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Risikozuschlag PKV

Verfasst: Fr, 07.03.2008 - 16:51
von Chriss
Hallo,

ich habe ein Problem bei meiner PKV:

Ich bin 24 Jahre alt, war bis jetzt Student und habe mich nun selbständig gemacht. In einem Monat läuft meine bisherige Studenten-Versicherung ab und ich würde mich gerne in einer privaten KV versichern lassen.

Ich war in den letzen 10 Jahren nur ein Mal beim Arzt wegen eines Snowboardunfalls - das war im Jahr 2004. Dieser stellte eine leichte
Skoliose sowie einen Beckentieftand fest.

Ich hatte allerdings weder davor noch danach bis jetzt Rückenprobleme. Gott sei Dank ist alles in Ordnung.

Eine befreundete Versicherungsmaklerin machte vor ein paar Wochen bei drei PKVs eine Vorabanfrage und legte den Befund bei.

Jetzt das erschreckende Ergebnis: Die erste möchte 55% Risikozuschlag, die zweite gar 65% und die dritte nimmt mich ohne aktuelle Nachuntersuchung erst gar nicht an.

Da ich mich mit dem Thema Skoliose noch nicht so gut auskenne und deshalb die Schwere nicht einschätzen kann, hier kurz der Auszug aus meinem Befund:

Vielleicht kennst Sich ja jemand mit den medizinischen Details aus und kann mir weiterhelfen:

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Klinischer Befund:
Die Rückenmuskulatur ist kräftig. Seitneigen rechts/links 30/0/30°. Rückneigen 20°. Fingerbodenabstand 10cm. In Vorneige Rippenbuckel rechts und Lendenwulst links. Kein Klopfschmerz an der LWS. Die Hüft- und Kniegelenke sind seitengleich frei beweglich. Die Neurologie ist seitengleich.

Röntgenbefund:
Röntgen LWS in 2 Ebenen:
Linkskonvexe Ausbiegung mit Scheitel auf Höhe L1. Skoliosewinkel 10° nach Cobb.
Vermehrte Lordose der LWS.
Röntgen Beckenübersicht:
Beckentiefstand rechts 0.7cm

Therapie:
Reizstrombehandlung für die linke LWS und Beckenkamm.
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Ist der Beckentiefstand von 0.7cm und der Skoliosewinkel von 10° wirklich schon so schlimm, daß sie 55% Risikozuschlag gerechtfertigen?

Oder habe ich noch etwas anderes nicht richtig verstanden / überlesen.

Bin etwas ratlos, da 55% schon eine ganze Menge sind.

Hätte gerne zusätzlich zur PKV auch noch eine BU abgeschlossen, aber das wird dann wohl nicht einfacher :-(

Gibts da pos/neg Erfahrungen oder Tipps?

Vielen Dank für das Lesen,

Viele Grüße,
Chriss

Versuche in der GKV zu bleiben.....

Verfasst: Fr, 07.03.2008 - 17:37
von Skoli48
Hallo Chriss,

ich kann Dir von der Idee einer Privatversicherung in der KV nur abraten. Das ist nur eine Bereicherung für Ärzte und Dir schadet das am langen Ende. Kannst Du hier nachlesen. Du läufst also große Gefahr, dass Du übertherapiert wirst und sich Korsettbauer, REHA-Zentren und wenn's schlimm kommt auch noch OP-Kliniken an Dir dumm und dusselig verdienen wollen.

In der gesetzlichen Krankenkasse ist zwar auch gerade die Selbstbedienung einiger Ärzte in Form von Zuzahlungen ausgebrochen. Manche Ärzte kassieren da gesetzlich und verlangen private Zuzahlungen und verdienen dann mehr als ein Professor für die gleiche Leistung. Aber Du kannst da wenigstens durch bewußte Arztwahl noch einen Einfluss nehmen.

Mit dem Risikozuschlag liegst Du wahrscheinlich gleich von Anfang an beim Höchstsatz der gesetzlichen Krankenkasse und wenn Du dann irgendwann eine Familie versichern mußt bringt Dich das um. Wenn Du Dir einen Luxus gönnen willst würde ich eine Zusatzversicherung zur GKV für ein 1- oder 2- Bettzimmer mit Chefarztbehandlung bei kräftiger Selbstbeteilung abschließen. Das brauchst Du dann wirklich nur wenn es ganz dick kommt. Mit der Selbstbeteiliguung hälst Du Deine Beiträge unter Kontrolle und hast aber für den Fall von langen Krankenhausaufenthalten nur ein begrenztes Risiko.

Beachte auch, dass einmal PKV immer PKV heist - da gibt es keinen Weg zurück.

LG Skoli48

Verfasst: Fr, 07.03.2008 - 17:40
von N Joy
Hallo,
ich habe mich vor paar Jahren auch Selbstständig gemacht und habe eine gesetzliche Kasse zu freiwilligen Versicherung gewählt....
Warum:
Ganz einfach, weil die mich ohne Einschränkungen und Fragen genommen haben und was mir wichtig war und auch ist, in der Gesetzlichen ist die Familienversicherung inbegriffen und wenn ich mal bei ner Privaten war und dann zu einer gesetzlichen KK wechseln wollte, müsste ich erst ne sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle haben um wechseln zukönnen.
Bei der Privaten zahlst du halt wenn du Familie hast für jedes versicherte Familienmitglied extra.

Lass Dich von der Vertreterin insofern genau aufklären.

LG N Joy

Hallo

Verfasst: Fr, 07.03.2008 - 20:38
von eric
Mir ist es ähnlich ergangen als ich verbeamtet wurde und eine PKV suchte. Vile lehneten mich rigeros ab, andere wollten irrsinnige Zuschläge und andere hatten gewisse Krankheiten "ausgeschlossen" - all das kam für mich nicht in Frage.
Ich suchte weiter und fand ein PKV die all das gennante nicht verlangte und mit der ich heute noch sehr zufrieden bin: Die Barmenia.
Gruß eRic

Verfasst: Sa, 08.03.2008 - 11:09
von Klaus
Zum eigentlichen Befund:
Skoliosewinkel 10° nach Cobb.
Das ist fast nichts.
Vermehrte Lordose der LWS.
Das ist eine Hyperlordose(Hohlkreuz), was vermuten lässt, dass Du möglicherweise eine Hyperkyphose (Rundrücken) hast.
Das ist oft mit einer geringen Skoliose verbunden, wie Du sie hast.

Offenbar ist hier nur die LWS geröntgt worden, das ist nicht ausreichend!
Du brauchst eine Ganzaufnahme Deiner Wirbelsäule von vorn und von der Seite!!

Gruss
Klaus