Skoliose???

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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Kasiopaja

Skoliose???

Beitrag von Kasiopaja »

Hallo zusammen.

Ich bin neu hier und hätte da eine oder vielleicht auch mehrere Fragen!

Zuerst aber mal die Vorgeschichte:

Ich habe seit ungefähr sechs Monaten Verspannungen im Schulterbereich. Das wurde dann die letzten drei Monate so schlimm, dass ich täglich Kopfschmerzen bekam, die ganz zum Schluss nicht mehr weggingen. War dann vor fünf Wochen beim Hausarzt und lies mir Massagen verschreiben, weil die früher auch immer geholfen haben. Diesmal aber nicht. Also bin ich noch mal zum Arzt und lies mir eine Überweisung zum Orthopäden geben. Eine Woche vor dem Termin hatte ich dann extreme Schmerzen im Lendenbereich, so dass ich weder sitzen noch laufen oder stehen konnte. Mit meinem "neuen besten Freund" der Bettflasche gingen die Schmerzen wieder weg. Ein ziehen blieb aber.
Nun endlich beim Orthopäden angekommen machte er Röntgenbilder von HWS und LWS. Raus gekommen ist ein Beckenschiefstand von 7 mm mit einer Verkrümmung der Wirbelsäule. Nachdem er mich eingerenkt hatte (gab nen ziemlichen Knacks in der HWS, aber keinen in der LWS) war er dann auch kommentarlos verschwunden. Die Sprechstundenhilfe drückte mir ein Rezept für eine Schuheinlage in die Hand und das wars auch schon.

Bin jetzt ein bisschen verunsichert und weiß eigentlich gar nicht wie ich mich jetzt verhalten soll!

Sind 7 mm viel??
Ist dadurch mein LWS stark oder nur ein bisschen gekrümmt, spricht man da überhaupt schon von einer Skoliose???
Wie muss ich meinen Rücken jetzt behandeln, wegen heben etc. (wir haben eine kleine Tochter und ne Baustelle daheim)?
Und was kommt da in Zukunft an Verschlimmerungen auf mich zu?

Hoffe jemand kann mir meine Fragen beantworten und mir meine Unsicherheit ein bisschen nehmen!

Vielen Dank schon mal!

Liebe Grüße
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Nun endlich beim Orthopäden angekommen machte er Röntgenbilder von HWS und LWS
Das ist schon mal grundsätzlich ein inkompetentes Vorgehen.
Du brauchst Röntgenbilder von Deiner gesamten Wirbelsäule von vorn und von der Seite.
Nur so lässt sich die gesamte Situation einschätzen, immer nach dem Motto, erst die ausführliche kompetente Diagnose, dann die entsprechende Behandlung.

Es ist grundsätzlich nicht mit Schuheinlagen getan und erst recht nicht mit einem "Einrenken".
Skoliose/Kyphose kann konservativ am besten mit der KG nach Katharina Schroth angegangen werden und ein Beckenschiefstand (meist durch die Skoliose ausgelöst) ist in den seltensten Fällen mit Einlagen zu korrigieren. Das macht man sinnvollerweise nur dann, wenn man tatsächlich unterschiedliche Beinlängen hat.

Gruss
Klaus
Zuletzt geändert von Klaus am Mi, 26.11.2008 - 11:45, insgesamt 1-mal geändert.
Kasiopaija
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Beitrag von Kasiopaija »

Vielen Dank für die Antwort.

Kann ich das so verstehen, dass noch gar nicht gesagt ist, dass ich unter Skoliose "leide"?

Ich hab gestern schon mit meinem Hausarzt telefoniert. Von der Idee einer zweiten Meinung war er prinziell nicht begeister (hatte den Eindruck). Wir sind so verblieben, dass wir den Arztbrief abwarten, der wohl morgen da sein soll.

Bedeutet das auch, dass der Beckenschiefstand durch die Wirbelsäule ausgelöst wird und nicht umgekehrt.

Muss ich mit meinem Rücken eigentlich nun irgendwas beachten um die ganze Sache nicht noch schlimmer zu machen?

Sorry meine Fragen sind vielleicht ein bisschen blöd, aber das ist alles Neuland für mich und muss mich erst mal in alles Einlesen. Wurde von der ganzen Sache überrumpelt.

Kennt vielleicht auch jemand einen guten Orthopäden im Kreis Bad Dürkheim und Kaiserslautern, der sich mit dem Thema auskennt und sich vielleicht auch mal die Zeit nimmt mich aufzuklären.

LG
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Kasiopaija hat geschrieben:Kann ich das so verstehen, dass noch gar nicht gesagt ist, dass ich unter Skoliose "leide"?
Also ich tröste hier im Forum ungern, weil das nicht wirklich weiter bringt.
Eine Skoliose in einem bestimmten Bereich wird nicht besser, wenn man auch die anderen Bereiche betrachtet. Man sieht eher, ob sie auf diesen Bereich beschränkt ist oder sich in andere Bereiche fortsetzt.
Ausserdem sollte man nicht nur frontal auf die Wirbelsäule gucken, sondern auch seitlich!
Bedeutet das auch, dass der Beckenschiefstand durch die Wirbelsäule ausgelöst wird und nicht umgekehrt
Wenn die Beine gleichlang sind, dann ist es meistens die Skoliose, die dann auch angegangen werden muss.
Kennt vielleicht auch jemand einen guten Orthopäden im Kreis Bad Dürkheim und Kaiserslautern, der sich mit dem Thema auskennt und sich vielleicht auch mal die Zeit nimmt mich aufzuklären.
Also da würde ich Dir empfehlen gleich nach Stuttgart zu fahren.
Du findest hier viele Posts, die sich mit dem Spezialisten Dr. Hoffmann beschäftigen.
siehe auch Rubrik Gesucht/Gefunden

Wie schon gesagt, erst die Diagnose, dann die Behandlung und die Gedanken über die Verhaltensweise bezüglich Rücken.

Trotzdem solltest Du hier im Forum intensiv lesen und auch mal in "Basiswissen" gehen.
Das dauert ein ganze Weile, aber Du brauchst jede Menge an Informationen, um Deine eigene Kompetenz aufzubauen. Es gibt leider nur sehr wenige Orthopäden, die sich wirklich mit Skoliose/Kyphose auskennen.

Gruss
Klaus
Kasiopaija
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Beitrag von Kasiopaija »

Ok.

Dass Dr. Hoffmann sehr gut sein soll hab ich schon gelesen. Mal schauen was mein Hausarzt morgen sagt und dann hol ich mir wohl nen Termin in Stuttgart.

Vielen Dank noch mal!

LG
chaleo
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Beitrag von chaleo »

Kasiopaija hat geschrieben: Bedeutet das auch, dass der Beckenschiefstand durch die Wirbelsäule ausgelöst wird und nicht umgekehrt.
Hallo Kasiopaija,

ich habe vermutlich auch so ne ähnliche Fehlhaltung wie du.
Bei mir habe ich den Eindruck, dass ich am besten vorwärts komme, wenn ich an meiner Beckenfehlstellung arbeite.
Diese hat aber wiederum sehr viel damit zu tun, dass meine Hüftgelenke
etwas verdreht sind (die Gelenke selbst etwas weniger, die Muskeln drumherum etwas mehr).

Das Problem ist, dass die Ärzte auf den Röntgenbildern vor allem Knochen sehen. Wenn du aber keine Knochendeformitäten hast sind diese nicht für deine Fehlhaltung verantwortlich.

Es ist vielmehr das drumherum was z.B. deine Wirbelsäule unnormal krümmt. Dieses Drumherum (Muskeln,...) kann man vermutlich bisher wenn dann nur sinnvoll mit einer MRT-Aufnahme sehen.
Für eine sinnvolle Diagnose sollte man daher eine Ganzköper-MRT-Aufnahme im Stehen machen, da nur DAMIT eine Fehlhaltung die den ganzen Körper betrifft sinnvoll zu beurteilen wäre.

Ich glaube aber nicht dass es sowas schon gibt (vermutlich gibt es MRT bisher nur im Liegen).
Da also die meisten Ärzte bisher solche Fehlhaltungen nur sehr schwer richtig beurteilen können würde ich dir vorschlagen auch intensiv mit und an deiner eigenen Köperwahrnehmung zu arbeiten.

Sicherlich wäre es hilfreich wenn du auch selber versuchst rauszufinden wo in deinem Körper etwas nicht stimmt.
Normalerweise nimmt man die Details seiner Körperhaltung nicht bewußt wahr. Was man wahrnimmt ist die Hautoberfläche und eher dumpfe Gefühle aus dem Körperinneren. Die einzelnen Muskeln kann man ja z.B. nicht so ohne weiteres wahrnehmen.
Wenn du aber vorsichtig Gymnastik machst kannst du deinen Muskeln ein wenig auf die Spur kommen und dir somit auch eher ein Bild machen, wie deine Fehlhaltung zustande kommt.
Dann kannst du versuchen selbst aktiv dich so umzustellen wie es sich für dich richtiger anfühlt...

Jedenfalls mache ich das bei mir so ähnlich...

Grüße
Kasiopaija
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Beitrag von Kasiopaija »

Hallo Chaleo,

danke für die Tipps! Körpergefühl hatt ich leider noch nie, musste immer erst weh tun, bis ich was gemerkt hab und dann noch mal ungefähr drei Wochen bis ich zum Arzt bin.
Habe mich gestern für eine Rückenschule angemeldet und habe nächste Woche einen Termin für die zweite Meinung. Mal schauen ob ich den Arzt zu Krankengymnastik überreden kann.
Habe auch meine Röntgenbilder geholt und sie meiner Schwägerin gezeigt (sie ist Arzthelferin und war jahrelang in einer Unfallklinik). Sie hat mir gezeigt, dass selbst die HWS schon eine leichte Krümmung andeutet und ich wurde ja nur bis zu den SChulterblättern geröngt. Der Arzt bei dem ich war meinte die HWS wäre absolut in Ordnung! ???
Was ihr auch noch aufgefallen ist, sind die Abstände zwischen den einzelnen Wirbelkörpern, die ziemlich unregelmäßig sind, mal größer mal kleiner. Eine "Diagnose" konnte sie mir natürlich nicht geben, es ist ihr nur aufgefallen. Bin jetzt um so gespannter was der zweite Arzt sagt.

LG Kasiopaija
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

26.11.
Kasiopaija hat geschrieben:Mal schauen was mein Hausarzt morgen sagt und dann hol ich mir wohl nen Termin in Stuttgart
Habe mich gestern für eine Rückenschule angemeldet und habe nächste Woche einen Termin für die zweite Meinung. Mal schauen ob ich den Arzt zu Krankengymnastik überreden kann.
Meinst Du nicht, dass erst einmal eine wirklich kompetente Diagnose der gesamten WS gestellt werden muss?
Und willst Du tatsächlich jetzt doch eine zweite und möglicherweise dritte, vierte und .... Meinung in Deiner Region zu einer unvollständigen Röntgenaufnahme einholen und weiter spekulieren?

Gruss
Klaus
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Beitrag von Kasiopaija »

Hallo Klaus.

Das mit dem Hausarzt ist erledigt. Bei dem Gespräch gings eigentlich nur um das Thema ob ich jetzt noch ne zweite Überweisung zum Orthopäden bekomme oder nicht.
Er ist da etwas seltsam wenns um das Thema zweite Meinung geht.

Der Arzt zu dem ich nächste Woche gehe hat mir meine Chefin empfohlen, die auch sehr schlimme Probleme mit der Wirbelsäule hat. Wäre jetzt aber ne zu lange Geschichte.

Werde gleich tacheles mit dem Arzt reden und ne Aufnahme von der ganzen Wirbelsäule fordern. Wird ja auch nicht anders gehen.
Mit der Krankenkasse hab ich auch schon gesprochen und die legen mir auch keine Steine in den Weg und meinten sogar wenn das auch nix wird soll ich gleich eben nach Stuttgart gehen oder nach Mainz in die Uniklinik.

Momentan gehts mir auch mehr um sowas wie Krankengymnastik. Die letzten 8 Tage hab ich nachts nicht mehr als 30-60 Minuten am Stück schlafen können, dann werd ich wach weil ich Rückenschmerzen hab. Die Matratze soll eigentliche Rückenfreundlich sein. Auf Experimente hab ich echt keine Lust mehr, muss ja auch 8 Stunden am Tag arbeiten.

LG Kasiopaija
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Beitrag von Klaus »

Kasiopaija hat geschrieben:Bei dem Gespräch gings eigentlich nur um das Thema ob ich jetzt noch ne zweite Überweisung zum Orthopäden bekomme oder nicht.
Mit der Krankenkasse hab ich auch schon gesprochen und die legen mir auch keine Steine in den Weg und meinten sogar wenn das auch nix wird soll ich gleich eben nach Stuttgart gehen oder nach Mainz in die Uniklinik.
Kann das sein, dass Du keine freie Arztwahl hast?
Normalerweise kannst Du jeden Arzt aufsuchen und musst notfalls 10 € Praxisgebühr zahlen! Das gilt auch für Dr. Hoffmann, er ist ein normaler niedergelassener Orthopäde.
In den Kliniken verlangen die oft eine Überweisung eines Orthopäden, aber das würde ich Dir bezüglich Mainz nicht empfehlen.
Momentan gehts mir auch mehr um sowas wie Krankengymnastik.
Bei Skoliose/Kyphose geht es nicht um irgendeine KG, sondern optimalerweise um Schroth KG. Und die muss individuell auf Deine Situation abgestimmt sein, sonst bringt das überhaupt nichts!
Der Arzt zu dem ich nächste Woche gehe hat mir meine Chefin empfohlen, die auch sehr schlimme Probleme mit der Wirbelsäule hat.
Es gibt sehr viele Probleme mit der "normalen" Wirbelsäule, bei Skoliose/Kyphose liegen die Dinge anders und da sind nun mal die wenigsten Ärzte wirklich kompetent!

Gruss
Klaus
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