Hallo Eva 36
Bei meinem Sohn (15) wurde vor 2 Wochen Skoliose festgestellt.
Das ist rel. spät aber nicht zu spät um nichts mehr tun zu können.
Beim Anblick der Röntgenaufnahmen war ich erst einmal schockiert - dann doch beruhigt denn die Orthopädin wusste gleich was zu machen war. Krankengymnastik
Es ist absolut entscheidend WELCHE Krankengymnastik!!! Konventionelle KG bringt GAR NIX und kann sogar die Mobilität erhöhen satt die Stabilität verbessern!
- kein Fußball mehr
WARUM DENN DAS???? Wegen 21° Skoli gibts nicht den geringsten Grund für Fußballverbot!!!! Wenn es Deinem Sohn Spaß macht SOLL er sogar Fußball spielen! Wenn er ein Korsett tragen soll, daß gönne Ihm das Fußballern als Zeit OHNE Korsett. Er wird das sehr nötig haben!
und ein Korsett.
Was für ein Korsett??? Die Qualität des Korsettes ist absolut Erfolgsentscheidend!
Also dann ab zur Krankengymnastin - Termine vereinbart.
Ist die Physiotherapeutin ausgebildete SCHROTH-Therapeutin?
Nach dem 2. Termin bei der Krankengymnastik rief mich diese dann an. Ich soll noch einen zweiten Arzt aufsuchen da unsere Orthopädin keine Erfahrung mit Skoliose hat - schon gar nicht mit Jugendlichen.
Eine Zweitmeinung von einem Facharzt mit großer Skoliose/Wirbelsäulen-Erfahrung ist sehr wichtig!
Daraufhin habe ich mich dann mal im Internet umgeschaut und war dann ratlos. Man kann mit einem Korsett anscheinend auch einiges kaputt machen - wenn es denn das falsche ist.
So ist es! Leider sind ca. 80% aller Korsette die von irgend welchen Orthopädietechnikern gebaut werden untragbarer Plastikmüll oder sie sind zwar tragbar aber korrigieren bei weitem nicht genug.
Jetzt bin ich erst mal auf der Suche nach einem Orthopäden in Nürnberg oder Umgebung der Erfahrung auf diesem Gebiet hat.
Ich habe von einer Orthopädin im Raum Nürnberg gehört:
Frau Dr. Engels in Kümmelsbruck, die von Dr. Cheneau empfohlen wird. Sie arbeitet mit einer Orthopädietechnikerin Frau Benani zusammen. Wir haben aber in diesem Forum KEINEN EINZIGEN positiven Bericht von ihr , ich hhabe müdlich nur einen negativen Bericht über Frau benani, die bei einem Patienten überhaupt nicht auf dessen Problematik eingegangen ist.
Das genügt leider hinten und vorne nicht für eine Empfehlung. Auch Dr. Cheneau ist leider in diesem Punkt keine vollwertige Referenz, da dieser auch OT´s empfielt, von denen wir hier im Forum nur katastrophal schlechte Ergebnisse kennen.
Oder sollte ich lieber gleich nach Stuttgart fahren - das wurde mir von einer Mutter aus der Klasse meines Sohnes empfohlen.
Diese Mutter hat offensichtlich echt Ahnung!
Es wird bei einigen Leuten wieder einen Aufschrei des Entsetzens geben und es wird mir wieder vorgeworfen ich (wir) wären einseitige Dr. Hoffmann/ Rahmouni Fans und dessen 5. Kolonne. Das ist Unwahr! (und das ist mir wurscht!)
Ich (wir) können Dir die Entscheidung nicht abnehmen! Ich kann nur das empfehlen, oder dir so raten, wie wenn es mich selbst betreffen würde oder wenn mein eigenes Kind betroffen wäre! Alles andere wäre nach meiner Ansicht unethisch! (Wenn ich selbst an mir anders handeln würde als ich anderen empfehle)
Wenn Dir also die Fahrerei nach Stuttgart nicht absolut zuviel und unmöglich erscheint, dann würde ich an Deiner Stelle diesen Weg auf mich nehmen.
Wie Ihr seht bin ich ziemlich ratlos - vielleicht könnt Ihr mir ein paar Tips geben.
Übrigens ist die WS meines Sohnes S-förmig und ich weiß im Moment nur einen Wert 21° - und zwar ist das die untere Verkrümmung - wenn man vor dem Röntgenbild steht nach links. Achja und Scheuermann kommt auch dazu. Die genaue Diagnose muss ich mir erst noch mal sagen lassen - beim letzten Termin ging alles sehr schnell und ich konnte mit Skoliose erst mal gar nichts anfangen.
Fragen:
Wurden bei Deinem Sohn 2 Röntgenaufnahmen gemacht? eine Ganzwirbelsäulenaufnahme von Hinten (dorsal) für die Skoliose und eine von der Seite (sagittal) für die Kyphose/Lordose /M.Scheuermann?
Sieht man Scheuermann-Zeichen deutlich? (Schmorlsche Knötchen, keilförmig veränderte Wirbelkörperdeckplatten, Einbuchtungen, Randabsplitterungen usw....
Hast Du die Röntgenbilder und den Befund?
Welchen Kyphosewinkel hat die BWS Deines Sohnes?
Hat er einen starken Rundrücken?
Hat er Hohlkreuz?
Wie gekippt steht sein Becken?
Wo "hängen" seine Schultern?
Wurde er nach Schober und Ott (WS Beweglichkeit oder Fixierung) vermessen?
Welche Brustwirbelkörper ( z.B. th 6 bis th 9) sind um vieviel Grad keilförmig verändert?
Zu der Skoliose:
Wenn tatsächlich Morbus Scheuermann vorliegt, kann es sein, daß die 21° Skoliose nur ein zweitrangiger "Nebenkriegsschauplatz" ist.
Es kommt dann darauf an, ob das eine "echte"idiopathische Skoliose ist, mit einer deutlichen Verdrehung (Rotation nach Nash & Moe).
Ist diese Rotation nach Nash und Moe eingeschätzt (oder noch besser nach RAIMONDI) vermessen?
Die typische "Begleitskoliose" bei M. Scheuermann entsteht oft auch durch die Ungleichmäßigkeiten in den Wirbelkörperdeckplatten und den Wachstumsunregelmäßigkeiten der Knorpelanteile der Wirbelsäule.
"Echte Skoliosen" haben in der Regel völlig intakte Bandscheiben und glatte wunderschöne Wirbelkörper.
Es kann also durchaus sein, daß der Scheuermann und nicht die Skoliose das eigentliche Hauptproblem ist!
Es wird oft behauptet, daß Rahmounis Korsette Flachrücken verursachen oder fördern. Aber für uns Scheuermänner ist die konsequent gerade Rückenlinie des Rahmounis eher optimal und hilft sowohl die Kyphose/Lordose zu korrigieren, als auch die skoliotische Komponente zu berücksichtigen.
Die Chance dort das in jeder Hinsicht optimalste Korsett zu bekommen ist am größten.
Hat Dein Sohn denn schon verstanden, was mit seiner Wirbelsäule los ist?
Ist er bereit zu kämpfen? (als Fußballer soltte er es eigentlich sein!)
(die allgem. Erfahrung zeigt, daß Jungs in dieser hinsicht oft größere Compliance-Probleme haben als Mädchen)
Ich kann Dir aber aus meiner eigenen Scheuermann-Karriere sagen, daß es sich UNBEDINGT lohnt zu kämpfen! Mit 15 als Junge ist er noch nicht zu alt, sehr viel zu erreichen und völlig gerade und aufrecht zu werden!
Mein empfohlener "Königsweg" war und ist: Zu einem hocherfahrenen Facharzt, eine präzise, umfassende Diagnose, bestmögliche Motivation und Aufklärung.
Die FREIE EIGENE Entscheidung Deines Sohnes ob er kämpfen will und gerade werden will!
Wenn klares JA, dann ein wirklich erstklassiges und hochkorrigierendes Korsett und so bald wie möglich eine Wirbelsäulen-Intensiv REHA (in Bad Salzungen oder Bad Sobernheim.
Die Alternative OHNE konsequente Behandlung kann ein gebeugtes Leben in Krummheit und mit vielen Rückenschmerzen sein, bei denen man später bitter bereut, die Chance einer maximal möglichen Korrektur in der Jugend NICHT konsequent genutzt zu haben. Darüber sollte sich Dein Sohn völlig im Klaren sein!
Bei konsequenter Therapie wie beschrieben haben wir Scheuermänner eine sehr gute Prognose!
Ich würde es anpacken!!!!
Gruß Toni