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Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Mo, 18.10.2010 - 22:18
von jojo_sol
Liebe Mitglieder,
ich hatte heute Termin bei Dr. Niemeyer und war voll der guten Hoffnung in Bezug auf eine REHA. Die Schroth-Geschichte, über die ich erst neulich gestolpert bin, hatte mich sehr überzeugt. Diese Kombi von Selbstwahrnehmung, Muskelaufbau und auch Schmerztherapie fand ich super. Hier habe ich erfahren, dass Dr.N. solches auch unterstützt, nachdem mein Orthopäde sich mit Schroth gar nicht so recht auskannte und mich nach Cuxhaven überweisen wollte zwecks OP-Abklärung.
Tja, der DR. würde wohl eine REHA nach Schroth unterstützen, hält es aber nicht für wirksam in meinem Fall. Eine OP würde mich schmerzfreier machen, eine Verschlimmerung verhindern und eine Versteifung ist ja eh schon vorhanden. Ist das wirklich so einfach????
Ich müsste im LWS-Bereich unters Messer- es sind dort über 50° bei einer Verschlechterung um über 10° in den letzten 2 Jahren. Ach, eine Ganz-Wirbelsäulenaufnahme wurde nicht gemacht, obwohl ich ja extra eine Klinikeinweisung mitgebracht habe.
Was ist gerade in meinem Alter mit einer möglichen Osteoporose?? Halten die Implantate dann überhaupt?? In meinem Bekanntenkreis sind einige Frauen, die nach WS OP´s massive Probleme haben (allerdings nicht nach Skoliose).
Kann ich mich dann noch drehen? Müssen die Implantate nach einer gewissen Zeit erneuert werden? :confused:
Ich hab eben ein paar Mal über Brüche der Stangen gelesen. Kommt das oft vor? BZW jemand, der das 5.!!!!!!Mal operiert werden soll? Wann Kann ich nach einer OP meine Tiere wieder versorgen? Dazu gehört Stallausmisten usw, so wie mit 2 Ziehhunden spazieren gehen? :runningdog:
Ihr seht: viele Fragen und Anflüge von Panik. :ertrink:
Wer hat das alles schon hinter sich und gibt es irgendwo Statistiken über Erfolg, bzw. Misserfolg solcher OP´s?
Über Antworten freue ich mich.
Liebe Grüße Jojo

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Di, 19.10.2010 - 07:44
von Rose59
Hallo Jojo
jojo_sol hat geschrieben: Die Schroth-Geschichte, über die ich erst neulich gestolpert bin, hatte mich sehr überzeugt.
Wenn Du von Schroth überzeugt bist, probiere eine Schroth-Reha vor der Op aus. Bei mir hat sie aufgrund der bereits vorhandenen Versteifung durch die Kyphose nicht mehr geholfen, trotzdem habe ich sehr viel Positives aus der Reha mit nach Hause nehmen können. Die Körperwahrnehmung ist hinterher anders, die Muskeln gestärkt, es gibt Übungen, die Du auch nach einer eventuellen Op noch umsetzen kannst und vorallem: Du hast für Dich eine Möglichkeit ausgeschöpft, um zu sehen, was ohne Op noch geht und was nicht.
jojo_sol hat geschrieben:Was ist gerade in meinem Alter mit einer möglichen Osteoporose??
Hast Du eine DXA-Messung durchführen lassen?
Bei mir wurde eine langstreckige Wirbelsäulenversteifung (Kyphose-Op) bei bestehender Osteoporose durchgeführt. Das Implantat “sitzt” auch noch nach 6 Jahren. Wenn Du eine Osteoporose hast solltest Du darüber mit dem WS-Chirurgen auf jeden Fall sprechen.
jojo_sol hat geschrieben:In meinem Bekanntenkreis sind einige Frauen, die nach WS OP´s massive Probleme haben (allerdings nicht nach Skoliose).
Ich habe auch eine Menge Probleme nach der Op.

Es kann Dir vermutlich keiner im Voraus sagen, ob Dir eine Op hilft und Du hinterher schmerzfreier bist.
jojo_sol hat geschrieben:Kann ich mich dann noch drehen?
Du wirst wahrscheinlich schon Bewegungseinschränkungen je nach Versteifungsort und Länge haben. Aber meistens kompensiert der Körper das und Du bewegst Dich dann halt etwas anders, um zum Ziel zu kommen.
jojo_sol hat geschrieben:Wann Kann ich nach einer OP meine Tiere wieder versorgen? Dazu gehört Stallausmisten usw, so wie mit 2 Ziehhunden spazieren gehen? :runningdog:
Das kann ich Dir nicht sagen. Nach der Op muß die Wirbelsäule verknöchern, ich denke, daß Du die ersten Monate schon vorsichtig sein mußt. Beim Stallmisten vielleicht auch noch länger. Aber das wird Dir auch der Operateur sagen.
jojo_sol hat geschrieben:Ihr seht: viele Fragen und Anflüge von Panik. :ertrink:
Ich glaube, das haben die meisten von uns Operierten im Vorfeld gehabt. Eine Entscheidung zu treffen ist schwer, überstürze sie nicht. Versuche erstmal im Vorfeld zu klären, was Dir an Fragen wichtig ist und wer Dir z.B. nach einer Op bei den Tieren helfen könnte.
jojo_sol hat geschrieben:gibt es irgendwo Statistiken über Erfolg, bzw. Misserfolg solcher OP´s
Von einer Uni-Klink habe ich mal einen Bericht über Auswertungen zu Scheuermann-Kyphose-Op’s gelesen. Das gibt es vielleicht auch für Skoliosen.
jojo_sol hat geschrieben:Müssen die Implantate nach einer gewissen Zeit erneuert werden?
Normalerweise denke ich nicht. Nur hat man mit den heutigen Implantaten keine Langzeiterfahrung und weiß nicht was in 20 oder 30 Jahren ist. Die Probleme werden wahrscheinlich auch unterschiedlich sein (z.B. die Anschlußbelastung der Wirbel vom versteiften zum unversteiften Bereich).

Wäre der Versuch mit einem Korsett vor der Op eine Option für Dich?
Vielleicht nimmt es Dir die Schmerzen.
Wie sich die Zunahme der Verkrümmung entwickelt, könntest Du vielleicht noch etwas beobachten.

Herzliche Grüße
Lurchi

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Di, 19.10.2010 - 10:41
von Klaus
Hallo jojo_sol,

das ist ja offenbar nicht so gut gelaufen.
Ich müsste im LWS-Bereich unters Messer- es sind dort über 50° bei einer Verschlechterung um über 10° in den letzten 2 Jahren
50 Grad ist nicht unbedingt eine OP Indikation, allerdings bei einer solchen Verschlechterung in so kurzer Zeit in dem Alter würde ich wahrscheinlich als Chirurg auch eine OP empfehlen, wenn ich nicht weiß, wie gut eine Schroth REHA anschlägt und wie intensiv der Patient dann diese kontinuierlich durchführt.
Aber wäre das nicht eine Indikation für ein Korsett? Hast Du das angesprochen, hat er etwas dazu gesagt oder ist das Thema für Dich tabu.
Ach, eine Ganz-Wirbelsäulenaufnahme wurde nicht gemacht, obwohl ich ja extra eine Klinikeinweisung mitgebracht habe.
Das Thema mit der Einweisung bzw. Überweisung ist für mich immer noch rätselhaft.
Aber die Einweisung sollte doch über die normale Skoliose Sprechstunde hinausgehend zuständig sein, da bin ich doch sehr erstaunt, dass keine Ganz-Aufnahme gemacht wurde. Im Falle einer OP braucht man die sowieso.

Zur Zeit fragt ja Fliegerbrille aus Hannover nach Versorgungsmöglichkeiten und bei einer Einweisung könnte er ja direkt über seinen Hausarzt dort hingelangen, was ich wesentlich vorteilhafter finden würde, als über die Überweisung eines Orthopäden, den man erst mal finden muss.
Aber eine Empfehlung kann man hier scheinbar immer noch nicht geben, bestenfalls die Anregung zu einem Test dieses Arztes.

jojo_sol, hast Du das Gefühl, dass man bei dieser Einweisung schon mal vorweg als OP Kandidat eingestuft wird?
Im Gegensatz zur Überweisung, wo es ja um die generelle ambulante Beratung ohne "Vorbelastung" geht.

Ich hatte Dich das ja schon gefragt und tue es nochmal, hast Du zu diesem Termin schon Details geäussert, z.Bsp. dass es auch um eine OP gehen könnte?

Gruss
Klaus

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Di, 19.10.2010 - 10:44
von Klaus
Lurchi hat geschrieben:Wenn Du von Schroth überzeugt bist, probiere eine Schroth-Reha vor der Op aus.
Ja, auch deswegen war sie ja dort!
Ohne konkreten unterstützten Antrag kommt man zu keiner REHA.

Gruss
Klaus

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Di, 19.10.2010 - 11:00
von minimine
Hallo jojo,

erstmal möchte ich sagen, dass ich es nicht so toll finde, dass man bei dir keine Ganzaufnahme gemacht hat. Wurdest du denn überhaupt neu geröntgt, wie stark ist denn die Skoliose nun?

Es kann schon sein, dass langfristig gesehen eine OP die bessere Alternative wäre. Aber wenn du noch nicht bereit bist für diesen Schritt, kann ich dir nur empfehlen eine Schroth-Reha zu machen. Soviel Zeit sollte schon sein, damit du dir das in Ruhe überlegen kannst, evtl. auch mal mit anderen Operierten Kontakt aufgenommen hast usw.
Es wäre auch zu überlegen, ob du dir bezgülich der OP nicht noch eine zweite Meinung einholen solltest. Ich persönlich würde das bei einer so schweren OP auf jeden Fall machen.

LG
Minimine

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Di, 19.10.2010 - 12:28
von jojo_sol
Hallo Lurchi,
vielen Dank für deine Antwort.
Hast du denn trotz deiner Probleme das Gefühl, dass die OP die richtige Entscheidung war?
Wenn ich das alles so höre, geht es einem ja hinterher schlechter als vorher :/
Oder siehst du das trotz der Probleme nicht so? Was ist denn anders danach?
Es hörte sich an, als wenn alles besser würde-Schmerzen, Krümmung und nur die Bewegungseinschränkung eben bleibe.
Ich habe immer noch nichts gelesen, wie die Erfolgsstatistik in diesem Bereich aussieht.
Sind denn in den Schroth-Kliniken auch Patienten nach einer OP mit denen man sich austauschen könnte?

Hallo Klaus,
ich hatte nicht den Eindruck, dass es gleich um OP ging bei Dr. Niemeyer. Er würde ja auch eine REHA unterstützen, meinte aber, dass ich nach nem halben Jahr wieder auftauchen würde, weil es eben in meinem Fall keine Verbesserung geben könnte.
Über ein Korsett haben wir gar nicht geredet, auch nicht darüber, wie viel Wirbel versteift weden müssten. Er meinte wohl, ich soll mir den Gedanken erst einmal durch den Kopf gehen lassen, weil ich ja gerade gekommen bin, um eine OP zu vermeiden.
Ich hatte als Jugendliche ein Korsett und kam mit dem 1. ganz gut zurecht, aber mit dem 2. nicht unbedingt.
Ich habe da prinzipiell nichts gegen, wenn es hilft...Wahrscheinlich besser als eine OP, oder?
Damit habe ich mich aber bisher noch nicht beschäfftigt. Ich durfte damals keinen Sport machen und bekam auch nicht so gut Luft. Im Wachstum passte es dann immer schnell nicht mehr. Vielleicht gibt es da ja heute auch andere Modelle?
Es wurden keinerlei Aufnahmen bei dem Termin gemacht. Ich hatte die CD vom Orthopäden mit. Da wurde wohl nach COB noch einmal der Winkel berechnet. Man sah da wohl schon den maroden Wirb :respekt: :cry: el.

Also, liebe Leute,
bitte schreibt mir doch über eure OP-Erfahrungen, bzw. Erfahrungen mit Alternativen.

Liebe Grüße von der immer noch recht deprimierten
Jojo

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Di, 19.10.2010 - 13:41
von Rose59
jojo_sol hat geschrieben:Hast du denn trotz deiner Probleme das Gefühl, dass die OP die richtige Entscheidung war?
Jojo
Zuerst habe ich gesagt, es war ein Fehler, aber was ohne Op mit 94 Grad geworden wäre, weiß man ja auch nicht. Ich war schon sehr krumm und die Verkrümmung nahm stetig zu.
Insofern denke ich heute, die Entscheidung war richtig.
Auch wollte ich die immer stärker werdenden Schmerzen los werden. Das hat bei mir leider nicht geklappt, aber...
es gibt auch viele Operierte die hinterher keine großen Probleme haben, Jojo.
Grundsätzlich hängt es von so vielen Faktoren ab, man kann es nicht im voraus wissen.

Was bei mir nach der Op anders geworden ist, darüber können wir uns gerne per PN austauschen.

In den Schrothkliniken gibt es auch operierte Patienten.

Mir war es damals wichtig, die konservativen Maßnahmen auszuschöpfen bevor ich mich zu einer Op entschloß.
Das Korsett hat meine Krümmungszunahme nicht verhindern können (meine Verkrümmung lag ziemlich oben), aber die Schmerzsituation hatte sich schon gebessert. Die Osteoporose hat mir letztendlich einen Strich durch die Rechnung gemacht.



@Klaus
Klaus hat geschrieben: Ja, auch deswegen war sie ja dort!
Ohne konkreten unterstützten Antrag kommt man zu keiner REHA.
Da hast Du sicher recht. Aber es gibt bestimmt den ein oder anderen Orthopäden in der Nähe, der bereit ist sich um eine Schroth-Reha zu kümmern. Nur manchmal ist die Suche wirklich mühsam :( .

Herzliche Grüße
Lurchi

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Di, 19.10.2010 - 21:48
von sloopy
Hallo jojo_sol,

ich an deiner Stelle würde die Schroth-Reha wenigstens versuchen. Eventuell wäre auch eine Kubin Orthese (http://www.kubco.ch) was für dich, sie hilft vielen Patienten gegen Schmerzen in der LWS. Erfahrungsberichte zur OP findest du bestimmt viele im Skoliose-Op-Forum.

Gruß,
sloopy

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Di, 19.10.2010 - 22:48
von minimine
Es gibt eine ziemlich neue Studie zu diesem Thema:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20683385

Darin wurden erwachsene Patienten, die an der Skoliose operiert wurden in drei Gruppen aufgeteilt: 25-44 Jahre, 45-64 Jahre und 65-85 Jahre

Die Komplikationsrate betrug für die erste Gruppe 17%, für die zweite 42% und für die dritte Gruppe 71%!!

Interessant ist aber, dass es gerade bei den älteren Patienten eine höhere Verbesserung bezüglich Schmerzen gab, als bei den jüngeren Patienten.

LG
Minimine

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Mi, 20.10.2010 - 09:43
von Klaus
Lurchi hat geschrieben:Aber es gibt bestimmt den ein oder anderen Orthopäden in der Nähe, der bereit ist sich um eine Schroth-Reha zu kümmern. Nur manchmal ist die Suche wirklich mühsam .
Das ist ja das Hauptproblem!
Während einer REHA wird man seine Situation dann sicherlich konkret erfahren, unabhängig davon, wie kompetent der unterstützende Orthopäde/Hausarzt ist. Und auch jojo_sol könnte davon nur profitieren.
Dr. Hoffmann z. Bsp. wäre dann wahrscheinlich speziell bei der Erwachsenen Korsettversorgung wichtig und auch bei der Entscheidung bezüglich OP.
Ich frage mich natürlich auch, wo denn die vielen Patienten der Schroth REHA herkommen, das ist unmöglich nur von den wenigen Spezialisten zu leisten. Nur aus den Erfahrungsberichten seit vielen Jahren geht das leider nicht hervor. Die regionale Suche und das Einbringen der eigenen Kompetenz verbunden mit Durchsetzungskraft ist ein erheblicher Aufwand.

Gruss
Klaus

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Mi, 20.10.2010 - 09:52
von sloopy
Hallo Klaus!
Klaus hat geschrieben:Ich frage mich natürlich auch, wo denn die vielen Patienten der Schroth REHA herkommen, das ist unmöglich nur von den wenigen Spezialisten zu leisten. Nur aus den Erfahrungsberichten seit vielen Jahren geht das leider nicht hervor.
Ich habe auch schon Rehas über den Hausarzt beantragt, der hat zwar null Ahnung von Skoliose, aber ich hab dann dem Antrag einen alten Rehabericht beigelegt, in dem empfohlen wurde, dass ich nach x Jahren auf jeden Fall wieder kommen sollte. Im Falle eines Widerspruchs hab ich den selber geschrieben, das kann klappen, einfacher ist es natürlich mit kompetenter ärztlicher Unterstützung zumal es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden ist, eine Genehmigung zu bekommen. Bei Jugendlichen können auch Kinderärzte die Rehaanträge ausfüllen, es braucht also nicht zwingend einen Orthopäden.

Lieben Gruß,
sloopy

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Mi, 20.10.2010 - 10:26
von minimine
Ich frage mich natürlich auch, wo denn die vielen Patienten der Schroth REHA herkommen, das ist unmöglich nur von den wenigen Spezialisten zu leisten.
Ich kann nur aus meinem näheren Umkreis sagen, dass es schon einige Orthopäden/Kliniken gibt, die Patienten dorthin schicken, aber ob sie das regelmäßig tun? Außerdem haperts dann halt an anderen Dingen, Ganzaufnahmen, Korsettqualität, OP-freundlich etc.

Generell muss man da garantiert auch unterscheiden, ob ein Jugendlicher dahin geschickt wird, oder ob ein Erwachsener kommt, der laut Lehrmeinung eh schon längst in der OP-Indikation ist...

LG
Minimine

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Mi, 20.10.2010 - 11:12
von Klaus
minimine hat geschrieben:Generell muss man da garantiert auch unterscheiden, ob ein Jugendlicher dahin geschickt wird, oder ob ein Erwachsener kommt, der laut Lehrmeinung eh schon längst in der OP-Indikation ist...
Genau bei den Erwachsenen gibt es ja die meisten negativen Erfahrungen, bestenfalls "machen Sie Muskelaufbau, sonst kann man nichts mehr machen".
sloopy hat geschrieben:Ich habe auch schon Rehas über den Hausarzt beantragt, der hat zwar null Ahnung von Skoliose, aber ich hab dann dem Antrag einen alten Rehabericht beigelegt, in dem empfohlen wurde, dass ich nach x Jahren auf jeden Fall wieder kommen sollte
Bei jojo_sol geht es um eine Erwachsene, die zum ersten Mal eine REHA machen möchte.
Da wird die Sache schon schwieriger.

Gruss
Klaus

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Mi, 20.10.2010 - 11:21
von minimine
Wenn man die Reha über einen Hausarzt laufen lässt, kann es aber sein, dass man erst nochmal persönlich zum Medizinischen Dienst muss, was die Bearbeitungszeit wiederum verlängern kann.

LG
Minimine

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Mi, 20.10.2010 - 11:27
von sloopy
Hallo ihr 2!
Klaus hat geschrieben:Bei jojo_sol geht es um eine Erwachsene, die zum ersten Mal eine REHA machen möchte.
Da wird die Sache schon schwieriger.
minimine hat geschrieben:Wenn man die Reha über einen Hausarzt laufen lässt, kann es aber sein, dass man erst nochmal persönlich zum Medizinischen Dienst muss, was die Bearbeitungszeit wiederum verlängern kann.
Ich wollte damit gar nicht sagen, dass jojo_sol die Reha über einen Hausarzt beantragen soll, Dr. Niemeyer würde sie doch sogar beim Rehaantrag unterstützen. Das mit dem Hausarzt war nur ein Beispiel dafür, wie man es machen kann als Antwort auf Klaus seine Frage:
Klaus hat geschrieben:Ich frage mich natürlich auch, wo denn die vielen Patienten der Schroth REHA herkommen, das ist unmöglich nur von den wenigen Spezialisten zu leisten.
LG, sloopy

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Mi, 20.10.2010 - 11:38
von minimine
Hallo Sloopy,

meine Anmerkung war auch eher allgemein und nicht speziell auf Jojo´s Situation. :)

LG
Minimine

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Fr, 22.10.2010 - 15:53
von jojo_sol
Hallo liebe Leute,
vielen Dank für eure Reaktionen.
Von einem Korsett hat noch niemand gesprochen. Ich hatte ja eins zwischen 13 und 18. Ich habe keine Ahnung, was das für eins war. Es wurde mir im Anna-Stift in H angepasst.
Vielleicht wäre das ja eine Idee.
Dr. Niemeyer hat nichts davon gesagt. Es wäre doch erst einmal eine Möglichkeit etwas gegen die Schmerzen zu tun.
Warum wohl nicht? So wie ich hier gelesen habe, scheint es ja ganz wirksam zu sein.
Ich habe die CD vom Orthopäden mal in meinen PC geschoben. Wenn ich es richtig erkenne ist die Krümmung ca. 44° nach Cobb. Ich weiß nicht, aber glaube, dass der Orthopäde irgendwie einen anderen Wert hatte.
Er sagte ja was von über 50° mit einer Verschlechterung von über 10° in 2 Jahren.
Berichte lagen meinem Hausarzt noch nicht vor. Wie komme ich denn an den Bericht von Dr. Niemeyer? Schickt der Orthopäde ihn dann an den Hausarzt weiter?
Das wäre für mich wesentlich näher.
Jetzt will ich noch mal den link suchen, wo es um die OP-Chancen nach Alter geht. Das verhieß ja nichts Gutes, wenn man noch lange wartet...
Ich hoffe, ich finde es.
Warum wird es noch schwieriger eine REHA zu bekommen, wenn man noch nie dort war??
Dann müsste ich doch erst recht drankommen, oder?
Falls aus der REHA nichts wird, wie kann ich mich dann bzgl. des Korsetts beraten lassen?
So langsam habe ich mich wegen der OP erst mal beruhigt. Ich werde das nicht über den Zaun brechen.
Wie sieht es denn ohne OP aus, wenn es sich immer mehr verschlechtert??
Schmerzmittel ohne Ende ist die Alternative?
Wie ist die Beratung für (austherapierte) Erwachsene den in Salzungen?
Liebe Grüße
Jojo

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Fr, 22.10.2010 - 16:28
von minimine
Hallo Jojo,

ich finde gut, dass du diese Entscheidung nicht überstürzt. :bindafür:
Warum wird es noch schwieriger eine REHA zu bekommen, wenn man noch nie dort war??
Nein, da hast du Klaus etwas missverstanden. Er ging davon aus, dass Prof. Niemeyer bei dir keine Reha unterstützt und meinte deshalb, dass du wohl auf eigene Faust eine Reha beim Hausarzt durchsetzen solltest. Dies ist aber schwieriger, weil man ihn ja entsprechend mit Argumenten überzeugen muss, die man eher hat, wenn man schonmal zur Reha war. :)
Du solltest eigentlich keine Schwierigkeiten haben, eine Reha genehmigt zu bekommen.
Falls aus der REHA nichts wird, wie kann ich mich dann bzgl. des Korsetts beraten lassen?
Da es bei dir ja auch um OP-Vermeidung geht solltest du evtl. sogar Beides ins Auge fassen. Ich weiß nicht, ob es viele Ärzte gibt, die eine Kubin-Orthese verordnen, wir hier wissen nur von Dr. Steffan. Dieses Korsett könntest du dir also auch während eines Reha-Aufenthaltes in Sobernheim anfertigen lassen oder du gehst in die ambulante Sprechstunde.
Ansonsten kannst du dir auch einen Termin bei Dr. Hoffmann geben lassen. Ich weiß nicht, ob er in deinem Alter auch noch ein korrigierendes Korsett verordnen würde, aber auch er verordnet eher stabilisierende und stützende Korsetts von Rahmouni, außerdem kennt er sich auch gut mit OP´s aus, so dass du dir diesbezüglich auch eine Zweitmeinung einholen könntest.
Wie sieht es denn ohne OP aus, wenn es sich immer mehr verschlechtert??
Es ist sicherlich nicht zwingend, dass sich deine Skoliose verschlechtert. Chirurgen begründen zwar gerne damit, aber wenn man entsprechende Studien über Verschlechterungstendenzen von Skoliosen liest, dann kommt raus, dass hier immer nur Skoliosen untersucht wurden, die komplett unbehandelt blieben. Natürlich kann dir keiner versprechen, dass die Skoliose nicht trotz Behandlung fortschreitet oder die Verschlechterung evtl. nur verlangsamt wird. Aber auf 1-2 Jahre hin oder her kommt es ja nun auch nicht mehr an und du hast zumindest Zeit gewonnen, um dich mit dem Gedanken an einer OP besser anzufreunden.
Schmerzmittel ohne Ende ist die Alternative?
Nein, erstmal Kopf hoch. Du hast doch noch gar keine gezielte Therapie gegen die Skoliose versucht. Wer weiß, vielleicht schlägt das bei dir ja richtig gut an. :)

LG
Minimine

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Fr, 22.10.2010 - 16:38
von jojo_sol
Danke Minimine :) ,
die Hoffnung habe ich ja auch noch, dass ich doch etwas tun kann.
Ich hoffe, dass in dem Berichtz nicht steht, dass eine REHA keinen Sinn machen würde. :/
Durch die verschiedenen Korsetts steige ich noch nicht durch.
Dr. Niemeyer meinte ja, dass für mich Bad Salzungen eher in Frage käme.
Welche Korsetts werden denn dort angepasst?
Und wo ist Dr. Hoffmann?
Gibt es in HH auch jemanden?
Aber als erstes werde ich mich weiter um eine REHA kümmern und dann abwarten, was dort herauskommt.
Liebe Grüße
Jojo

Re: Erfahrungen mit Skoliose -OP im "gesetzteren" Alter?

Verfasst: Fr, 22.10.2010 - 16:56
von sloopy
Hallo Jojo,

gut, dass du das mit der OP nicht überstürzt. Ich finde, eine OP sollte der letzte Schritt sein, nachdem man konservative Massnahmen ausgeschöpft hat. Dass Prof. Niemeyer nichts vom Korsett gesagt hat, wundert mich nicht wirklich. Er ist Chirurg und diesbezüglich vermutlich bei Erwachsenen nicht der erste Ansprechpartner.

Eine Kubin-Orthese würdest du ausser in Bad Sobernheim von Dr. Steffan vermutlich auch in Bad Salzungen bekommen können, die arbeiten ja mit Sanomed zusammen und Sanomed hat glaub ich die meisten Erfahrungen mit einer solchen Orthese. Evtl. könnte Dr. Herchet was dazu sagen? Aktuelle Erfahrungsberichte (nach Dr. Steffans Weggang) aus der Salzunger Ambulanz liegen uns (glaube ich) keine vor.

Gruß, sloopy