Also, ich bin eine Schwimmvereingeschädigte. Bin wegen meiner Skoliose - weil das den Ärzten ja immer als erstes einfällt - von meiner Mutter da hin geschickt worden. Wollte ich aber nie hin.
Meine Erfahrungen:
Schwimmt man außerhalb eines Schwimmvereins ohne Training, dann wird das ganze definitiv schief, und was das Brustschwimmen angeht (mit Kopf aus dem Wasser gestreckt) ist das so sicherlich auch nicht optimal.
Im Verein lernt man zwar die richtigen Schwimmtechniken, und wenn man einen guten Trainer hat und Wettkämpfe schwimmt, dann wird auch an der Technik rumgefeilt und vielleicht der ein oder andere skoliosebedingte Schwimmfehler ausgemerzt, man wird aber immer in der Skoliose begünstigenden Schwimmweise mehr leisten können, so dass am Ende bestimmt keine Korrektur dabei raus kommt.
Aber, es ist eine Sportart, die die Gelenke so gut wie gar nicht belastet, die den Kreislauf trainiert, allgemein wird die gesammte Rückenmuskulatur trainiert, auch die tiefere, und das Ganze noch in Bewegung (was z.B. bei Schroth, was eher statisch ist, so gut wie gar nicht der Fall ist). Ich würde schätzen, dass genau sowas besonders zur Schmerzfreiheit beiträgt, also eine ganzheitlich trainierte Rückenmuskulatur, auch wenn es nicht korrigierend ist.
Wenn es einem Spaß macht, denke ich, kann man das als Sport ruhig machen, ist mit Sicherheit gesund. Und was Skoliose angeht, geht es ja nicht ausschließlich nur um Progredienz als Gefahr sondern auch um Schmerzen durch einseitige Bewegungsmuster, die entstehen können.
Wenn man Fittnesstudios wie FPZ heranzieht, therapieren die ihre Rückenschmerzpatienten auch dadurch, dass sie die Wirbelsäule in Bewegung trainieren. Fehlt diese Art von Muskeltraining, scheint dies also auch ein Auslöser für Rückenschmerzen zu sein.
Soweit also meine Überlegungen. Vielleicht gibts ja auch irgendwo Studien über Rückenschmerzhäufigkeit bei Schwimmern versus anderen Sportlern und nicht sportlich Aktiven. Müsste man mal nach suchen.
Meine Einschätzung wäre aber, dass Schwimmen muskulär wahrscheinlich ein guter Ausgleich zum sonst etwas einseitigen (weil fast nur statischen) Schroth ist.