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Ist SCHROTH und Korsett die Lösung?

Verfasst: Mo, 10.11.2008 - 14:23
von chaleo
Ich würde jedem empfehlen selber zusätzlich noch nach einer besseren "Lösung" für sich selber zu suchen.
Was mich bei SCHROTH schon etwas stört ist, dass dort betont wird, dass die "Ursachenergründung für die Behandlung eine untergeordnete Rolle spielt".
Mir kommt das ein wenig so vor, wie wenn ein Kopfschmerztablettenhersteller sagt, die Ursache für die Kopfschmerzen sind nicht so wichtig, wir haben ja die Tabletten die gegen die Schmerzen helfen.
Sicherlich sind Kopfschmerztabletten eine segensreiche "Erfindung" und ähnlich verhält es sich bestimmt auch mit SCHROTH aber ich würde trotzdem jedem empfehlen stressarm zusätzlich noch nach besseren Lösungen für sich zu suchen (aber immer auch sehr kritisch und nach eigenem Gefühl, besondere Zweifel sind bei jeder Art von einfachen Heilsversprechungen geboten).
Ähnlich verhält es sich meiner Meinung nach mit Korsett und OP.
Sicherlich sind das in vielen Fällen indizierte Mittel, aber auch diese sollten meiner Meinung nach die Suche nach besseren Lösungen nicht ganz in den Hintergund treten lassen.
Wie denkt ihr darüber?

Ergänzung: Nachdem ich jetzt hier beim Lesen weiterer Postings gemeint habe rauszuhören dass hier teilweie so bischen ein "Kampf" zwischen OP-Befürwortern und Befürwortern der konservativen Therapie ausgefochten wird, möchte ich da ich die OP nicht im Themen-Titel erwähnt habe noch kurz sagen, dass ich mich an diesem Streit in keinster Weise beteiligen will (und kann, da ich in keinem Bereich Erfahrung habe und selbst nur den Eindruck habe dass weder die Schulmedizin, noch die Alternativmedizin wirklich dauerhaft (bzw. über einen längeren Zeitraum) zufrieden stellende Angebote hat).
Man möge mir bitte widersprechen, falls jemand wirklich anhaltende positive eigene Erfahrungen gemacht hat

Grüße

Re: Ist SCHROTH und Korsett die Lösung?

Verfasst: Mo, 10.11.2008 - 15:32
von BZebra
chaleo hat geschrieben:Was mich bei SCHROTH schon etwas stört ist, dass dort betont wird, dass die "Ursachenergründung für die Behandlung eine untergeordnete Rolle spielt".
Mir kommt das ein wenig so vor, wie wenn ein Kopfschmerztablettenhersteller sagt, die Ursache für die Kopfschmerzen sind nicht so wichtig, wir haben ja die Tabletten die gegen die Schmerzen helfen.
Whow, brauchen wir jetzt auch für X- und O-Beine eine Ursachenbegründung um sie zu behandeln, oder für Kurz- und Weitsichtigkeit um sie auszugleichen?

Ich glaube du hast nicht wirklich verstanden, was eine idiopathische Skoliose überhaupt ist.

Es handelt sich nicht um eine Krankheit, es handelt sich um eine körperliche Abnormalität die sich durch ungleichmäßiges Wachstum herausgebildet hat (eine Wachstumsdeformität) und läuft unter dem Begriff der Körperbehinderung.

Entsprechend gibt es auch Behinderungsgrade je nach Ausprägung, genauso wie es auch für Fehlsichtigkeiten unterscheidlichen Ausmaßes verschiedene Behinderungsgrade gibt.

Das Wort idiopathisch bedeutet "ohne erkennbare Ursache", will heißen hier haben sich Generationen von Menschen die Zähne daran ausgebissen, eine Ursache zu finden (mitlerweile glaubt man ein Gen lokalisiert zu haben; wovon aber bei Skoliosen, die gehäuft in Familien auftreten, ohnehin auszugehen war).

Jetzt soll also in deinen Therapieansatz, die bis heute nicht festgestellte Ursache einfließen, oder vielleicht noch die nicht existente Gentherapie?

So man die Ursache denn kennt, was genau soll es bringen, wenn sich zwischenzeitlich nun mal krumm gewachsene Strukturen ausgebildet haben? Durch Beseitigung der Ursache verwachsen die sich nicht mehr, weil egal was du änderst, die Erdanziehungskraft zeigt immer nach unten und tut weiterhin ihr Werk.

Dein Therapieansatz, nach dem wir suchen sollen, käme dem Versuch gleich, Augäpfel schrumpen oder wachsen zu lassen, damit die Sehstärke wieder stimmt.

Die Skolioseentstehung und die Skoliosebehandlung basiert auf ganz simpler normaler Phsyik. Jede idopathische Skoliose bildet sich in Folge von einseitigem Wachstum durch einseitige Belastung heraus, und jede Therapie, egal ob Schroth (mit Muskeln), das Korsett (mit Platik) oder die OP (mit Metallstäben) macht nichts anderes, als durch entgegengesetzte Krafteinwirkung die Skoliose wieder zu begradigen, im Falle von Restwachstum bei Jugendlichen ggf. den Prozess einseitigen Wachstums durch umgekehrte Belatsung umzukehren.

Es geht sowohl bei der Entstehung der Skoliose wie auch bei der Therapie einzig und allein um das Wirken physikalischer Kräfte, jeder davon nichts anderes als mechanische Energie zu Grunde liegend. Und das Energie-Erhaltungsgesetz der klassischen Physik wird dir ja wohl bekannt sein, oder?

Sinnvolle Literatur für dich zum Lesen:

wirbelsaeulendeformitaeten_konservatives_management.php

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3 ... infofor-21

Verfasst: Mo, 10.11.2008 - 16:32
von chaleo
Hallo BZebra,
es ist einfach so, dass bei mir beide Hüftgelenke verdreht sind (das ist für mich so real, realer geht es nicht für mich). Möglicherweise bin ich damit ein ziemlicher Einzelfall. Tatsache ist aber, dass ich das vor 6 Jahren auch noch nicht wahrgenommen habe und dass mir das bisher auch kein Arzt "geglaubt" hat.
Für mich reichen diese verdrehten Hüften als Erklärung für meine Skoliose. Die Hoffnung war eben, dass ich hier vielleicht auf ähnliche Erfahrungen treffe, was bisher aber nicht der Fall ist.
Ich erwarte von niemandem dass er mir glaubt aber vielleicht versteht ja der eine oder andere dass wenn das so ist wie ich es schreibe, ich das nicht ganz für mich behalten möchte.
... und du kannst mir glauben, auch wenn ich nie so eine verbogene Wirbelsäule hätte wie man sie bei extremeren Fällen öfters mal sieht, so war meine Fehlhaltung für mich desöfteren schon besch***en genug, als dass ich mir hier einen Spaß erlauben würde.
Grüße

Verfasst: Di, 11.11.2008 - 15:52
von BZebra
chaleo hat geschrieben:es ist einfach so, dass bei mir beide Hüftgelenke verdreht sind (das ist für mich so real, realer geht es nicht für mich). Möglicherweise bin ich damit ein ziemlicher Einzelfall. Tatsache ist aber, dass ich das vor 6 Jahren auch noch nicht wahrgenommen habe und dass mir das bisher auch kein Arzt "geglaubt" hat.
Für mich reichen diese verdrehten Hüften als Erklärung für meine Skoliose. Die Hoffnung war eben, dass ich hier vielleicht auf ähnliche Erfahrungen treffe, was bisher aber nicht der Fall ist.
Ganz normales und absolut häufiges Symptom bei Skoliose, haben fast alle Skoliotiker!

Deswegen sollte man sich vielleicht erst mal belesen, was Skoliose überhaupt ist, wie sie sich darstellt und eben auch wie sie sich verschlechtert sowie über die sich daraus ergebenden Behandlungsmöglichkeiten, bevor man ohne jegliches Grundwissen anfängt wild herumzuspekulieren.

Verfasst: Mi, 12.11.2008 - 11:02
von chaleo
Hallo BZebra,
habe schon ein bischen gesucht aber noch nichts gefunden (habe ich zu wenig gesucht?)
Kannst du von eigenen positiven Erfahrungen mit einer Therapie/Therapieeinrichtungen berichten bzw. Hinweise geben wo andere davon berichten?
Würde mich sehr interssieren.
Danke!

Verfasst: Mi, 12.11.2008 - 13:36
von BZebra
chaleo hat geschrieben: habe schon ein bischen gesucht aber noch nichts gefunden (habe ich zu wenig gesucht?)
Kannst du von eigenen positiven Erfahrungen mit einer Therapie/Therapieeinrichtungen berichten bzw. Hinweise geben wo andere davon berichten?
Das ist Schroth: http://www.schroth-skoliosebehandlung.de/

Keiner behandelt hier seine verdrehte Hüfte alleine, nur mit der Skoliose zusammen. Deswegen wirst du kaum was über Hüften finden.

Verfasst: Mi, 12.11.2008 - 13:58
von chaleo
chaleo hat geschrieben:Hallo BZebra,
habe schon ein bischen gesucht aber noch nichts gefunden (habe ich zu wenig gesucht?)
Hallo BZebra,
sorry, hatte meine Frage nicht deutlich formuliert.
mit dem nach was ich gesucht habe habe ich positive Erfahrungsbericht von dir gemeint,
kannst du mir da weiterhelfen?
Danke und Grüße

Verfasst: Mi, 12.11.2008 - 14:22
von BZebra
chaleo hat geschrieben:sorry, hatte meine Frage nicht deutlich formuliert.
mit dem, nach was ich gesucht habe, habe ich positive Erfahrungsbericht von dir gemeint
Ja, nach was hast du denn gesucht?

Verfasst: Mi, 12.11.2008 - 14:26
von chaleo
BZebra hat geschrieben: Ja, nach was hast du denn gesucht?
Hast du eigene positive Erfahrungen mit einer Skoliosetherapie gemacht und könntest du diese Erfahrungen bitte beschreiben bzw. hast du sie schon irgendwo in diesem Forum beschrieben?

Verfasst: Mi, 12.11.2008 - 14:33
von BZebra
chaleo hat geschrieben:Hast du eigene positive Erfahrungen mit einer Skoliosetherapie gemacht und könntest du diese Erfahrungen bitte beschreiben bzw. hast du sie schon irgendwo in diesem Forum beschrieben?
Positiv Erfahrungen: Rahmouni Korsett, Schroth, Vojta

Negative Erfahrungen: Allgemeine Physiotherapie, Klapp'sches Kriechen, Niederhöffer, Schwimmverein (hat alle nichts gebracht außer eventuell noch Mobilisierung der WS, was schlecht ist).

Geschrieben habe ich das ganz sicher irgendwo in meinen Postings verteilt. Wo genau kann ich dir nicht sagen. Noch mal neu schreiben bringt für dich nichts, weil es sich nicht auf deine Situation bezieht.

Hier findest du Bilder: viewtopic.php?t=1853
Das bezieht sich aber alles auf Therapie im jugendlichen Alter und während des Wachstums.

Verfasst: Mi, 12.11.2008 - 15:07
von chaleo
BZebra hat geschrieben: Positiv Erfahrungen: Rahmouni Korsett, Schroth, Vojta
Danke für diese Antwort.
Könntest du noch was zu Schroth und Vojta sagen?
Sollte man das beides machen,was findest du besser? oder ergänzt sich das?
Grüße

Verfasst: Mi, 12.11.2008 - 15:50
von BZebra
Alles weitere erliest du dir hier im Forum oder auf anderen Webseiten und Büchern am besten.

Verfasst: Mi, 12.11.2008 - 15:56
von chaleo
BZebra hat geschrieben:Alles weitere erliest du dir hier im Forum oder auf anderen Webseiten und Büchern am besten.
Darf ich fragen, warum du nicht von deinen eigenen Erfahrungen berichten möchtest?

Verfasst: Do, 13.11.2008 - 12:58
von chaleo
Hallo BZebra,
meine letzte Frage hat sich erst mal erledigt,
habe hier:
viewtopic.php?p=94203#94203
einen schönen Bericht von dir gefunden, mit dem ich was anfangen kann.
Danke!