Einlagen tragen oder nicht?
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Patrick S.
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- Registriert: Mo, 14.01.2008 - 16:58
Einlagen tragen oder nicht?
Ich habe schon immer eine Skoliose. Eine besondere Asymetrie meines Körpers ist mir aber nie aufgefallen. Nun bin ich 19 und mein Rücken erscheint mir plötzlich sehr unförmig. Ich ging also kürzlich zum Orthopäden. Dieser verschrieb mir Einlagen, aufgrund eines Beckenschiefstands, der Auslöser meiner Skoliose sein soll. Aber nach dem ich ich mich hier im Forum etwas informiert habe, scheint es wohl so zu sein, dass dieser Arzt völlig ahnunglos ist. Beispielsweise machte er nur eine Röntgenaufnahme meines unteren Rückens. Den Grad der Skoliose maß er nicht. Allerdings konnte ich auf dem Röntgenbild fast keine Verkrümmung erkennen.
Soll ich diese Einlagen tragen oder besser nicht? Kann es durch Einlagen auch zu einer Verschlechterung meiner Skoliose kommen? Das Thema scheint ja umstritten zu sein. Ich war auch schon bei einem anderen Orthopäden der gar nichts von Einlagen hält.
Soll ich diese Einlagen tragen oder besser nicht? Kann es durch Einlagen auch zu einer Verschlechterung meiner Skoliose kommen? Das Thema scheint ja umstritten zu sein. Ich war auch schon bei einem anderen Orthopäden der gar nichts von Einlagen hält.
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Lady S
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- Diagnose: idiopathische Adoleszenzskoliose
2013: lumbal 64°, thorakal 56°, inzwischen vermutlich deutlich mehr. - Therapie: Seit 2003 Schroth-KG, 3 Rehas in Bad Salzungen.
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Hallo Patrick,
einige Gegenfragen:
Was findest Du an Deinem Rücken "unförmig", wenn Du im Röbi fast keine Krümmung siehst? Woher weisst Du, dass Du eine Skoliose hast? Wurde der Krümmungswinkel früher schon mal gemessen?
Hat der Arzt die Beinlängen gemessen?
Wurden 3D-Aufnahmen deines Rückens mit verschiedenen Beinlängenausgleichshöhen gemacht?
Wahrscheinlich nicht
.
Vielleicht hat er Dich mit einem Fuss auf ein Brettchen stehen lassen und dann von vorne geschätzt, ob Dein Becken waagerecht ist. Wenn Du eine Skoliose hast: vergiss es! Auf diese Weise habe ich auch schon von einem Orthopäden(!) eine Schuherhöhung für die falsche Seite verschrieben bekommen. Übrigens habe ich beim Tragen sehr schnell bemerkt, dass das nicht richtig sein kann.
Ich würde Dir folgendes vorschlagen:
Wenn Du Dich hier im Forum so richtig schlau gemacht hast,
machst Du eine Fragenliste und gehst damit nochmal zu dem Arzt.
Falls Du ihn für völlig inkompetent hältst, lässt Du Dir das Röntgenbild aushändigen und gehst woanders hin. Schau doch mal unter Gesucht / Gefunden. Vor allem brauchst Du zuerst mal eine vernünftige Diagnose.
Grüsse, Lady S
einige Gegenfragen:
Was findest Du an Deinem Rücken "unförmig", wenn Du im Röbi fast keine Krümmung siehst? Woher weisst Du, dass Du eine Skoliose hast? Wurde der Krümmungswinkel früher schon mal gemessen?
Hat der Arzt die Beinlängen gemessen?
Wurden 3D-Aufnahmen deines Rückens mit verschiedenen Beinlängenausgleichshöhen gemacht?
Wahrscheinlich nicht
Vielleicht hat er Dich mit einem Fuss auf ein Brettchen stehen lassen und dann von vorne geschätzt, ob Dein Becken waagerecht ist. Wenn Du eine Skoliose hast: vergiss es! Auf diese Weise habe ich auch schon von einem Orthopäden(!) eine Schuherhöhung für die falsche Seite verschrieben bekommen. Übrigens habe ich beim Tragen sehr schnell bemerkt, dass das nicht richtig sein kann.
Ich würde Dir folgendes vorschlagen:
Wenn Du Dich hier im Forum so richtig schlau gemacht hast,
machst Du eine Fragenliste und gehst damit nochmal zu dem Arzt.
Falls Du ihn für völlig inkompetent hältst, lässt Du Dir das Röntgenbild aushändigen und gehst woanders hin. Schau doch mal unter Gesucht / Gefunden. Vor allem brauchst Du zuerst mal eine vernünftige Diagnose.
Grüsse, Lady S
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Patrick S.
- Newbie

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- Registriert: Mo, 14.01.2008 - 16:58
Meine Mutter hat unterschiedlich lange Beine und ebenso eine Skoliose. Sie sagte mir schon vor Jahren, dass ich auch eine Skoliose habe. Wahrscheinlich hat ein Arzt das diagnostiziert.
Ich kann eine deutliche Schieflage meines Brustkorbes sehen. Von mir aus - das heisst von oben - betrachtet ist meine Taile links stärker gekrümmt als rechts, dafür kann ich rechts sehen wie meine unterste Rippe raussticht. Der Arzt hat digitale Röntgenbilder gemacht und mir dann gezeigt, wie er mit seinem Programm irgendwelche Linien an das Abbild meines Beckens ansetzt . Eine Linie war dann kürzer als eine Andere, woraus er schloss das ich einen Beckenschiefstand habe. Mehr hat er nicht gemacht.
Ich stimme dir zu, dass ich umbedingt eine venünftige Diagnose brauche. Bis ich einen guten Arzt gefunden habe, muss ich aber selbst die Entscheidung treffen, ob ich die Einlagen trage oder nicht. Ich wiederhole deshalb noch mal meine Frage. Kann eine Einlage - evtl. weil die Messung falsch durchgeführt wurde - zu einer Verschlechterung meiner Skoliose führen?
Ich kann eine deutliche Schieflage meines Brustkorbes sehen. Von mir aus - das heisst von oben - betrachtet ist meine Taile links stärker gekrümmt als rechts, dafür kann ich rechts sehen wie meine unterste Rippe raussticht. Der Arzt hat digitale Röntgenbilder gemacht und mir dann gezeigt, wie er mit seinem Programm irgendwelche Linien an das Abbild meines Beckens ansetzt . Eine Linie war dann kürzer als eine Andere, woraus er schloss das ich einen Beckenschiefstand habe. Mehr hat er nicht gemacht.
Ich stimme dir zu, dass ich umbedingt eine venünftige Diagnose brauche. Bis ich einen guten Arzt gefunden habe, muss ich aber selbst die Entscheidung treffen, ob ich die Einlagen trage oder nicht. Ich wiederhole deshalb noch mal meine Frage. Kann eine Einlage - evtl. weil die Messung falsch durchgeführt wurde - zu einer Verschlechterung meiner Skoliose führen?
- Klaus
- Moderator/in

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Eine echte Beinlängendifferenz würde das Tragen von Einlagen rechtfertigen. Diese gibt es aber relativ selten.
Der Beckenschiefstand wird durch die Skoliose ausgelöst und imitiert eine Beinlängendifferenz und nicht umgekehrt.
Die Skoliose muss also behandelt werden und Einlagen sind da kontraproduktiv. Ich würde sie nicht tragen, sondern so schnell wie möglich eine kompetente Diagnose mit richtigem Behandlungsweg einholen!
Gruss
Klaus
Der Beckenschiefstand wird durch die Skoliose ausgelöst und imitiert eine Beinlängendifferenz und nicht umgekehrt.
Die Skoliose muss also behandelt werden und Einlagen sind da kontraproduktiv. Ich würde sie nicht tragen, sondern so schnell wie möglich eine kompetente Diagnose mit richtigem Behandlungsweg einholen!
Gruss
Klaus
ja ich kenne das, es wird einfach "etwas" verordnet......ob es hilft oder nicht.
ich bekam ebenfalls einlagen mit 1.5 cm ausgleich.....ebenfalls ohne röntgen,ohne vermessung ohne etwas.ich befand mich gerade mal 10 minuten im arztzimmer........
dann nach einigen monaten wurden meine schmerzen schlimmer.......ich ließ die einlagen von mir aus weg.
im dezember bei dr.hoffmann wurde ebenfalls dieser schiefstand bemerkt und bei der 3d vermessung eine erhöhung des beines simuliert wobei man sieht dass sich die skoliose vermehrt hat dadurch........also sagte er mir von vornherein dass das quatsch sei.
ich bekam ebenfalls einlagen mit 1.5 cm ausgleich.....ebenfalls ohne röntgen,ohne vermessung ohne etwas.ich befand mich gerade mal 10 minuten im arztzimmer........
dann nach einigen monaten wurden meine schmerzen schlimmer.......ich ließ die einlagen von mir aus weg.
im dezember bei dr.hoffmann wurde ebenfalls dieser schiefstand bemerkt und bei der 3d vermessung eine erhöhung des beines simuliert wobei man sieht dass sich die skoliose vermehrt hat dadurch........also sagte er mir von vornherein dass das quatsch sei.
mit dem schmerz hab ich das gelernt,was ich ohne den schmerz nie hätte lernen können....
Trage die Erhöhung schon seit über 10 Jahren...
... und bin davon ausgegangen, die Ärzte müssen es ja wissen.
Nach meinen bisherigen Recherchen gibt es mehrere Auslöser des Beckenschiefstands mit vermeintlichem Kürzerem Bein
(siehe z.b. Wikipedia unter Suche nach Beinlängendifferenz)
Hinzu kommt noch der Ansatz von Cross, die von einer Beckenverwringung durch mechanischen EInluss z.b. Sturz aufs Becken ausgeht.
Eine Skoliose muß nicht der Auslöser sein, sondern diese kann auch dadurch entstanden sein, weil der Körper versucht sich damit wieder ins Lot zu bringen, indem die Muskeln der einen Seite stärker ziehen als auf der anderen Seite (Dysbalancen und schmerzhafte Verspannungen der überlasteten Muskeln ist die Folge)
Der Oberkörper macht dann eine schöne Ausgleichsbewegung bei der ich die linke Schulter höher ziehe als die andere und den Kopf ebenfalls ins Lot ziehe = HWS Beschwerden)
Jetzt ist es aber so das diese Kompensationsbewegung deutlich nachgelassen hat und auch die Verspannungen seit ich vermehrt diese Muskulatur kräftige. Subjektiv fühle ich mich nicht mehr so schief wie vorher, eine neuerliche Röntgenaufnahme zeigte aber das sich der Schiefstand dennoch nur minimal verändert hat.
Da der Orthopäde dann wieder "nur" Einlagen verordnete und ich mal wieder abgefertigt wurde als ich mögliche Therapien nannte werde ich nun endgültig den Arzt wechseln.
Gruß
Wulff
Nach meinen bisherigen Recherchen gibt es mehrere Auslöser des Beckenschiefstands mit vermeintlichem Kürzerem Bein
(siehe z.b. Wikipedia unter Suche nach Beinlängendifferenz)
Hinzu kommt noch der Ansatz von Cross, die von einer Beckenverwringung durch mechanischen EInluss z.b. Sturz aufs Becken ausgeht.
Eine Skoliose muß nicht der Auslöser sein, sondern diese kann auch dadurch entstanden sein, weil der Körper versucht sich damit wieder ins Lot zu bringen, indem die Muskeln der einen Seite stärker ziehen als auf der anderen Seite (Dysbalancen und schmerzhafte Verspannungen der überlasteten Muskeln ist die Folge)
Der Oberkörper macht dann eine schöne Ausgleichsbewegung bei der ich die linke Schulter höher ziehe als die andere und den Kopf ebenfalls ins Lot ziehe = HWS Beschwerden)
Jetzt ist es aber so das diese Kompensationsbewegung deutlich nachgelassen hat und auch die Verspannungen seit ich vermehrt diese Muskulatur kräftige. Subjektiv fühle ich mich nicht mehr so schief wie vorher, eine neuerliche Röntgenaufnahme zeigte aber das sich der Schiefstand dennoch nur minimal verändert hat.
Da der Orthopäde dann wieder "nur" Einlagen verordnete und ich mal wieder abgefertigt wurde als ich mögliche Therapien nannte werde ich nun endgültig den Arzt wechseln.
Gruß
Wulff
Sagte der Bundeswehrarzt zu Beginn der Grundausbildung: "Ihre Rückenbeschwerden sind Gewöhnungsschmerzen."

