Nur Dr. Hoffmann und Rahmouni? Alternativen im Norden?

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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Mischidel
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Nur Dr. Hoffmann und Rahmouni? Alternativen im Norden?

Beitrag von Mischidel »

Hallo in die Runde,

ich bin ja auch noch relativ neu hier im Forum und muss feststellen, dass das ganze Forum sehr Dr. Hoffmann und Rahmouni lastig ist. Kann sein, dass ich mir jetzt ganz viele "Feinde" gemacht habe, aber gibt es wirklich keine anderen Fachleute in ganz Deutschland auf dem Gebiet?

Ich kenne die beiden Herren ja nun nicht, aber es wird hier eben sehr viel über die beiden geschrieben. Kann ja gut sein, dass die beiden Kapazitäten auf ihrem Gebiet sind, aber vielleicht sind irgendwo auch noch andere Ärzte und OT's, die ihr Handwerk genauso gut verstehen.

Für uns stellt sich z. B. das Problem, dass wir überhaupt keine Möglichkeit hätten, die beiden aufzusuchen. Also müssen wir wohl oder übel auf Fachleute im Norden zurückgreifen. Und sicherlich gibt es hier im Norden Deutschlands auch viele Skoliosepatienten, die gut behandelt wurden.

Nur leider sind ja auch nicht ganz so viele Nordlichter hier registriert, so dass man sich austauschen könnte. Oder ist doch eine/r dabei?

Ich freu mich auf Eure Antworten!
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hallo Mischidel,

ich bin seit 3 Jahren in diesem Forum und lese nahezu täglich mit. Meine Leseerfahrungen hier zeigen, dass es unheimlich viele OTs und Orthopäden gibt, die die Finger von der Skoliosenbehandlung lieber lassen sollten. :( Es wäre mir auch viel, viel lieber, wenn wir andere Fachleute empfehlen könnten. Eine Alternative für euch wäre vielleicht Hamburg. Guck mal da rein:

http://skoliose-info-forum.de/viewforum.php?f=25

Aber für "schwere" und "dringende Fälle" empfehle ich nach wie vor Dr. Hoffmann und Rahmouni. Aber ehrlich gesagt, ist Bremen NICHT weit von Stuttgart. Zu Rahmouni kommen selbst Leute aus dem Ausland. Die Schweizer und die Österreicher sind da "arm" dran, weil sie sooo gern zu ihm fahren würden, aber mit den Krankenkassen Stress bekommen (vor allem in der Schweiz geht da nix).
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Mischidel hat geschrieben:Und sicherlich gibt es hier im Norden Deutschlands auch viele Skoliosepatienten, die gut behandelt wurden.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie lange es dauert, bis man bemerkt, dass man falsch behandelt wird. Bei mir ca 20 Jahre!
Und wenn ein Arzt sagt, dass man Muskelaufbau machen soll und mehr kann man nicht tun, dann wird man erst wieder wach, wenn man aufgrund stärkerer Beschwerden mal im Internet sucht und ganz andere Informationen findet.
Meine Orthopädensuche spricht Bände und tagtäglich können wir hier immer wieder die gleichen Leidenswege lesen.

Deswegen gehe ich davon aus, dass die meisten Patienten aufgrund fehlenden Wissens die Inkompetenz der meisten Orthopäden als Kompetenz betrachten und sich mit ihrem Schicksal abgefunden haben.

Unser Anliegen ist hier, die unnötige Zeit der Orthopädensuche abzukürzen. Wer es nicht glauben will, kann ja gern in seiner Nähe weitersuchen. Was Hamburg angeht, so weiss ich, dass in der dortigen Selbsthilfegruppe viele Tipps existieren, die aber offenbar sehr persönlich motiviert sind und mit einigermassen objektiver Kompetenzeinschätzung nicht viel zu tun haben. Frag mal @Tomma danach.

Zu bedenken ist auch, dass meistens nur ein einziger Besuch bei Dr. Hoffmann nötig ist, um dann mit der Diagnose und entsprechenden Behandlungsvorschlag vor Ort bei einem "halbwegs kompetenten" Orthopäden weiterzumachen.

Gruss
Klaus
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Ich kann Klaus nichts mehr hinzufügen. Auch ich bin ein Opfer jahrelanger unzureichender Skoliosenbehandlung.

Mischidel, wir haben eine Checkliste zusammengestellt, die dir bei der Suche von Fachleuten vor Ort helfen könnte: http://skoliose.net/datei/Checkliste_Doc_OT.pdf

Und hier eine Chekcliste zur Skoliosenerkennung: http://skoliose.net/datei/skoliose_erke ... nweise.pdf

Ohne Mühen geht es leider nicht, entweder hinterfragst du Informationen kritisch oder du schluckst alles, gehst aber das Risiko einer Fehlberatungen ein.
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Mischidel
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Beitrag von Mischidel »

Hallo in die Runde,

vielen Dank für Eure Tipps.

Da ja nun bei uns bereits der Stein ins Rollen geraten ist, werd ich nun erstmal abwarten. Meine Tochter soll das Korsett in den nächsten Tagen bekommen und dann werde ich das Ganze kritisch beäugen.

Sollte mir dann etwas komisch vorkommen, werde ich hier um Rat fragen und kann ja jederzeit kurzfristig den Arzt wechseln.

Also, immer schön Augen und Ohren offen halten.

Gruß Mischidel
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Matthias
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Beitrag von Matthias »

Hallo Mischidel,

von den meisten Orthopäden bekommt man nicht einmal Gradzahlen gesagt, geschweige denn Informationen, daß ein Korsett mindestens 50% der Ausgangsgradzahl korrigieren muß um eine progrediente (fortschreitende) Skoliose überhaupt auch nur aufzuhalten. Die meisten OT's sind dann aber auch nicht in der Lage überhaupt ein Korsett zu bauen, das auch nur annähernd an diese Korrektur herankommt. Dann wird dem Patienten erzählt, daß die Korrektur schon ausreicht, merken tut es der patient nämlich erst dann wenn die Skoliose trotz Korsett weiter fortschreitet, dann bekommt man erzählt, daß diese Skoliose wohl nicht aufzuhalten war, somit sind Arzt und OT aus dem Schneider. Da sich dieser Vorgang dann oft wiederholt sind die meisten Ärzte von Korsett-Therapie gar nicht überzeugt, weil sie eben noch nie ein gut korrigierendes Korsett gesehen haben.
Vielleicht gibt es ja außer den hier im Forum empfohlenen noch andere Arzt/OT Kombinationen die auch kompetente Diagnosen stellen können und gute Korsetts bauen, wir können aber hier nur empfehlen was wir als sehr gut kennen.
Leider ist es immer noch so daß ca. 80% aller Korsetts kaum Korrektur haben und sich die Kinder deshalb umsonst abmühen mit dem Korsett tragen und dann doch irgendwann operiert werden müssen.

Gruß

Matthias
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Mischidel
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Beitrag von Mischidel »

Hallo Matthias,

auch dir vielen Dank für die Infos.

Ich bleibe am Ball und werde mich hier weiter melden. Wenn's hart auf hart kommt, kann ich den Doc ja sofort wechseln.

Gruß Mischidel
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Hallo Mischidel,

es kommt ganz auf die Stärke der Skoliose an und auf das Alter des Patienten. Deine Tochter ist 13/14 und hat 20 Grad, habe ich gelesen; das ist nicht so wild. Wer bei solchen Gradzahlen eine Korsett-Therapie beginnt ist genau zur richtigen Zeit da.

Andere bekommen ihr Korsett aber erst mit 40, 50 oder 60 Grad. Während man bei einer 20 Grad Skoliose "nur" 20 Grad im Korsett korrigieren muss, bis die Wirbelsäule darin dann schon ganz gerade ist, muss mann bei 60 Grad schon durschschnittlich 30 Grad korrigieren um die Gradzahl nur halten zu können; also nur um einer Verschlechterung entgegenzuwirken. Je höher die Gradzahl ist, um so größer werden die Ansprüche an das Korsett.

Warum Rahmouni hier immer wieder genannt wird (Im Übrigen nicht nur hier im Forum, auch auf andere Webseiten von Selbsthilfegruppen wirst Du die gleiche Empfehlung finden):

Er ist in Deutschland als der erste Orthopädietechniker bekannt geworden, der es geschafft hat mit seinen Korsetten Skoliosen größeren Ausmaßes jenseits der herkömmlichen 40, 50-Grad Grenze der Operationsindikation so stark zu korrigieren, dass diese wieder aus der Operationsindikation herausgekommen sind und damit eine Operation vermieden werden konnte.

Das war vor über 15 Jahren. Seitdem wurde er aufgrund dessen immer weiterempfohlen, von Kliniken und Selbsthilfgruppen, von Patienten zu Patient, so dass er über die Jahre sehr sehr viele auch höhergradige Skoliosen versorgt hat, und er hat sich dabei durch sehr zuverlässige Qualität ausgezeichnet.

Bemerkenswert dabei ist, dass zum Beispiel Sobernheim, die selbst seit über 10 Jahren im Korsett-Bau tätig sind und ursprünglich öffentlich das Ziel vertrteten haben, so gut wie Rahmouni zu werden (sich also Rahmouni als Vorbild gesetzt hatten), in der ganzen Zeit so wenig Fortschritte gemacht haben, dass deren Korrekturwerte im Korsett im Durschschnitt immer noch nur grob die Hälfte von dem erreichen, was Rahmouni durchschnittlich erreicht.

Und das obwohl Sobernheim Fortbildungen anbietet. Umso fragwürdiger natürlich dann auch die Empfehlungen von Orthopädietechnikern, die in Sobernheim eine Fortbildung gemacht haben. Was sollen sie dort gelernt haben, wenn die Sobernheimer seit Jahren beweisen, dass sie es selbst gar nicht können!

Es gibt also einen ganz extremen Qualitätsabfall zwischen den Orthopädietechniken. Die Sobernheimer, die im Vergleich zu Rahmouni wie Diletanten da stehen, sind widerum deutlich besser als der Rest der Orthopädietechniken, die ganz ohne Spezialisierung auf Skoliosen Korsette bauen.

Gruß,
BZebra
Jana75
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Beitrag von Jana75 »

Ich kann dem voll zustimmen, das man sehr lange suchen muss, bis man einen kompetenten O. gefunden hat, der nicht nur vom Muskelaufbau und schwimmen erzählt, sondern auch weiß wie ein COBB-Winkel vermessen wird, was Schroth ist ect.

Was ich hier aber auch anmerken möchte, das hier überwiegend nur Rhamouni und Dr. Hoffmann genannt wird.

Klaus Nahr ist ein sehr kompetenter Orthopädietechniker und sollte immer mit erwähnt werden!

Weiter habe ich für mich als Erwachsenen einen sehr guten O. gefunden, der sich mit der Skoliose auskennt, und mich optimal behandelt

Da er auch Skoliosen operiert, denke ich das er genauso fähig ist, wie Dr. Hoffmann in Stuttgart.


Ich selbst habe auch mal die Überlegung gehabt mit meinem Kind nach Stuttgart zu fahren, bin aber nun zu dem Schluss gekommen, das es vielleicht doch genauso gute Möglichkeiten hier gibt.
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Wiebi
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Beitrag von Wiebi »

Hallo!
Ich komme aus dem Norden und habe lange vergeblich nach einem kompetenten Orthopäden gesucht. Beim 4. oder 5. habe ich dann wenigstens einen Kurantrag für BaSa bekommen und bin dort zu Dr. Steffan gekommen, der erste richtig kompetente Arzt...
LG Wiebke

[i]Ich bin nicht auf der Welt um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.[/i]
Tuta
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Tuta

Beitrag von Tuta »

Hallo Mischidel,
auch wir kommen aus dem hohen Norden. Hab mich damals (vor einem Jahr) hier im Forum schlau gemacht und habe als Adresse die von Frau Dr. Ekkernkamp bekommen. Sie ist eine Fachärztin und ist in Lübeck. Als Korsettbauer gibt es dort den Herrn Becker. Uns wollte damals unser OT nach Sahlenburg schicken, aber erst nach einem Jahr warten. Naja jedenfalls bin ich hier auf das Forum gestoßen und man hat mir die Adresse in Lübeck gegeben. Dort lief alles ganz schnell und mein Sohn hat nun schon seit einem Jahr sein Korsi. Wir sind sehr zufrieden mit der Arztwahl und mit der Betreuung durch Herrn Becker (eine Bekannte von mir aus Bremen geht mit ihrem Sohn auch dort hin). KG machen wir im Wallecenter bei Frau Bruintjes nach Schroth. Und im Juli jetzt fährt Tobi für 3 Wochen nach Sobernheim. Ich hoffe wir haben damit z.Zt.- alles erdenklich mögliche für ihn auf den Weg gebracht und nun ist er an der Reihe. Übrigens auch bei meiner Tochter wurde eine Skoliose festgestellt mit 17 Grad. Sie bekommt z.Zt. nur KG, wird aber natürlich alle 3 Monate kontrolliert. Ich hoffe ich konnte etwas helfen und wenn du noch Fragen haben solltest, dann schreib mir einfach!!
Ganz liebe Grüße an alle
Marion
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Tuta hat geschrieben:hier im Forum schlau gemacht und habe als Adresse die von Frau Dr. Ekkernkamp bekommen. Sie ist eine Fachärztin und ist in Lübeck. Als Korsettbauer gibt es dort den Herrn Becker.
Hallo Mischidel,

ich hatte ausgeblendet, dass es bei Dir ja um ein Kind geht und da ist besagte Frau Dr. Ekkernkamp (nur Kinderorthopädie) in Lübeck sicherlich erst mal eine gute Adresse. Das steht ja auch in der Sammlung Hamburg.

Becker in Lübeck ist zumindest bei Kyphose-Korsetten eine gute Adresse!

Genauso gut ist auch die Kinder-Versorgung in Essen, guck mal in die Sammlung Essen.

Um das mal zu vervollständigen, was es insgesamt für Möglichkeiten gibt.

Die wenigen uns durch Erfahrung bekannten kompetenten OT's (Rahmouni-Stuttgart, Nahr-Berlin, Püttmann-Essen) haben in ihrer Denkweise unterschiedliche Ansätze. BZebra hat es ja schon gesagt, bei stärkeren Veränderungen schafft es auch ein Rahmouni noch optimal etwas zu bewirken, was natürlich auch akzeptiert werden muss.
Aber bei 20 Grad ist man sicherlich nicht auf einen sogenannten "Rahmouni-Panzer" angewiesen. Immerhin sind auch die Entfernungen zu berücksichtigen, denn bis zu ca. 4x im Jahr kann ein OT Besuch nötig werden.

Gruss
Klaus
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Mischidel
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Alternativen

Beitrag von Mischidel »

Hallo in die Runde,

erstmal einen ganz herzlichen Dank an alle, die hier so fleißig auf meinen ersten Text geantwortet haben. Ich dachte schon, Ihr seid mir furchtbar böse, weil ich doch Dr. Hoffmann/Rahmouni etwas angezweifelt habe. Nicht in ihrer fachlichen Kompetenz, sondern eher darin, dass sie hier sehr gelobt werden. Aber die vielen Antworten zeigen, dass die beiden wohl echte Kapazitäten auf ihrem Gebiet sind.

Aber.........was ist an dem Rahmouni Korsett so anders als an den herkömmlichen? Wie ihr wisst, sind wir (meine Tochter und ich) Laien auf diesem Gebiet und darum möchte ich mich hier schlau machen. Hat er eine ganz neue Generation von Korsetten entworfen? Könnt Ihr mich dahingehend aufklären?

Ich freue mich auf Eure Antworten und wünsche Allen schöne Pfingsttage!
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BZebra
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Re: Alternativen

Beitrag von BZebra »

Mischidel hat geschrieben:Aber.........was ist an dem Rahmouni Korsett so anders als an den herkömmlichen? Wie ihr wisst, sind wir (meine Tochter und ich) Laien auf diesem Gebiet und darum möchte ich mich hier schlau machen. Hat er eine ganz neue Generation von Korsetten entworfen? Könnt Ihr mich dahingehend aufklären?
Also, zunächst mal tue ich mich schwer zu definieren was ein herkömmliches Korsett ist. Herkömmlich im Sinne von älter sind Korsette die so gut wie garnicht korrigieren (kann nichts bei rauskommen), und ansonsten sind die neueren Korsett-Arten sehr verschieden, wenn auch alles Derivate von Cheneau-Korsetten, so auch das Rahmouni-Korsett selbst.

Die Korsette von Rahmouni setzen sich gegenüber anderen meiner Meinung nach durch folgende Aspekte ab:

Sie sind sehr stabil gebaut, teils mit Eisen verstärkt, was erlaubt, dass ein großer Druck ausgeübt werden kann. Die meisten anderen Korsette ohne diese Verstärkungen geben dem skoliotischen Körperdruck nach, was ihre Wirkung begrenzt.

Er ist besonders talentiert im Polstern. Das hat sich früher auch in der Versorgung mit Arm und Beinprothesen gezeigt, was damals ein anderes Steckenpferd von ihm war und wo es auch sehr daraf ankommt, Druckstellen zu vermeiden, wenn man eben auf einem Beinstumpf das Körpergewicht tragen muss, der anatomisch ganz und garnicht wie ein Fuß dafür gemacht ist.
Um große Drücke auf den Rumpf übertragen zu können, müssen diese also so gestaltet sein, dass die Haut und das umgebende Gewebe damit zurecht kommt, sprich das Pelottenmaterial (das Polstermaterial an den Stellen wo der Durck ansetzt) muss eine gewisse Nachgiebigkeit haben. Das Matieral was er dafür Verwendet lässt er extra aufschäumen. Andere Orthopädietechniken benutzen das standardmäßig angebotene Pelottenmaterial, was weniger günstige Eigenschaften besitzt.

Der Rest ist Personen- / Charakterbedingt. Ich würde Herrn Rahmouni als sehr zuverlässigen Menschen bezeichnen und auch ehrgeizig mit dem Bestreben immer Bestqualität abzuliefern. Alle seine Patienten bekommen das Korsett was die maximal mögliche Korrektur ermöglicht. Er setzt mehr darauf den Patienten zu motivieren, sich an dieses Korsett zu gewöhnen, sprich höhergesteckte Ziele zu erreichen.
Andere Orthopädietechniker nehmen dem Patienten ihre Eigenverantwortung und fertigen Korsette an, die nicht maximal korrigieren, um ihnen die Eingewöhnungszeit leichter zu machen, setzen sie damit aber gleichzeitig unkalkulierbaren Risiken aus, dass sich die Skoliose trotz Korsettversorgung weiter verschlechtert.
Und an dieser Stelle ist es wie überall im Leben. Wenn von einem wenig gefordert wird, erreicht man weniger als man eigentlich hätte können.

Was Aufklärung und Motivation angeht kann ich persönlich kein Urteil abgeben, da das in meinem Falle nie notwendig war. Ich wollte das Korsett und habe die Versorgung selbst mit in die Wege geleitet.
In der Regel sind Rahmouni-Patienten die Aufgeklärteren und Motivierteren; das mag aber vielleicht auch daran liegen, dass diese Patienten es schon vorher waren und aus diesem Grund heraus selbst zu Rahmouni gekommen sind und nicht von ihren Eltern "hingeschleppt" wurden.

Hier im Forum fällt es auch sehr auf, dass gerade die Eltern von Kindern, die sich hier informieren und ihren Kindern dann die perfekte Therapie anbieten, die meisten Probleme damit haben, ihre Kinder zum Tragen des Korsettes zu motivieren. Anders bei denjenigen, die die Informationen hier selbst ausgegraben haben und ihre Eltern dazu bewegt haben, sie zu einem ordentlichen Orthopädietechniker zu bringen. Man hat dann einfach weniger Ausreden wenn man es selbst so wollte, mal abgesehen davon, dass diese Jugendlichen sich auch besser vorstellen können, was passiert bzw. passieren kann, wenn sie ihr Korsett nicht tragen, und sich außerdem bei Problemen hier Rat holen können. Denn effektiv sind wir hier ja nichts anderes als eine Selbsthilfegruppe.
schutzelfe

Beitrag von schutzelfe »

...kompetente othopäden....gibts garnich in berlin.......oder kennt jemand einen, der zu empfehlen ist ?????
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hast du schon mal in unsere Adressensammlung für Berlin geguckt?

http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=3089
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Beitrag von DoroHB »

Dalia ... ich könnt Dich knutschen!!!

Ich hab grad mal in die angegebene Sammlung von Berlin geguckt und bin fast umgefallen!!! In der Liste der Schroth-Therapeuten stehen doch auch glatt welche aus Belzig!!! Da komm ich her und bin da auch noch regelmäßig bei meinen Eltern zu Besuch!!! Das Beste kommt aber noch ... Die angegebene Kathrin Bräuer!!! Ich bin mit ihr zusammen zur Schule gegangen!!! In dieser Reha-Klinik arbeiten auch mehrere aus meiner Schulzeit. Das wär doch echt noch eine Alternative für meine Tochter. Vor allem wär sie nie allein, womit sie am meisten Probleme hat....

Boa ... ich bin ganz aufgeregt. Ich freu mich so! Allerdings kann ich gleich noch einen kleinen Fehler bei der Telefonnummer melden. Die Vorwahl von Belzig ist nicht 03384 sondern 033841 !

Dankeschön für den Lichtblick
Doro
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Beitrag von DoroHB »

Achja ... noch was vergessen. Die Schroth-Therapeutin hier in Bremen-Walle scheint nicht sehr auf dem Laufenden zu sein. Eine Freundin von mir war schon dort. Sie war auch in BaSa und sie sagte, daß sie selbst der Therapeutin fast die Übungen erklären mußte, die sie in BaSa gelernt hatte. :nein:
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Beitrag von Dalia »

Hallo Doro,

freut mich sehr, wenn ich dir eine Freude bereiten konnte. Musst du dich bei Klaus, der die Sammlung angeleiert hat, und bei J-Maria, die die Adressen zusammengestellt hat, bedanken. :D

Die Vorwahl habe ich geändert.

Zu deinem letzten Posting, ich überlasse es Klaus, ob und wie er die Info in die Sammlung einfügt, er ist nämlich zuständig für die "Verwaltung" der Adressensammlungen.
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Beitrag von Klaus »

Dalia hat geschrieben:Zu deinem letzten Posting, ich überlasse es Klaus, ob und wie er die Info in die Sammlung einfügt, er ist nämlich zuständig für die "Verwaltung" der Adressensammlungen.
Also im [SUCHE] Post Bremen hat ja Doro eine Anfangs-Information gerade zu dieser Therapeutin eingebracht. Es wäre deswegen auch ganz schön, wenn die Ergänzung auch dort von Doro eingestellt wird.
Ich mache ja nun schon alles Mögliche, um diese wichtigen praktischen Tipps auf eine breite Basis zu stellen, aber bitte ein bischen mehr Eigeninitiative.:ja:
Gerade Bremen ist so ein weisser Fleck, der eigentlich eine [Sammlung] verdient hätte.
Das habe ich im letzten Post der "[SUCHE] Bremen..."auch noch mal als ganz grosse Bitte an alle in Bremen formuliert.

Doro, Du bist herzlich eingeladen, mal etwas für die Bremer auf die Beine zu stellen.

DoroHB hat geschrieben:und sie sagte, daß sie selbst der Therapeutin fast die Übungen erklären mußte, die sie in BaSa gelernt hatte.
Das ist mir auch so gegangen, obwohl es gleich 3 Schroth-Therapeuten in einer Praxis gibt. Hatte wahrscheinlich auch etwas mit meiner Kyphose zu tun, die "wenig nachgefragt wird" und deshalb schlecht angegangen wurde.

Deshalb ist eine REHA so wichtig, die Therapeuten sind dann ja nur zur Kontrolle da. Vor einer 1. REHA kann man immer nur davor warnen, die Übungen bei den ambulanten Therapeuten als 100% richtig anzusehen.
Mir ist es zusätzlich so gegangen, dass der Sinn einer REHA von der Therapeutin gar nicht als erforderlich gesehen wurde. Hätte ich nicht zu dem Zeitpunkt schon genügend Informationen gehabt, wäre selbst mit dem "ambulanten Schroth" ein falscher Behandlungsweg eingeschlagen worden.

Gruss
Klaus
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