leichte Skoliose bei 14jährigem

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Angela S.

leichte Skoliose bei 14jährigem

Beitrag von Angela S. »

Hallo, mein Sohn Clemens war am Freitag beim Orthopäden, weil er seit einiger Zeit Rückenschmerzen hat. Diagnose nach einem Röntgenbild war Skoliose und Scheuermann, die genaue Bezeichnung lautete: "Haltungsstörungen der Wirbelsäule - angeboren - Skoliose
Nicht fixierte strukturelle:Haltungsschäden der Wirbelsäule mit Muskelinsuffizienz, -dysbalance und -verkürzung, Muskelspannungsstörung". Ich habe das ganze letzte Wochenende im Netz gesurft, um überhaupt mal zu erfahren, was das für eine Krankheit ist. Irgendwann bin ich natürlich in diesem Forum hängengeblieben. Montag habe ich dann erstmal beim Orthopäden angerufen und ihn gefragt, ob die allgemeine Krankengymnastik, die Clemens jetzt machen soll, wirklich so viel bringt, wie stark Clemens betroffen ist und wie die Prognose seiner Meinung nach ist. Seine Antworten lauteten ähnlich wie bei Katrina (?), deren Tochter betroffen ist. Ein wenig Gymnastik (nach Schroth oder Bobath etc. muss nicht sein) - der Scheuermann geht von allein weg -, bis Clemens ausgewachsen ist und dann ist gut. Natürlich könnte man die Wirbelsäule vermessen lassen, aber das sei wohl nicht nötig (kostet nur unnötig Geld, das die Krankenkasse nicht bezahlt). In seinem Fall wären es nur 12 - 13°, das sähe er schon so. Da muss man sich keine Sorgen machen, das passiert schon mal, wenn ein Junge so schnell so viel wächst.
Inzwischen habe ich mit der Krankenkasse ein langes Gespräch geführt, die würden die Vermessung natürlich bezahlen, wenn der Arzt meint, dass es nötig ist. Leider konnte man mir dort aber auch keinen spezialisierten Arzt in Hamburg nennen. Ich bin jetzt total verunsichert. Ist es wirklich so, wie der Orthopäde sagt, dass ich mir völlig umsonst Sorgen mache, oder sollte ich vielleicht doch nochmal nachhaken?
Ich danke Euch Allen schon mal im Voraus für jeden Tipp.
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sloopy
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DU mußt jetzt handeln!

Beitrag von sloopy »

Angela S. hat geschrieben: Ist es wirklich so, wie der Orthopäde sagt, dass ich mir völlig umsonst Sorgen mache?
Nein, nein, nein, auf keinen Fall ist es umsonst! Dein Sohn hat eine Wirbelsäulenverkrümmung und dein Arzt ist nicht mal im Stande, den Grad der Verkrümmung zu bestimmen (sonst hätte er es gemacht). Es ist QUATSCH, dass eine Krankenkasse die Vermessung nicht bezahlt.

Dein Sohn braucht eine richtige Diagnose von einem kompetenten Arzt, eine Wirbelsäulenganzaufnahme (anhand derer man dann die Gradzahl messen kann, soll und muss!!!) und die richtige Therapie (Reha in Salzungen oder Sobernheim und anschliessend tägliche KG zu hause).

Mit 14 Jahren hat dein Sohn noch viel Wachstum vor sich, da muss er wirklich aufpassen, was er tut! Irgeneine KG hilft ihm überhaupt nicht, er muss Schroth erlernen. Außerdem braucht er ggf. ein Korsett (je nach Gradzahl, die ist jetzt erst mal das wichtigste). Ein Orthopäde, der die Gradzahl ohne Vermessen einfach so schätzt, handelt fahrlässig und sollte kein Geld mehr an dir verdienen können!

Entschuldige die direkten Worte, aber ich werde fuchsteufelswild, wenn ich sowas lese! *ggrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr*! Dein Handeln ist jetzt gefragt!

sloopy
Mein Thread: Mein CCtec (Erwachsenen)korsett und ich

"Bewahre mich vor dem naiven Glauben,es müsse im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen." (Antoine de Saint-Exupéry)
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Beitrag von netkitty »

Die Vermessung ist ein wesentlicher Bestandteil einer fachgerechten Diagnose.
Mal ganz davon ab ist eine Vermessung jetzt nicht soooooo aufwändig (wenn mann es kann), das es ein Grund wäre es nicht zu tun.
Desshalb auf die immensen Kosten einer solchen zu verweisen, halte ich für extrem fragwürdig.
(So denke ich in diesem Fall im Übrigen auch über die Kompetenz des Arztes)
:boese: :< :boese: :< :boese:

An sonsten kann ich nur Sloopy beipflichten, sucht euch einen Arzt der euren Sohn gründlich untersucht und seht zu das er in Folge konsequent und richtig behandelt wird (das ist auf jeden Fall Schroth und nicht irrgendeine KG)
Grüsse
Nicole
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Toni
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Beitrag von Toni »

Ich kann mich Sloopy nur anschließen!
Der "Scheuermann" geht leider absolut nicht weg, wenn Dein Sohn ausgewachsen ist! Das ist ein absoluter Schmarrn!!!
Der M. Scheuermann als Wachstumsstörung hört nur auf, da das Wachstum abgeschlossen ist. Aber er hinterlässt beim unbehandelten "Scheuermann" (Verlauf sehr unterschiedlich und abhängig vom Schweregrad) eventuell ein wahres Schlachtfeld aus zermürbten Bandscheiben mit "Schmorlschen Knötchen", zerklüfteten Wirbeldeckplatten und keilförmig veränderten Wirbelkörpern. In starker Ausprägung eine Kyphose (Rundrücken) oft auch ein starkes Hohlkreuz (Hyperlordose). Ganz schlimme Scheuermänner können sogar Deckplatteneinbrüche bekommen.
Ein unbehandelter oder falsch behandelter "Scheuermann" rennt sein Leben lang eventuell mit einer fehlstatischen Wirbelsäule mit "minderwertigen" Bandscheiben rum. Eine Schmerzpatienten-Karriere ist dann relativ sicher vorprogrammiert. Ich weis aus jahrzehntelanger leidvoller Erfahrung von was ich rede!
Wenn Clemens mit 14 oft schon Rückenschmerzen hat, dann würde ich den Scheuermann sehr ernst nehmen und JETZT konsequent HANDELN!
Noch habt Ihr gute Chancen. Scheuermänner, die mit 17, 18 erst entdeckt werden, haben fast keine Chance mehr.
Ihr braucht einen kompetenten Orthopäden, der die WS vermisst und die Schwere des "M-Scheuermanns" einschätzen und beurteilen kann!
Was ist sooo schwierig daran, eine Kyphose und Lordose aus einer seitlichen WS-Ganzaufnahme mit einem einfachen Winkelmesser ( kostet im Segel-Zubehör als Navigations-Besteck ca. 20 Euro) zu vermessen und die Gradzahl nach Cobb auszurechnen ?
Das bischen Skoliose von 10 -15° ist typisch für die meisten "Scheuermänner" und im doppelten Sinne des Wortes sekundär. das kommt vom ungleichmäßigen Wachstum und Belastung der Knorpelanteile.
Noch wichtiger ist ob und welche Wirbelkörper sich bereits keilförmig verändert haben und ob schon ein Rundrücken/Hohlkreuz entstanden ist.

Clemens hat als Junge noch ca. 3-4 jahre Wachstum vor sich, in denen sich der Scheuermann noch sehr negativ bemerkbar machen kann.
Wäre er mein eigener Sohn, so würde ich mit meinem heutigen Wissen versuchen ihn zu motivieren, ab einer Kyphose von mehr als 45 -50° sagittal ein gutes Korsett ( Tübinger- oder Rahmouni-Kyphosen-Orthese) konsequent zu tragen. Er spart sich möglicherweise dadurch im späteren Leben eine jahrzehntelange entsetzliche Quälerei.

Auf jeden Fall eine Schroth-Reha in Bad Salzungen oder Bad Sobernheim beantragen, damit er lernt sich aktiv aufzurichten. Schroth hilft selbst bei einer 50-jährigen WS noch! Die "normale Standart-KG beübt entweder die Bauchmuskulatur gegen das Hohlkreuz- dabei verstärkt sich sogar der Rundrücken in der BWS. Die Versuche die Kyphose mit Standart-KG aufzudehnen und aufzurichten haben bei mir zu MEHR Schmerzen und Blockaden geführt. NUR SCHROTH wirkt auf das gesamte tiefe, innere Muskelkorsett zur Aufrichtung!
Wenn Ihr in HH keinen kompetenten WS-Orthopäden findet, dann würde ich dringend empfehlen, Dr. Steffan in Bad Salzungen aufzusuchen!

Wenn ihr etwas mehr Infos zum Thema Scheuermann wollt:
http://www.ebenhoeh-dr.com/Schulerseite ... rmann.html

Gruß Toni
truetschel
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Leichte Skoliose bei 14 jährige

Beitrag von truetschel »

Hallo Angela,
bei euch in Hamburg gibt es eine aktive Selbsthilfegruppe für Skoliose,sie haben auch eine Kindergruppe. Klicke einmal den Link-Selbsthilfegruppe an.
Internetadresse:www.skoliose-hamburg.de

Frau Lukas wird dir bestimmt einen erfahrenden Arzt in Hamburg sagen.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche nach einen erfahrenden Arzt.

Es Grüßt dich
Lydia Truetschel
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Angela
Hat der Orthop. 2 Ganz-WS oder 4 Teil-WS RöBi´s gemacht?
BWS und LWS getrennt von der Seite und von hinten?
Geh nochmals zu dem Orthopäden und verlange einen sorgfältigen Befund, der MINDESTENS folgende Angaben enthält:

Seitabweichung -Skoliose der WS lumbal und thorakal in Winkelgraden nach Cobb.
Abweichung der WS sagittal LWS-Lordose und BWS-Kyphose in Winkelgraden nach Cobb.
Beweglichkeit der WS durch Vorneigungs-Längenveränderungsmessung nach Schober und Ott.
Rotation der Wirbelkörper nach Nash und Moe.
Welche Wirbel mit Nummern ( z.B. Th x bis y oder L x-y) sind betroffen und eventuell bereits keilförmig? Sind "Schmorlsche Knoten" und oder Osteochondrosen sichtbar?
Diese Messungen und Befunde gehören selbstverständlich zu einer ordentlichen Scheuermann und Skoliose-Diagnose! Wie will man denn in 1-2 Jahren feststellen was sich wie verschlechtert hat oder gleichgeblieben ist, wenn nicht sorgfältig vermessen wird. Wenn solche Messungen Sonderleistungen sind, die von den KK nicht bezahlt werden würden, dann wäre z.B. Dr. Hoffmann längst pleite.

Für den wirklich wirbelsäulenkompetenten Orthopäden sind das 2 Minuten am Röntgenguggi, ein paar Striche, 4 mal ein Geodreieck angelegt und eine halbe Minute mit dem Taschenrechner.

Was sind die konkreten Therapievorschläge? der weitere Therapieplan?
Irgendeine Standard-KG kanns wirklich nicht sein!
Wenn der Orthopäde darauf nicht eingeht (oder sogar wütend wird, weil er sich ertappt fühlt), dann besteht auf die Herausgabe der Röntgenbilder und eine Facharztüberweisung zu Dr. Steffan!

Ich hatte auch jahrelang den Riesenfehler gemacht und mich mit der scheinbar üblichen Ignoranz und Inkompetenz div. "Fachärzte" uns Scheuermännern gegenüber abgefunden.
Jetzt erst weiß ich was gute und befundgerechte Therapie für unsere "bescheuerten" Wirbelsäulen ist.
Habe Mut und fordere! Clemens hat noch Zeit und ein Recht auf eine gute Therapie!

Gruß Toni
peter 1
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Re: leichte Skoliose bei 14jährigem

Beitrag von peter 1 »

Hallo Angela,
ich bekräftige speziell die Empfehlung von Lydia Truetschel, mit dem "Skoliose-Selbsthilfe-Kreis-Hamburg" (so heißt die Gruppe offiziell) Kontakt aufzunehmen. Die Leute haben echt Ahnung! Leiterin ist Frau Brigitte Lucas, Telefon:040 / 6724428. - Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Skoliose-Sprechstunden in orthopädischen Kliniken gemacht. Skoliose-Spezialkliniken mit Ambulanz gibt es in Kiel (www.skoliose.de) mit Prof.Hopf und in Neustadt in Holstein (www.schoen-kliniken.de) mit Prof.Halm. Du mußt mit Deinem Sohn nicht gleich bis nach Bad Salzun-gen fahren. - Gute Korsettbauer kennt die Hamburger Gruppe auch.
Gruß, Peter in der Heide.
Angela S.

Beitrag von Angela S. »

Hallo Ihr Lieben,
das waren ja schon eine Menge Antworten, damit habe ich gar nicht gerechnet - vielen Dank dafür. Vor allem dafür, dass Ihr mir durch Eure Antworten das Gefühl gegeben habt, doch nicht hysterisch zu sein, sondern dass es wichtig ist, dass man sich kümmert.
Um die eine oder andere Frage, die zwischendurch auftauchte zu beantworten:
Es wurden 2 Röntgenbilder gemacht, und zwar so ca. vom Hals an bis max. zum Ende der Rippen runter. Einmal von hinten und einmal von der Seite. Außer der Krankengymnastik 6 x ist bis jetzt nichts anderes geplant außer dem nächsten Besuch beim Doc im Oktober. Davon, dass die Krankengymnastik weitergeführt werden soll, hat er nichts gesagt.
Übrigens hat Clemens jetzt keine Rückenschmerzen. Es hatte sich bei der KG herausgestellt, dass er sich den Rücken irgendwie verrenkt hatte.
Vielen Dank für den Tipp mit der Selbsthilfegruppe in Hamburg, habe ich gleich Kontakt aufgenommen. Obwohl wir wohl eher nach Bad Salzungen kommen, da wir nächste Woche dort eine meiner Tanten besuchen, aber da werden wir wohl so kurzfristig keinen Termin bekommen, oder? :)

Spaß beiseite. Natürlich werde ich mich hier in Hamburg umsehen, denn ich glaube, so gern mich meine Tante hat, dauernd könnte ich ihr denn doch nicht auf der Pelle sitzen.
Liebe Grüße
Angela
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Angela

Ich hab wirklich keine Ahnung, welcher Arzt/ Orthopäde bei Scheuermann und Skoliose echt kompetent ist. Der weder gleich zum operieren schickt oder den Scheuermann bagatellisiert, sondern wirklich befundgerecht handelt.
Die Profs. Dr´s Hopf und Halm sind sicher hervorragende WS-Chirurgen, mit die Besten in Deutschland. Aber sie schon aufzusuchen, solange die WS noch nicht mal vernünftig vermessen und befundet ist?
So wie es aussieht bekommt ihr in Hamburg weder eine Schroth-Reha, noch ein wirklich gutes Korsett (falls eines notwendig sein sollte). Das wären aber sicher die ersten Schritte, lange bevor man bei den "Top-Chirurgen" vorstellig wird!
Versuch zumindest einen kurzfristigen Termin bei Dr. Steffan zu erbitten, wenn Ihr schon sowieso in Bad Salzungen seid. Vieleicht klappts ja.
Möglicherweise war die "verrenkte" WS eine Blockade der Rippen-Wirbelgelenke.
Jugendliche mit einer WS-Fehlform können nach Heilmittelkatalog eine Dauerverordnung für KG erhalten. 6x 0-8-15 KG ist sicher keine ausreichende Therapie, weder um eine Skoliose aufzuhalten, noch um Scheuermann aus der Kyphose herauszulenken.
Was will der Orthopäde denn im Oktober machen?
Vieleicht erneut Röntgen????

Ich wünsche Clemens einen guten Weg!
Gruß Toni
peter 1
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leichte Skoliose bei 14jährigem

Beitrag von peter 1 »

Hallo Toni,
wie kommst Du zu so profunden Urteilen wie hier in Deinem letzten Beitrag? Bist Du schon mal dort gewesen? Oder "kennst Du einen, der eine Freundin hat, deren Schwester erzählt hat . . .??? Du schreibst:
1."Die Profs. Dr´s Hopf und Halm sind sicher hervorragende WS-Chirurgen, mit die Besten in Deutschland. Aber sie schon aufzusuchen, solange die WS noch nicht mal vernünftig vermessen und befundet ist?"-
Hat Dir jemand erzählt, dass diese beiden Professoren die um Rat fragenden Patienten sofort unter Psychodruck setzen, sie gleich da behalten und sofort operieren, ohne Vermessung und ohne Befunde?
2."So wie es aussieht bekommt ihr in Hamburg weder eine Schroth-Reha, noch ein wirklich gutes Korsett". - Kennst Du die Hamburger orthopädischen Kliniken und die Schroth-Therapeuten und die Korsettbauer in Hamburg? Warst Du schon mal bei dem "Skoliose-Selbsthilfe-Kreis-Hamburg?
Wenn Du die Fragen mit Nein beantworten mußt, dann solltest Du Dich mit Deinen Urteilen über die medizinische Versorgung von Skoliose-Patienten im Hamburger Raum so lange zurückhalten, bis Du ausreichend bescheid weißt.
Um Mißverständnissen durch meine jetzige Wohnadresse vorzubeugen: Ich habe 30 Jahre in Hamburg gelebt und kenne als Skoliose-Patient "die Szene" mit ihren Stärken und Schwächen einigermaßen gut.
Aus der Heide grüßt Dich Peter.
Tomma
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Beitrag von Tomma »

Moin Peter,

kann verstehen, dass du nicht voll und ganz Tonis Beitrag so hinnehmen kannst. Geht mir ähnlich. Deine Meinung kann ich aber auch nicht so einfach stehen lassen.

Ich finde es etwas unpassend, mit diesen Gradzahlen und dem doch relativ schwammigen Befund in einer WS-Klinik vorstellig zu werden. Da kann man immer noch hingehen.
Wichtiger ist es, schnell einen "besseren" Orthopäden n Hamburg zu finden. Es sollte erst genauer (!!) abgeklärt werden, wie schlimm es um Clemens WS steht und das sollte auch ein einigermaßen "kompetenter" Orthopäde in Hamburg schaffen. Bei der Arztsuche kann einem der Selbsthilfe-Kreis manchmal gute Tipps geben.
Und da sollte man nicht bis Oktober warten, sondern möglichst schnell handeln.

Die Korsettversorgung in Hamburg kann bestimmt nicht mit der Stuttgarter mithalten. Falls es sich aber "nur" um einen leichten Scheuermann und Skoliose handelt, kann man es erst mal in Hamburg versuchen. Wenn sich dann aber kein Behandlungserfolg einstellt, sollte man sich evtl. mal in Stuttgart vorstellen.
Allerdings hat sich hier schon einiges gebessert mit der Korsettversorgung. Vor 20 Jahren kamen die meisten Korsetts aus dem UKE, die waren miserabel; das UKE wollte lieber Skoliosen operieren. Heute ist das im UKE nicht viel anders, aber es gibt ja noch das Altonaer Kinderkrankenhaus. ;)

In Hamburg gibt es einige Orthopäden, die eine Schroth-Reha befürworten.

Viele Grüße TOMMA
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Peter
1. Ist hier im Forum NOCH NIE über einen Orthopäden in oder um HH berichtet worden, der eine besonders hohe Skoliose-Kyphose-Kompetenz verfügt. WARUM WOHL????
Wenn Du einen guten Arzt in oder um HH kennst, warum nennst DU ihn dann nicht einfach???? Wir wären doch alle heilfroh, wenn wir die Hamburger und Schleswig-Holsteiner NICHT nach Salzungen oder Stuttgart schicken müssten!!!

2. Galten die Altonaer Orthopädiewerkstätten bisher als besonders Kompetent in der Korsett-Versorgung. Offensichtlich bauen die aber neuerdings auch "Mist" (LEIDER) Siehe Beitrag Dr. Steffan "Entäuscht"

Ich bin heute der Meinung, daß man Jahre des experimentierens, und der Fehlbehandlung nur dadurch abkürzen oder vermeiden kann, wenn man möglichst schnell dorthin geht, wo man sicher eine wirklich qualifizierte Behandlung erhält. Solange sich nicht mehrere Personen übereinstimmend, unabhängig und öffentlich starkmachen, daß ein bestimmter Arzt oder OT wirklich sehr empfehlenswert ist, bleibe ich extrem skeptisch!

Die bisherigen Empfehlungen die Bundesverbands-Selbsthilfegruppen selbst Mitgliedern gegenüber geleistet haben waren extrem langsam in der Beantwortung und absolut pauschal gehalten.
Was sind das dann für Hilfen?
Verzeih bitte meine Entrüstung, aber Geheimniskrämerei gegenüber Ratsuchenden finde ich nicht gut.
Gruß Toni
Gast

Beitrag von Gast »

Hallo,

in Neustadt würde man euch sicher sehr gut beraten und wenn nicht genug Untersuchungsergebnisse da sind, wird halt untersucht. Sie werden euch nicht nach Hause schicken oder so. Dort wird alles für den Patienten getan - das sag ich aus eigener Erfahrung. Und zur OP gedrängt wird man da auf gar keinen Fall.
Tomma
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Beitrag von Tomma »

Der Skoliose-Selbsthilfe-Kreis Hamburg gehört nicht dem Bundesverband an. Der SH-Kreis leistet gute Arbeit. Ist rund um die Uhr zu erreichen und antwortet schnell und ausführlich. Da wird keiner schwammig abgespeist.

Einen richtigen "Skoliose-Profi" habe ich noch nicht unter Hamburgs Orthopäden gefunden. Inzwischen bin ich der "Skoli-Profi" und lass mir nichts vom Arzt auf- oder abschwatzen.
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Toni
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Beitrag von Toni »

Ich muss mich entschuldigen!
Offensichtlich darf man die unabhängigen regionalen SH-Gruppen nicht mit dem Bundesverband gleichsetzen.
Ich denke auch, wenn es in HH einen bekannten und wirklich guten Skoliose/Kyphose-Orthopäden gäbe, dann hätten wir sicher schon irgendwas darüber erfahren.
Daß in Neustadt bei Prof.Dr. Halm nicht voreilig und leichtfertig operiert wird (ganz im Gegensatz zu den meisten Unikliniken mit Skoliosesprechstunden) haben wir auch schon mehrfach bestätigt bekommen. Daß dort aber eine qualitativ gute Korsett-Therapie durchgeführt wird, wurde uns bisher leider nicht bestätigt!
Gruß Toni
peter 1
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Beitrag von peter 1 »

Ich habe meinen Beitrag "Skoliose-Szene in Hamburg" versehentlich doppelt gesendet und darum hier ein Mal gelöscht. Sorry! Peter.
Zuletzt geändert von peter 1 am Di, 29.07.2003 - 22:47, insgesamt 2-mal geändert.
peter 1
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Titel: Skoliose-Szene in Hamburg - Re an Toni

Beitrag von peter 1 »

Hallo Toni,
zuerst eine allgemeine Anmerkung zu mir: Ich will im Forum nur Schlüsselinformationen beisteuern und nur ab und an eine Stellungnahme abgeben, wenn mich etwas besonders anspricht. Nun zu Deinen letzten Fragen an mich:

1. Guter Skoliose-Orthopäde in Hamburg > Holt Euch die Informationen beim Skoliose-Selbsthilfe-Kreis-Hamburg oder bei der "Skoliose-Selbsthilfegruppe Hamburg und Ahrensburg im Bundesverband Skoliose-Selbsthilfe e.V.", die Sprecherin ist Astrid Burr, Tel.:04102/55421. Die beiden Gruppen wissen über den aktuellen Stand besser bescheid als ich. Es ist aber kein Zufall, dass ich die Skoliose-Sprechstunden der im Umkreis von Hamburg liegenden Skoliose-Spezialkliniken empfehle. Ich habe damit bessere Erfahrungen gemacht als mit allen niedergelassenen Orthopäden.

2. Die Altonaer Orthopädiewerkstätten > Auf Deine Frage: "Kennt denn keiner den Namen von dem guten OT in den Altonaer Werkstätten?" habe ich Dir mailwendend den Namen Burkhardt genannt. Ob der aber noch dort arbeitet, weiß ich nicht. Den aktuellen Stand können Dir wohl die Hamburger Selbsthilfegruppen sagen. Ich weiß, dass der Skoliose-Selbsthilfe-Kreis-Hamburg auch Korsettbauer außerhalb von Hamburg lobt (z.B.in Lübeck). - Zu den Altonaer Orthopädie-Werkstätten muß man wissen, dass diese für mehrere Orthopäden arbeiten und nach den Anweisungen der Ärzte Korsette anfertigen. Wer für ein - nach anderer Fachleute Ansicht - falsches Korsett verantwortlich ist, muß man im Einzelfall nachprüfen.

Zu Deiner Feststellung:"... Jahre des Experimentierens und der Fehlbehandlung ... abkürzen ..." Deiner so formulierten Skepsis stimme ich gerne zu. Allerdings muß man nicht mit der Stange im Nebel herumsuchen, sondern man kann Fachzeitschriften wie "Der Orthopäde" u.a. lesen, sich der Archive solcher Fachzeitschriften/Verlage bedienen und/oder eine der Landesärztekammern anrufen/anschreiben und sich dort gezielt Informationen abrufen. (Zum ersten Mal habe ich jetzt hier im Forum einen Hinweis auf Artikel in "Der Orthopäde" entdeckt!!!) - Zusätzlich sind auch die individuellen Erfahrungsberichte von Patienten eine sehr wichtige Informationsquelle, das ist keine Frage.

Zum "Bundesverband": Deiner Einschätzung kann und will ich nicht widersprechen. - Ich bin aktives Mitglied in diesem Bundesverband. Ich weiß einerseits dessen Wert für uns Skoliotiker/innen sehr zu schätzen. Ich bin andererseits einer der wenigen internen Kritiker des Verbandes. Wer die Verbandszeitschrift "Lichtblick" liest, kennt auch meine Anträge zur Veränderung der Verbandspolitik. Wenn mehr aktive junge Leute in diesem Verband Mitglied würden und bei der jährlichen Mitgliederversammlung ihre Standpunkte vertreten würden, dann würde sich der Verband auch in ihrem Sinne verändern. Skoliose hat man ein Leben lang, es nie zu spät, aktives Mitglied in diesem Verband zu werden. Nur gemeinsam sind wir stark!

In diesem Sinne grüßt Dich und die anderen Aktiven im Forum Peter in der Heide.
Faultier B.
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Beitrag von Faultier B. »

Ein absoluter Fachmann für Skoliose ist für mich Dr.Gerd Gericke in Reinbek, Tel.Nr. 040/7224043 . Er hat 12 Jahre in Cuxhaven Skoliose-Operationen durchgeführt, bevor er seine Praxis in Reinbek hatte.Ich selbst bin seit über 20 Jahren bei ihm in Behandlung. ( vorher im UKE, wo man mich mit 16 Jahren unbedingt operieren wollte, was bei dem Grad meiner Verkrümmung mittlerweile allerdings auch dringend nötig gewesen wäre.
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Beitrag von sloopy »

Beate hat geschrieben:Ein absoluter Fachmann für Skoliose ist für mich Dr.Gerd Gericke in Reinbek, Tel.Nr. 040/7224043 .
Liebe Beate,

kannst du uns bitte ein bisschen mehr über Dr. Gericke erzählen? Wir freuen uns sehr über Empfehlungen über kompetente Ärzte!

Gruß & Danke, sloopy
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"Bewahre mich vor dem naiven Glauben,es müsse im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen." (Antoine de Saint-Exupéry)
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Beitrag von Angela S. »

Noch mal Hallo!
Inzwischen habe ich mit Frau Lucas von der Skoliose Selbsthilfegruppe in Hamburg telefoniert. Sie hat mir Dr. Geraldo wärmstens an Herz gelegt. Nach ihren Aussagen ist er DER Spezialist südlich der Elbe. Er soll auch mal in Cuxhaven gewesen sein. Am Dienstag werde ich mit Clemens dort hingehen. Danach sehen wir hoffentlich klarer. Wenn nicht, haben wir immer noch die Möglichkeit, in den Herbstferien nach Bad Salzungen zu gehen. Clemens will dann sowieso wieder nach Thüringen, denn er hat dort in Schweina bei meiner Tante inzwischen viele Freunde gefunden. ;D

Viele liebe Grüße aus Hamburg-Moorburg
Angela
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