Was soll ich nun zuerst tun?

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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GiGi

Was soll ich nun zuerst tun?

Beitrag von GiGi »

Gestern war ich mit meinem 12jährigen Sohn bei einem Orthopäden in Düsseldorf, nachdem ich festgestellt hatte, dass mein Sohn irgendwie rechts einen Buckel hat, aber nur wenn er sich nach vorne beugt. Aufgefallen ist mir das aber erst vor kurzem beim Golftraining, was er seit neuestem macht. Natürlich habe ich schon als er klein war, festgestellt, dass er irgendwie eine schlechte Haltung hat. Damals schon, als er 5 war, war ich deshalb bei einem Orthopäden, der aber eine leichte Krümmung der Wirbelsäule diagnostizierte, also das irgendwie runterspielte. Auch gestern ging der Arzt ziemlich locker mit der ganzen Sache um und meinte lapidar, Ihr Sohn ist ja total schief. Er sprach von 2 cm??? und er solle jetzt Einlagen und Krankengymnastik bekommen. Auf dem Rezept für die KG stand dann folgendes, was mich in Angst und Schrecken versetzte, nachdem ich dann auch noch hier alles mögliche in diesem Forum gelesen habe. Kann mir mal jemand übersetzen, was das alles heißt? Also: Lokale und pseudoradiculäre Wirbelsäulenerkrankung, akut und subakut, BWS einschließlich thorakolumbaler Übergang, akute und subakute segmentale Schmerzen durch Gelenkfunktionsstörung (einschl. Costotransversal- und Intervertebralgelenke), BWS-Skoliose???
Nach allem, was ich hier bisher gelesen habe, scheint das doch alles sehr schlimm zu sein oder? Was ist der nächste Schritt, den wir tun sollen?

Liebe Grüße
Dr. Steffan
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Beitrag von Dr. Steffan »

Ich befürchte, dass sie bei Ihrem Orthopäden an eines der weit verbreiteten Exemplare meines Berufsstandes geraten sind die von der Skoliose nicht wirklich viel wissen. Ich rate Ihnen dringend einen Orthopäden aufzusuchen der eine genaue Untersuchung vornimmt. Dazu gehört die Bestimmung des Skoliometerwertes nach Bunnel und eine Wirbelsäulenganzaufnahme inklusive der Bestimmung des Skoliosewinkels nach Cobb. Wenn diese Werte vorhanden sind muss eine entsprechende Therapie erfolgen. Sie können aber auch gerne einen Termin in meiner Sprechstunde oder bei Dr. Hoffmann vereinbaren um ganz sicher zu gehen.
Dr. K. Steffan
GiGi

Beitrag von GiGi »

Danke für Ihre Antwort. Nachdem ich jetzt ganz viel in diesem Forum hier gelesen habe, sieht es tatsächlich so aus, als würde die halbe Welt zu Ihnen oder Herrn Dr. Hoffmann kommen. Dann werden wir wohl in den nächsten Tagen einen Termin vereinbaren.

Das merkwürdige ist, dass meine Mutter, die nicht mehr lebt, stark körperbehindert war. Von meiner Oma habe ich auf mein Nachfragen hin als Kind immer nur gehört, dass sie in der Schwangerschaft die Treppe heruntergefallen ist. Nun habe ich alle Unterlagen durchwühlt und alte Röntgenbilder mit Arztberichten meiner Mutter gefunden, die eine starke Skoliose mit sämtlichen Einschränkungen der Organe durch totale Verdrehung diagnostiziert hatten. Jetzt weiß ich zumindest, woher mein Sohn dies vererbt bekommen hat. Unglaublich, dass meine Mutter ihre Erkrankung derartig tabuisiert hat - man durfte sie nicht einmal darauf ansprechen -, dass sie nicht einmal daran dachte, mich darauf hinzuweisen, als ich Kinder bekam, denn da lebte sie noch.

Das zeigt, dass es irgendwann auf jede Frage eine Antwort gibt!
Dr. Steffan
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Beitrag von Dr. Steffan »

Diese Tabuisierung ist sehr häufig zu sehen. Schuld sind aber in erster Linie die Ärzte, die den Patienten keine Hoffnung auf eine Therapie geben. Ihre Mutter wußte sicher auch nicht, dass die Skoliose vererbbar ist.
Dr. K. Steffan
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