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Ordner 1 (Schroth, Korsett und OP: Erleben und Verstehen)

Verfasst: Mi, 26.11.2008 - 10:34
von chaleo
Ich möchte hier mal einen "Ordner" anlegen, in dem eigene Erfahrungen (erlebte Wirkung) und Überlegungen (theoretische Wirkung) zur Wirkungsweise der genannten Therapieen gesammelt werden sollen.
Sicherlich können sich manche ein besseres Bild über die genannte Therapieen machen, nachdem sie die Gedanken anderer dazu gelesen haben.

BITTE HIER MÖGLICHST WENIG VERWEISE AUF LITERATUR UND SONSTIGE ANDERE QUELLEN UND MÖGLICHST VIELE EIGENE ERFAHRUNGEN UND ÜBERLEGUNGEN!

BITTE HIER AUCH MÖGLICHST WENIG ANDERE UNSACHLICHE DISKUSSIONEN ODER PERSÖNLICHE DINGE; DIESE DANN BITTE IN ANDEREN "ORDNERN" ODER ALS PERSÖNLICHE NACHRICHT!

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Verfasst: Mi, 26.11.2008 - 12:50
von chaleo
Ich fang mal mit dem Korsett an.
Man versucht die Wirbelsäule durch das Korsett in die richtige Haltung zu zwingen indem man die Haltung durch eine neue äußere Umgebung relativ fest vorgibt (das Korsett sollte vermutlich ziemlich starr, also wenig flexibel sein, damit es da kein großes Wechselspiel zwischen Körper und Korsett gibt sondern der Körper sich anpassen muß).
Vermutlich wird man die äußere Umgebung Stück für Stück ändern bis die Wirbelsäule die gewünschte Stellung einnimmt.
Vermutlich wird sich auch der Körper anfangs gegen das Korsett wehren und versuchen die alte Haltung wieder einzunehmen, nach einer gewissen Zeit wird er dann aber vermutlich kapitulieren und sich dem Korsett anpassen.

Sicherlich muß man deutlich zwischen einem Korsett in der Wachstumsphase und einem Korsett bei ausgewachsenenm Zustand unterscheiden.

In der Wachstumsphase ist sicherlich das Hauptziel, dass der Körper/die Knochen richtiger weiterwächst/weiterwachsen.
Im ausgewachsenen Zustand wird es hauptsächliche darum gehen, dass sich die Muskeln entprechend anpassen.

Ich denke die Kunst wird wohl darin bestehen, es so einzurichten, dass der Körper das Korsett nicht zu sehr als Stütze benützt,
bzw. es so einzurichten dass der Körper am Schluß nach dem Wegfall der Stütze dann vielleicht ein möglichst gute Haltung einnimmt.
Wie macht man das?, muß dann gegen Ende der Therapie etwas überkorrigiert werden, damit der Körper dann nach dem Wegfall der Korsetts in die gewünschte Haltung zurückfällt?
Vermutlich ist das alles nicht ganz einfach, weiss jemand ob da so ungefähr stimmt wie ich mir das vorstelle, oder welche Denkfehler mache ich?

Weiss jemand ob an der Uni eine bestimmte Theorie zu Korsetten gelehrt wird, wie die auszulegen sind, bzw. wie da vorzugehen ist (wie stark soll wann wo je nach Ausgangslage korrigiert werden?)?,
oder macht das jeder Korsettbauer vielleicht zusammen mit nem Arzt nach seiner eigenen Theorie bzw. nach seiner eigenen Erfahrung?

Verfasst: Mi, 26.11.2008 - 15:39
von Tialine
Du scheinst ja jemand zu sein, der viel zu viel Zeit hat.
Statt den ganzen Tag am PC zu hocken, würde ich Dir raten, Sport zu machen. Dann kommst Du auf andere Gedanken und verschonst uns mit Deinem krusen Zeug.

Hallo Tialine

Verfasst: Mi, 26.11.2008 - 16:15
von Eichhörnchen
Hallo Tialine,
ist Dir eine Laus über Leber gerannt oder hast Du einfach nur schlechte Laune?
Wenn Du so etwas nicht lesen willst dann las es doch einfach.
Ich denke hier kann jeder seine Kommentare abgeben ohne persöhnlich angegriffen zu werden.
Ich finde es gar nicht so verkehrt wenn jemand seine Gedanken aufschreibt.
Ich wünsche Dir noch einen schönen, stressfreien Abend
LG
Eichhörnchen

SCHROTH

Verfasst: Do, 27.11.2008 - 07:58
von chaleo
Zu Schroth,
läßt sich wohl mal ganz allgemein sagen, dass es darum geht sich seine Fehlhaltung möglichst bewußt zu machen und dann bewußt selbst aktiv dagegen vorzugehen.
Die Idee ist vielleicht auch noch, dass wenn man sehr viel bewußt gegen seine Fehlhaltung unternimmt irgendwann einem auch das Unterbewußtsein hilft gegen die Fehlhaltung vorzugehen.

Verfasst: Do, 27.11.2008 - 09:03
von chilli-pepper
Hallo chaleo,

ich finde nicht, dass du "zu viel Zeit hast"- obwohl meine Zeit recht knapp ist, bringt mich dein Post nun dazu, endlich mal wieder ausführlich zu schreiben.

Du schreibst genau über die Dinge, die in der allgemeinen Skoliose-Behandlung schief laufen können, ein Fakt der mich mehr und mehr ärgert und mich im Bereich der Aufklärung aktiv werden lässt.

Dazu die von dir gewünschten Beispiele:
1.Beispiel:
Meine Behandlung von ca 1985-89 mit einem Korsett im Alter von 14-17.
Mäßig erfolgreich durch mehrere Ursachen.
(Habe diese Zeit lange verdrängt und erst vor einigen Jahren aufgearbeitet)
So habe ich meiner alten Krankenhausakte entnommen, dass ich eigentlich schon seit meinem 11.Lebensjahr in Behandlung war- warum also hat man so viel zeit verstreichen lassen?


2.Beispiel:
Die Behandlung meiner Nichte ca 1996-98 sah in etwa so aus:
Der Kinderarzt hat lange nichts gesehen, nachdem die Eltern etwas gesehen haben und eine Überweisung zum Orthopäden verlangten, landetet sie bei einem , der auch den Ernst der Lage nicht erkannte.
Der Verlauf wurde nicht engmaschig kontrolliert, bis irgendwann der Schock kam, man versuchte noch was zu retten und verschrieb ein Korsett.
Dieses wurde in einer Kleinstadt gefertigt, von einem OT, der damit überhaupt keine Erfahrung hatte. Das Korsett korrigierte überhaupt nicht, also wurde dann ziemlich schnell eine OP empfohlen.
Eine richtige Empfehlung - nach "Richtlinien" wann welche Behandlung eingeschlagen werden sollte, haben die Eltern nie bekommen!
Jeder murkste in seinem Bereich rum und wenn es zu spät war, wurde meine "Nichte" weitergereicht.

3. Beispiel
Meine kleine Nichte ist jetzt 11, wird seit 2 Jahren "beobachtet".
Ihre beginnende Skoliose haben wir entdeckt!
Die Ärzte um uns haben nicht mehr Erfahrung wie zu meiner Zeit und es liegen 26 Jahre dazwischen! Durchaus eine Erkenntnis, die mich sehr wütend macht!

Leider passiert das heute noch ganz oft- die Frage ist nun- wie kann man das ändern?! :rolleyes:

LG chilli-pepper