Wunschtherapie?

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
Antworten
chaleo
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 147
Registriert: Di, 21.10.2008 - 11:04
Wohnort: Stuttgart

Wunschtherapie?

Beitrag von chaleo »

Ich sage euch mal wie ich mir eine Therapiemethode für meine ungute Körperhaltung mit leichter Skoliose ungefähr realistisch wünschen würde.
Ich könnte sie mir so vorstellen, dass man in etwa 37° warmem Salzwasser schwebt und an den Füssen (oder vielleicht auch nur an einem, das müsste man ausprobieren) angebunden (an ein Seil) wäre und ebenso an den Händen (Handgelenken entweder an einem oder auch an beiden, s.o.) oder aber dass man mit den Händen sich eben an einem Griff oder an zwei Griffen festhält, die sich ebenfall an Seilen befinden. Wenn man sich festhalten muss sehe ich halt den Nachteil, dass man dazu die Unterarmmuskeln ständig anspannen muss was vielleicht nachteilig wäre.
Dann müssten die Seile mit einer periodischen elastischen Zugkraft beaufschlagt werden. Elastisch deshalb, damit die Muskeln sich nicht zu stark verspannen, periodisch damit sich die Muskeln abwechselnd an- und entspannen und man sich bei dem Wechsel der Spannung so "räkeln" kann dass sich verdrehte Muskeln/Muskelstrukturen/Gelenkstrukturen entdrehen können.
Möglicherweise wären noch Muskel entspannende Medikamente hilfreich.
Außerdem bräuchte man unter Wasser natürlich noch eine Sauerstoffversorgung.
Diese elastische Seilzugmaschine bei der sich Elastizität, maximale Zugkraft und Zug-/Entspannungs-Wechselfrequenz stufenlos einstellen lassen habe ich mir gebaut, falls jemand ne Idee hat wie sich das andere praktisch realisieren lässt (ich habe leider nicht das Geld dazu, sonst würde ich das ausprobieren) wäre ich sehr interessiert.
Ansonten denke ich dass man bei einer Therapie sich sehr stark auf die eigene Körperwahrnemung und auf das eigene Gefühl verlassen sollte.

Wie könntet ihr euch einigermaßen realistisch eine Therapie vorstellen, die euch (möglichst dauerhaft) helfen würde?
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15279
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Hallo chaleo,
Wie könntet ihr euch einigermaßen realistisch eine Therapie vorstellen, die euch (möglichst dauerhaft) helfen würde?
Jeder der eine Schroth REHA gemacht und das entsprechende individuelle richtige Körpergefühl erlernt hat, kann mehr oder weniger gut, auch mit eigener Fantasie, mit den Bewegungen und den erforderlichen Korrekturen im Alltag umgehen.
Eigentlich braucht man wahrscheinlich mindestens 2 REHA's, um sicher damit umzugehen.
Dazu bitte mal die zahleichen Erfahrungsberichte lesen.

Ich baue in mein Fitness Training auch Schroth Elemente ein und weiß auch, dass nach einer Muskel-Friktions-Behandlung einige Übungen durch die bessere Muskelentspannung besser laufen.
Jede Situation ist aber anders und deshalb kann man nicht allgemeingültig bestimmte Apparaturen auf alle übertragen.
Ich sage euch mal wie ich mir eine Therapiemethode für meine ungute Körperhaltung mit leichter Skoliose ungefähr realistisch wünschen würde.
Und damit schränkst Du den Kreis der Leute hier im Forum noch weiter ein, die Du ansprechen möchtest.

Abgesehen davon, dass ich schon gern wüßte, wie Deine konkrete Situation nun wirklich ist?
Ungute Körperhaltung mit leichter Skoliose ist keine vernünftige Diagnose.

Gruss
Klaus
chaleo
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 147
Registriert: Di, 21.10.2008 - 11:04
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von chaleo »

Hallo Klaus,
dank dir für deine Antwort. Zuerst mal will ich dir kurz sagen dass ich das prinzipiell echt gut finde was dur hier so machst (danke!) wenn ich auch nicht jede Meinung von dir teile (z.b. Beckenschiefstand uns Skoliose).

Ich kann dir bei mir leider keine Gradzahlen oder Röntgenbilder liefern. Ich sehe zwar ein dass das wünschenswert wäre und mich würde auch brennend interessieren, was man da so genau drauf sehen würde,
aber da ich vor einigen Jahren mal nen bösartige Tumor hatte lasse ich mich seither nur sehr ungern röntgen. Das is vielleicht nich ganz rational aber die ganze Röntgerei der Orthopäden aus denen sie dann doch keine vernünftige Therapie ableiten können finde ich schon ziemlich nervig (spreche hier nur von meinen persönlichen Erfahrungen).
Wie schon mal erwähnt hatte mir mal ein österreichischer Orthopäde
nach einem Skiunfall mit etwa 15 erzählt das ich eine Skoliose im BWS-Bereich hätte, aber das wars dann auch schon, mir sagte das gar nichts. Diese Verdrehung spüre ich auch deutlich, irgendwie ist vor allem meine linke Schulter nach hinten verspannt/verdreht. Diese Röntgenbild habe ich aber leider auch nicht.

Ansonsten hatte ich mal mit etwa 17 ständig so ein pulsierende Kribbeln im linken Bein (erkläre ich mir heute durch dadurch das das Bein verdreht ist und das hatte dann eben was mit dem Pulsschlag zu tun, diesen Rhythmus hatte es auch). Die Neurologin hatte aber nichts gefunden und eine MS vermutet und wollte mir 2 Wochen Kortison-Infusion geben (unglaublich aber wahr!!!!!!)
Ansonsten halt noch Tinnitus, Sodbrennen, Reizdarm und so Geschichten, die ich für mich auf meine Körperhaltung zurückführen.

Ach ja, Dr. Hoffmann hat mir mal ne Skoliose diagnostiziert aber nur nach dem Beugetest, röntgen lassen wollte ich mich nicht. Wir hatten auch ne Reha beantragt die aber abglehnt wurde vermutlich da ich keine konkreten Schmerzen angab...

Wie gesagt mach ich jetzt eben seit etwa 5 Jahren meine eigene Therapie und bin daher eben für mich nach eigenem Gefühl ziemlich sicher dass meine Beine im Becken-/Hüftbereich verdreht sind.
Es ist für mich echt erstaunlich, was sich da auch in meinem Alter noch bewegen kann aber sicherlich ist es in meinem Alter schon recht mühsam.

Nochmal zur Theorie: du musst dir nur mal vorstellen wie kompliziert es ist so ein Skelett mit Muskeln gerade zu halten. Unsere Hüftgelenke sind Kugelgelenke die wirklich äußerst labil sind, wenn da nicht alles optimal läuft ist eine verdrehte verspannte Halung vorprogrammiert. Bei den einen ist die Haltung halt mehr verdreht und verspannt, bei den anderen weniger. Dass eine Skoliose bei Frauen oft ausgeprägter ist hängt vermutlich mit deren Beckenform und oder deren schwächerer Muskulatur zusammen. Jedenfalls ist für mich eine idiopatische Skoliose in den meisten Fällen eine ungute Körperhaltung, die prinzipiell auflösbar wäre, wenn man eben wüsste wie (Ergänzung: vielleicht nicht mehr in jedem Alter aber zumindest in jüngeren Jahren).

Hast du eine Ahnung, gibt es ein bildgebendes Verfahren, dass die Muskeln und Sehnen sichtbar macht?

Liebe Grüße
Zuletzt geändert von chaleo am Di, 28.10.2008 - 15:09, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15279
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

chaleo hat geschrieben:Hast du eine Ahnung, gibt es ein bildgebendes Verfahren, dass die Muskeln und Sehnen sichtbar macht?
Ich kenne keine.
Habe allerdings schon Aufnahmen gesehen, bei denen so etwas wie eine Struktur dargestelt wurde.
Das würde Dich aber überhaupt nicht weiterbringen.

Über die 3D Aufnahmen lässt sich u.a. optisch darstellen, welche Verdrehungen es gibt.
Aber auch das wird während der REHA gemacht und entsprechend behandelt.

Gruss
Klaus
minimine
Co-Admin
Co-Admin
Beiträge: 6145
Registriert: So, 17.02.2008 - 13:21
Geschlecht: weiblich
Diagnose: Skoliose
Therapie: 3x Reha (2005, 2007, 2009),
Cheneau-Korsett 12/2006-01/2008,
Rahmouni-Korsett 02/2008-10/2015
Kontaktdaten:

Beitrag von minimine »

Hallo Chaleo,
m.E. kann ein MRT Muskeln und Sehnen darstellen. Ist auch ohne Röntgenstrahlen. Vielleicht wäre das ja eine Alternative für dich.

LG
Minimine
LG
Minimine

Lerne von gestern, lebe und wirke im heute und hoffe für die Zukunft.
Albert Einstein
chaleo
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 147
Registriert: Di, 21.10.2008 - 11:04
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von chaleo »

Hallo Minimine,
danke für deine Antwort, dass werde ich längerfristig mal angehen. Vielleicht finde ich ja jemand der mir ein MRT verordnet oder vielleicht werde ich das auch selber bezahlen, das würde mich schon sehr interessieren was man da so sieht, und wie das mit meinen Empfindungen zusammenpaßt
- wenn sich auch aus so ner Aufnahme natülich nicht automatisch ne Therapie ableitet.

Mal noch ne Frage, habt ihr ne Idee warum es noch nicht selbstverständlich ist, dass jeder Patient Kopien seiner Patientenakten und Röntgenbilder und dergleichen mit nach Hause bekommt?
Wisst ihr warum einen die meisten Orthopäden (jedenfalls die, die ich kenne) für gewöhnlich nicht erst einmal intensiv manuell untersuchen sondern meist immer gleich Röntgenbilder wollen?

LG,
Chaleo
Zuletzt geändert von chaleo am Do, 30.10.2008 - 11:23, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15279
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

minimine hat geschrieben:m.E. kann ein MRT Muskeln und Sehnen darstellen
Da fällt mir ein, dass ich mal ein entsprechenes MRT habe machen lassen, bei dem neben den Wirbelkörpern auch die Muskelmasse ermittelt werden konnte, im Sinne von ausreichend oder nicht, aber z.Bsp. nicht die Myogelosen in Form von tastbaren Verhärtungen.
Genau das wäre aber hilfreich gewesen, um auch einen optischen Beweis für die Behandlungsnotwendigkeit zu haben und möglicherweise auch eine Information über die konkrete Struktur dieser Verhärtungen.

Übrigens ein offenes MRT über den gesamten Rückenbereich im Stehen (tatsächliche Belastungssituation) kostet ca. 500 €.
In Bad Salzungen habe ich mit Dr. Steffan über diese Möglichkeit gesprochen, worauf er mir ganz prakmatisch sagte, "und was haben Sie davon?" Die Schroth Übungen bleiben gleich und es muss alles generell in die Streckung gehen, um genügend Raum zwischen den Wirbeln zu haben.

Für 599 € bekommt man privat eine Skoliose Therapiewoche mit 3 D Aufnahme in Bad Salzungen. :)

Gruss
Klaus
Antworten