Auswertung der Therapie NOVOTERGUM bei Skoliose Patienten

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
W.Beermann
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Segmentale Stabilität

Beitrag von W.Beermann »

Hallo Ulaschatz! Nochmals zur segmentalen Stabilität:
http://www.physio.de/forum/read.php?f=3&i=15124&t=15110
HG,W.
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Lynn
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Beitrag von Lynn »

Hallo Klaus! Die Geräte, die in dem von dir genannten Link vorgestellt werden kenn ich von einer anderen Firma auch (David). Bei uns am Sportinstitut stehen diese auf der "Rückenstraße" :) . Im Gegenzug zu der Beschreibung auf der Abbildung wird aber bei uns beim Rückenstrecker darauf geachtet, dass wir uns nicht schon aus der gebückten Haltung "aufrollen" sondern uns relativ gestreckt nach hinten beugen bis der Rücken an diesem dargestellten Kissen ansetzt. Erst danach geschieht dann ein Aufrollen nur noch in der BWS. Ich fand gerade diese letzte Phase auch immer selbst sehr angenehm (wenn ich weniger Gewicht drauf hatte :D )
Anders herum finde ich das frühe Aufrollen mit dem Sprudelkasten vergleichbar, den man in der gebückten Position aufnimmt und sich dann aus der LWS heraus streckt. Autsch. Ich kanns ja an diesem Gerät gerne mal anders ausprobieren, aber ich hab da schon den Verdacht, dass das doch weh tun muss!!

@ Hr. Beermann: macht man das bei ihnen so?? Wenn ja, wie erklären/rechtfertigen sie das?

Die anderen drei vorgestellten Geräte haben mir ebenfalls einiges Kopfzerbrechen bereitet. War mir bisher nie sicher, ob ich sie in meinen Trainingsplan einbauen soll. Bei Skoliose ensteht ja gerade bei der Seitneigung der von B-Zebra in einem anderen Beitrag beschriebene Effekt, dass sich auf jeden Fall mindestens eine Krümmung vergrößert. Auf der anderen Seite kenne ich keine andere Möglichkeit derartiges Krafttraining an Geräten zu absovieren. Ich frage mich da, ob nicht vielleicht doch der Nutzen, nämlich der Kraftzuwachs dem Schaden, nämlich der zeitlich begrenzten, aber durch Gewichte belastete Krümmung überwiegt. Es ist klar, dass dies nicht für progrediente Skoliosen gelten kann!!

Herr Beermann, der Beitrag über die segmentale Instabilität ist leider etwas zu komplex, als dass ich ihn jetzt schon bearbeiten könnte ;) Geben sie mir nochmal etwas Zeit :D

Soviel vorerst,
Ulaschatz
~ ehemals Ulaschatz ~
W.Beermann
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Aufrollen im LWS/BWS-Extensions-Gerät

Beitrag von W.Beermann »

Hallo Ulaschatz!
Es gibt nur 2 Gerätesysteme, bei denen eine Ansteuerung tiefer Rückenmuskelschichte mittels EMG-Analysen nachgewiesen wurden. Dies sind die DAVID-Geräte, die Sie, Ulaschatz, kennen und die FPZ-Systems von der Fa. Schnell.
Zitat von oben:
"Hallo Klaus! Die Geräte, die in dem von dir genannten Link vorgestellt werden kenn ich von einer anderen Firma auch (David). Bei uns am Sportinstitut stehen diese auf der "Rückenstraße" :) . Im Gegenzug zu der Beschreibung auf der Abbildung wird aber bei uns beim Rückenstrecker darauf geachtet, dass wir uns nicht schon aus der gebückten Haltung "aufrollen" sondern uns relativ gestreckt nach hinten beugen bis der Rücken an diesem dargestellten Kissen ansetzt. Erst danach geschieht dann ein Aufrollen nur noch in der BWS. Ich fand gerade diese letzte Phase auch immer selbst sehr angenehm (wenn ich weniger Gewicht drauf hatte :D )"
Wir legen geringste Gewichte in der Therapie von Rückenschmerzpatienten auf, und: um segmental zu trainieren, muss man sich Wirbel für Wirbel aufrollen. Trotz aller Geräte: 50% des Therapieerfolges liegt in der korrekten Bewegungsausführung, der Konzentration des Patienten auf die segmentale Stabilisation, d.h. der Körperwahrnehmung des Patienten. Ich kann mir eine spezifische Rückentherapie mit einer Betreuungsintensität von über 1:3 überhaupt nicht vorstellen.
Unsere Physiotherapeuten müssen ein 1-jähriges theoretisches und praktisches Schulungssystem durchlaufen, um kompetent genug zu sen, chronische Rückenschmerzpatienten zu betreuen.
Generell wurde nachgewiesen, dass tiefe Rückenmuskelschichten http://www.anatom.uni-tuebingen.de/docs ... honeRM.pdf gymnastisch nur unzureichend angesteuert werden können (EMG-Analysen im kinieoslogischen Labor der Uni Dortmund unter Prof. Starischka).
Um Schroth-Übungen in ihrer segmentalen Ansteuerung zu untersuchen, müssten sich entsprechend geschulte Therapeuten und Patienten entsprechend untersuchen lassen. Aber Wissenschaft ist in der Physiotherapie noch nicht etabliert.
HG, W.
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Seitneigung und Rotation

Beitrag von W.Beermann »

Hallo Ulaschatz!
Die segmentale Muskulatur besteht aus einem medialen Trakt, einem lateralen Trakt und einem transverso-spinalem Trakt ( siehe link des vorheriger Beitrag). In der Streckung und Beugung kann nur der mediale Trakt therapiert werden. Allein durch die Seitneigung und Rotation kann das Wirbelsäulensegment in allen Ebenen stabilisiert werden.
Die segmentale Stabilität ist für mich wichtig.
HG, W.B.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Also ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Übung IVin diesem LINK
http://www.manager-magazin.de/magazin/a ... 44,00.html

für meine Hyperkyphose gut ist.
Ich rolle mich ja nicht nur Wirbel für Wirbel auf, sondern auch ab und schön in die Hyperkyphose hinein.

Das trifft in diesem Fall ja auf Hyperkyphosen in allen Bereichen der WS zu.

Vielleicht kann ula da mal direkt :) recherchieren.


Gruss
Klaus
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Lynn
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Beitrag von Lynn »

He danke! Was sie mir da zu lesen vorgeschlagen haben ist Stoff für eine ganze Vorlesung, oder?? Na dann... braucht meine Antwort wohl noch etwas Zeit. :D
~ ehemals Ulaschatz ~
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Auf-und Abrollen

Beitrag von W.Beermann »

Hallo Klaus!
Was da im Managermagazin steht, ist teilweise absoluter Schwachsinn. Ein Beipiel: Das Extensionsgerät schaltet über eine Beckenfixierung die Gesäß- und Extremitätenmuskeln aus, weil ansonsten nur Hilfsmuskeln tätig sind. Besser sehen kann man die Geräte unter www.schnell-online.de und da unter FPZ-Systems.
Beim Aufrollen streckt sich die wirbelsäulenstabilisierende Muskulatur Wirbel für Wirbel entlang des Lordoseposter. Danach richtet die BWS-Muskulatur die BWS auf bis in die vollständige Streckung mit einer leichten Außenrotation der Arme.
In der Bewegungsumkehr rollt sich die WS von oben (BWS) nach unten ein(LWS).
Die unmittelbare Wirkung, wie uns jeder Patient bestätigt, ist eine bewußte aktive Streckung der Wirbelsäule im LWS-und BWS-Bereich.
HG, W.B.
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Beitrag von Klaus »

W.Beeermann hat geschrieben:Was da im Managermagazin steht, ist teilweise absoluter Schwachsinn
Ich sprach nicht vom Text, sondern von der Übungsausführung und die ist nun mal nur in dem angebenen LINK zu verfolgen.
W.Beermann hat geschrieben:Die unmittelbare Wirkung, wie uns jeder Patient bestätigt, ist eine bewußte aktive Streckung der Wirbelsäule im LWS-und BWS-Bereich
Ok, wenn das tatsächlich Hyperkyphose-Patienten sind, die durch diese Übung langfristig aus ihrer Kyphose herauskommen, dann kann ich dass nur zur Kenntnis nehmen, aber glauben kann ich das irgendwie nicht. Sorry.
Für mich kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, warum ich bei meiner tiefsitzenden Hyper-Kyphose (BWS 11/12) meine überdehnte Rücken-Muskulatur noch weiter dehnen soll, indem ich die Wirbel vollständig abrolle.
Allein die Schmerzen, die in so einer Haltung bei mir entstehen, halten mich davon ab.


Gruss
Klaus
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Überdehnte Kyphose mit Schmerzen

Beitrag von W.Beermann »

Hallo Klaus!
Die Bewegungen im Gerät werden grundsätzlich im schmerzfreien Bereich durchgeführt.
Unsere Therapie hilft Hyperkyphotikern gerade denen mit Schmerzen, besteht aber nicht nur aus 1 Übung im LWS/BWS-Extensionsgerät.
HG, W.B.
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Skoliosepatienten

Beitrag von W.Beermann »

Hallo liebe SkoliosepatientInnen!
Mittlerweise haben 84 SkoliosepatientInnen das 3-monatige Aufbauprogramm mit Kontrollanalyse durchgeführt. In der Qualitätsbefragung werden sowohl die Kompetenz und die gute Betreuung mit einer 95%-igen Zustimmung von den PatientInnen gelobt.
Auch bei den 20 PatientInnen unter 20 Jahren wurde noch keine Verschlechterung des Skoliosewinkels festgestellt. In dieser Patientengruppe reduzierten sich die Schmerzen am meisten.
Neuerdings führen wir den Heidelberger Kurzfragebogen durch (www.uni-heidelberg.de/presse/news05/2511wann.html ). 74% der SkoliosepatientInnen chronifizieren demnach höchstwahrscheinlich.
Bis dann,
W.Beermann
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Beitrag von W.Beermann »

Noch mal zum Heidelberger Kurzfragebogen!
http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/1 ... in/schmerz
HG, W.B.
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Skoliose und chronische Rückenschmerzen

Beitrag von W.Beermann »

Hallo zusammen!
Vielleicht erklärt diese Studie, warum so viele PatientInnen, die eine Skoliose haben, auch chronische RückenschmerzpatientInnen sind.
http://www.medica.de/cipp/md_medica/cus ... cal_lang,1
H.G.,W.B.
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Auswertung mittlerweile von 252 Skoliosepatienten

Beitrag von W.Beermann »

Hallo Miteinander!
Mittlerweile sind 252 Skoliosepatienten bei Novotergum behandelt worden.
Die Qualitätsbewertungen sind weiterhin außergewöhnlich positiv.
55 Skoliosepatienten nehmen an der DAK-Studie teil, die von Prof. Freiwald ausgewertet wird.
http://www.presseecho.de/vermischtes/NA3730895480.htm
HG, W.B.
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Beitrag von Lynn »

Entschuldigung, dass ich mich durch die Links noch nicht ganz durchgelesen habe (mach ich aber noch). Die Studie ist weiterhin eine reine Fragebogenstudie, oder?

MfG Ula
~ ehemals Ulaschatz ~
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Nur Fragebogen?

Beitrag von W.Beermann »

Hallo Ulaschatz!
Neben den Fragebögen werden die Patienten in der DAK-Sudie noch bezüglich Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer gemessen.
Mittlerweile haben aber etliche PatientInnen unter 20 Jahren eine 3-D-Messung vorher wie nachher durchgeführt. Die behandelnden Orthopäden haben bisher bei keiner PatientIn eine Verschlechterung des Skoliosewinkels während der Therapie festgestellt.
HG., W.B.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Was mir auffällt, ist, dass mit keinem Wort Skoliose/Kyphose oder Wirbelsäulenveränderung erwähnt wird.

Das erinnert mich leider zu stark an die Fitness-Studios, bei denen es um Probleme des "normalen" Rückens geht und die verschiedenen Ansätze, diese mehr oder weniger erfolgreich anzugehen.

Ich denke, da muss man die Presse schon eindeutiger informieren und von den Unterschieden in der Behandlung sprechen.
Aus der hier schon lange bestehenden Diskussion zu Novotergum sollten die Strategien speziell bei Skoliose/Kyphose doch besser vermarktungsfähig sein. :)
Alles auf chronisch kranke Schmerzpatienten zu reduzieren ist für mich nicht der richtige Ansatz!
Oder gibt es da Probleme?

Gruss
Klaus
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Beitrag von Lynn »

Also, ich finde es trotzdem gut, dass Studien in diesem Bereich stattfinden. Wie lange geht diese Studie? Über welchen Trainingszeitraum werden die Probanden befragt? Gibt es auch ältere Teilnehmer? Wie urteilen diese dann? Und was genau heißt "etliche Patienten haben eine 3D-Messung" durchgeführt? Wie viele sind "etliche"?

MfG Ula
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gast001

Re: Nur Fragebogen?

Beitrag von gast001 »

W.Beermann hat geschrieben:Mittlerweile haben aber etliche PatientInnen unter 20 Jahren eine 3-D-Messung vorher wie nachher durchgeführt. Die behandelnden Orthopäden haben bisher bei keiner PatientIn eine Verschlechterung des Skoliosewinkels während der Therapie festgestellt.
HG., W.B.
Gemessen mit 3D???
Wie groß waren die Winkel vor der Therapie???
Wie lang ging die Therapie???
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Beitrag von Lynn »

Gast, ich hab mir schon vorgestellt, das jemand an der 3D-Vermessung Kritik findet, aber in diesem Fall ist sie durchaus ausreichend, da es um einen vorher-nachher-Verleich geht. Bei Skoliose kann man diese Messung im Rahmen DIESER Studie schon heranziehen. Finde ich ok.
Grüße, Ula
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Beitrag von Klaus »

W.Beermann hat geschrieben:Die behandelnden Orthopäden haben bisher bei keiner PatientIn eine Verschlechterung des Skoliosewinkels während der Therapie festgestellt
.
Was ist das für ein Erfolg?

Nochmal:
Wir reden hier von Skoliose/Kyphose Patienten, die eine Verbesserung ihrer Gesamt-Situation erreichen wollen.

So hat man den Eindruck, dass es um die Reduzierung der Schmerzen geht, bei der sich "glücklicherweise" die Winkel nicht verschlechtern, aber offenbar auch nicht verbessern!

Nach den bisherigen Aussagen von W. Beermann ist das nicht der Ansatz bei Novotergum.

Gruss
Klaus
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