellen kann, dann sollte sie es auch versuchen. Aber es schränkt am Anfang schon sehr ein.
Besprecht das doch mal mit einem Spezialisten.

LG
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Re: KG von AOK finanziert?

Beitrag von joe »

Hast recht, klappt jetzt :)
die Zuzahlung ist absolut normal, die muss jeder zahlen. Ihr könnt euch aber, wenn ihr 2% (bzw. 1% bei chronisch Kranken) des Einkommens bereits an Zuzahlung geleistet habt, von weiteren Zuzahlungen befreien lassen.
Des Jahreseinkommens? Ist da ein extra Antrag an die KK zu stellen?

Studentin.. :arrow: 400€ Job. Da wird das wohl ohne weiteres möglich sein.

Vielen vielen dank noch mal für deine Hilfe.

Gruß,
Joe
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Re: KG von AOK finanziert?

Beitrag von minimine »

Hallo Joe,
Des Jahreseinkommens? Ist da ein extra Antrag an die KK zu stellen?

Studentin.. 400€ Job. Da wird das wohl ohne weiteres möglich sein.
ja, ich nehme aber an, dass deine Freundin noch Familienversichert ist, oder? Dann zählt nämlich dass Brutto-Jahreseinkommen der gesamten Familie. Allerdings werden dann auch die gesamten Zuzahlungen aller Familienangehöriger hergenommen und dann auch alle Familienangehörige von weiteren Zuzahlungen (im betreffenden Jahr) befreit. Solltet ihr dieses Jahr z.B. schon mehr als 2% dazu bezahlt haben, dann bekommt ihr es auch wieder zurückbezahlt!!
Genau, die Anträge gibt es bei der Krankenkasse.

Sollte deine Freundin schon selbst als Student versichert sein, dann ist es wieder anders. Dann gilt ihr eigenes Einkommen alleine.

LG
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2013: lumbal 64°, thorakal 56°, inzwischen vermutlich deutlich mehr.
Therapie: Seit 2003 Schroth-KG, 3 Rehas in Bad Salzungen.
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Re: KG von AOK finanziert?

Beitrag von Lady S »

joe hat geschrieben:Sie hat eine Schroth KG gemacht. Ist aber schon etwas länger her - ca. 1 Jahr.
Da sie aber 18€ für jede Einheit bezahlen musste und die AOK es nicht übernehmen wollte, hat sie die KG nicht weiter gemacht.
Meinst Du 18€ für jede KG-Einheit (das wäre dann vermutlich der volle Preis...) oder 18€ für ein Rezept, also 6 mal KG (das wäre dann die Zuzahlung)?

Normalerweise stellt ja der Arzt ein "Kassenrezept" aus, so dass man in der Praxis nur noch die Zuzahlung leisten muss. Die eigentliche Rechnung bezahlt die Krankenkasse.
Grüsse, Lady S
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Re: KG von AOK finanziert?

Beitrag von Klaus »

minimine hat geschrieben:Mit Skoliose fällt deine Freundin in die Indikationsgruppe WS 2. Damit stehen ihr 3 Rezepte mit jeweils 6 Einheiten KG im Regelfall zu.
Hallo joe,

das sollte eigentlich so sein, weil die Beschreibung zu dieser Indikationsgruppe in der Heilmittelverordnung von
mit prognostisch längerdauerndem Behandlungsbedarf
ausgeht, aber in der Auflistung von Krankheiten nur das relevante Beispiel
Korsettversorgte Skoliosen / Kyphosen
aufgeführt ist.
Für den Arzt gibt es also eine Interpretationsmöglichkeit und dazu auch die Gefahr der Budget Überschreitung mit Regressforderungen. Man muss da u.U. schon gezielt herangehen, um in diese WS 2 Indikation zu kommen, ohne jetzt unbedingt ein Korsett zu tragen.
joe hat geschrieben:Im Zweifelsfall muss man die KK wechseln.
Zumindest hier in Hannover hat die AOK einen sehr schlechten Ruf in den Therapie Praxen.
Es geht da nicht nur um die Genehmigung bei "ausserhalb des Regelfalles", sondern auch um andere praktische Details.

Gruss
Klaus
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