Informationsbeschaffung - Selbsthilfegruppen
Verfasst: So, 11.01.2004 - 15:19
Hallo an alle!
Viele Beiträge in diesem Forum zeigen, dass eines der Hauptprobleme für Skoliotiker/innen die Informationsbeschaffung ist. Ich will darum versuchen, ein einfaches Informationskonzept aufzuzeigen, das jede/n Einzelne/n unabhängig macht von irgendwelchen Geheimtipps. Ich weiß im Voraus, dass etliche dagegen wütend polemisieren werden, aber es muß ja auch niemand meine Vorschläge annehmen. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und kann dem Guru nachlaufen, der für ihn am glaubwürdigsten ist.
Die Informationsbeschaffung ist zeitraubend und anstrengend. Man kann als Skoliotiker/in Fachliteratur lesen, sich in Diskussionskreise einklinken, sich einer Selbsthilfegruppe anschließen, Mitglied in einem Sozialverband werden, Fachveranstaltungen besuchen, Behörden und Gesundheitsorganisationen abfragen und Mitglied in einer politischen Partei werden. Weil man das nicht alles alleine schafft, ist eine Arbeitsteilung mit anderen Betroffenen sinnvoll. Das ist am einfachsten und am wirkungsvollsten in einer Selbsthilfegruppe machbar.
Wie finde ich eine Selbsthilfegruppe? - Indem du entweder bei der Gesundheitsbehörde deiner Gemeinde (per Telefon) danach fragst oder in die (blauen/grünen/grauen) Beratungsseiten am Anfang des "Telefonbuches Gelbe Seiten" schaust. Dort findest du unter anderem auch eine Rubrik "Selbsthilfegruppen" und die Adresse der betreffenden Vermittlungsstelle, die in Norddeutschland bisher KISS oder KIBIS geheißen hat (Kontakt und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen) und nach dem neuen Sozialgesetzbuch Servicestation heißt; wenn du dort anrufst, wird man dir weiter helfen.
Die Selbsthilfegruppe vor Ort hat folgende Informationsmöglichkeiten: persönlicher Erfahrungsaustausch untereinander, über Literatur, über Ärzte und Therapeuten vor Ort, über (persönliche Kontakte zu) Behörden, Krankenkassen, Sozialverbände, Kliniken bis hin zur Ärztekammer.
Eine Selbsthilfegruppe kann praktisch erreichen, dass die Wartezeiten bei Arztterminen deutlich verkürzt werden, dass die Telefonleitung der Arztpraxis nicht ständig "besetzt" ist, dass fortlaufende Verordnungen von Krankengymnastik und von Therapiemitteln kein Problem mehr sind, dass für die Gruppe gemeinsame Trocken- und Wassergymnastik möglich wird, dass Anträge und Widerspruchsverfahren für Reha- und Renten-Anträge erfolgreich werden, dass sich ein Orthopäde zum Skoliose-Spezialisten weiterbildet, dass die Gruppenleitung über das Patiententelefon bei der (Landes-) Ärztekammer Gehör findet für Beschwerden über Ärzte, dass die Gruppenleitung zu poltischen Gesprächen mit Vertretern der Behörden und der Ärzteverbände eingeladen wird, dass die Gruppe finanzielle Fördermittel bekommt, dass ein Rechtsanwalt zur Durchsetzung von Patientenrechten eingeschaltet wird, z.B. für Schmerzensgeldforderungen und anderes mehr.
Und zusätzlich zu all diesen eher formalen Vorteilen hat die Gruppe vor Ort noch den ganz persönlichen Vorteil, dass sie den/die Einzelne/n in Notlagen unterstützt, zum Beispiel dadurch, dass sie Besuche im Krankenhaus macht, dass sie Behandlungsfehler entdeckt, dass sie sich um die Familienbetreuung kümmert und anderes mehr.
Das sind keine theoretischen Wunschträume, sondern das habe ich alles in Selbsthilfegruppen und im "Bundesverband Skoliose Selbsthilfe e.V." miterlebt. Das alles ist aber abhängig von der Solidarität der Gruppenmitglieder untereinander. Alleine steht man als Skoliotiker/in in unserem Gesundheitssystem auf verlorenem Posten.
Für alle diejenigen, die jetzt "ja ... aber ..." sagen wollen oder mich wieder beschimpfen wollen, wiederhole ich meinen anfänglichen Satz: Niemand muß meine Vorschläge annehmen. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und kann dem Guru nachlaufen, der für ihn am glaubwürdigsten ist.
In diesem Sinne grüßt Euch Peter in der Heide.
Viele Beiträge in diesem Forum zeigen, dass eines der Hauptprobleme für Skoliotiker/innen die Informationsbeschaffung ist. Ich will darum versuchen, ein einfaches Informationskonzept aufzuzeigen, das jede/n Einzelne/n unabhängig macht von irgendwelchen Geheimtipps. Ich weiß im Voraus, dass etliche dagegen wütend polemisieren werden, aber es muß ja auch niemand meine Vorschläge annehmen. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und kann dem Guru nachlaufen, der für ihn am glaubwürdigsten ist.
Die Informationsbeschaffung ist zeitraubend und anstrengend. Man kann als Skoliotiker/in Fachliteratur lesen, sich in Diskussionskreise einklinken, sich einer Selbsthilfegruppe anschließen, Mitglied in einem Sozialverband werden, Fachveranstaltungen besuchen, Behörden und Gesundheitsorganisationen abfragen und Mitglied in einer politischen Partei werden. Weil man das nicht alles alleine schafft, ist eine Arbeitsteilung mit anderen Betroffenen sinnvoll. Das ist am einfachsten und am wirkungsvollsten in einer Selbsthilfegruppe machbar.
Wie finde ich eine Selbsthilfegruppe? - Indem du entweder bei der Gesundheitsbehörde deiner Gemeinde (per Telefon) danach fragst oder in die (blauen/grünen/grauen) Beratungsseiten am Anfang des "Telefonbuches Gelbe Seiten" schaust. Dort findest du unter anderem auch eine Rubrik "Selbsthilfegruppen" und die Adresse der betreffenden Vermittlungsstelle, die in Norddeutschland bisher KISS oder KIBIS geheißen hat (Kontakt und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen) und nach dem neuen Sozialgesetzbuch Servicestation heißt; wenn du dort anrufst, wird man dir weiter helfen.
Die Selbsthilfegruppe vor Ort hat folgende Informationsmöglichkeiten: persönlicher Erfahrungsaustausch untereinander, über Literatur, über Ärzte und Therapeuten vor Ort, über (persönliche Kontakte zu) Behörden, Krankenkassen, Sozialverbände, Kliniken bis hin zur Ärztekammer.
Eine Selbsthilfegruppe kann praktisch erreichen, dass die Wartezeiten bei Arztterminen deutlich verkürzt werden, dass die Telefonleitung der Arztpraxis nicht ständig "besetzt" ist, dass fortlaufende Verordnungen von Krankengymnastik und von Therapiemitteln kein Problem mehr sind, dass für die Gruppe gemeinsame Trocken- und Wassergymnastik möglich wird, dass Anträge und Widerspruchsverfahren für Reha- und Renten-Anträge erfolgreich werden, dass sich ein Orthopäde zum Skoliose-Spezialisten weiterbildet, dass die Gruppenleitung über das Patiententelefon bei der (Landes-) Ärztekammer Gehör findet für Beschwerden über Ärzte, dass die Gruppenleitung zu poltischen Gesprächen mit Vertretern der Behörden und der Ärzteverbände eingeladen wird, dass die Gruppe finanzielle Fördermittel bekommt, dass ein Rechtsanwalt zur Durchsetzung von Patientenrechten eingeschaltet wird, z.B. für Schmerzensgeldforderungen und anderes mehr.
Und zusätzlich zu all diesen eher formalen Vorteilen hat die Gruppe vor Ort noch den ganz persönlichen Vorteil, dass sie den/die Einzelne/n in Notlagen unterstützt, zum Beispiel dadurch, dass sie Besuche im Krankenhaus macht, dass sie Behandlungsfehler entdeckt, dass sie sich um die Familienbetreuung kümmert und anderes mehr.
Das sind keine theoretischen Wunschträume, sondern das habe ich alles in Selbsthilfegruppen und im "Bundesverband Skoliose Selbsthilfe e.V." miterlebt. Das alles ist aber abhängig von der Solidarität der Gruppenmitglieder untereinander. Alleine steht man als Skoliotiker/in in unserem Gesundheitssystem auf verlorenem Posten.
Für alle diejenigen, die jetzt "ja ... aber ..." sagen wollen oder mich wieder beschimpfen wollen, wiederhole ich meinen anfänglichen Satz: Niemand muß meine Vorschläge annehmen. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und kann dem Guru nachlaufen, der für ihn am glaubwürdigsten ist.
In diesem Sinne grüßt Euch Peter in der Heide.