Die größte deutschsprachige Online-Selbsthilfegruppe von und für Patienten mit Wirbelsäulendeformitäten wie Skoliose, Morbus Scheuermann und Kyphose (Hyperkyphose). Hier können sich Patienten informieren und Erfahrungen austauschen.
ich leiste nun seit etwa 3 Monaten meinen Zivildienst im Altenheim als Hausmeister/Beutreuer ab. Nachdem ich in den ersten Wochen oft rückenbelastende Arbeiten verrichten musste, bekam ich immer häufiger direkt nach den Arbeiten bzw. Abends Rückenschmerzen. Die erste Zeit habe ich mir nichts dabei gedacht, weil mit 15 bei mir ein Hohlrundrücken festgestellt wurde - also ein leichter Haltungsschaden, der dazu führt, dass man schneller als andere Rückenprobleme bekommt. Nachdem ich allerdings in letzter Zeit immer häufiger Rückenschmerzen hatte, bin ich zum Arzt gegangen, der mich zu einem Orthopäden überwiesen hat.
Sein Befund/Diagnose:
HWS frei beweglich ohne Irritationen und Blockierungen. Skoliotische Fehlhaltung der BWS. Asymetrie der Taille und der paravertebralen Zonen. Beckenverwringung. Hypomobilität Th 12 / L1 re. Hüftgelenke symmetrisch beweglich. Röntgen BWS: Linkskonvexe Skoliose. Scheitel bei BWK 7. Diagnose: Thorakolumbale Skoliose.
Mein Dienststellenleiter hat nun mit dem Regionalbetreuer gesprochen und eine Dienstfähigkeitsuntersuchung beantragt. Der Regionalbetreuer meinte aufgrund seiner Erfahrungen läuft das bei mit fast auf eine Dienstunfähigketi hinaus.
Wie seht ihr das? Habe ich mit diesem Attest + Röntgenbildern eine Chance nachträglich ausgemustert zu werden?
Das ist ja wieder mal ganz typisch!
Du hast einen Hohlrundrücken, dann wird auch noch eine Skoliose diagnostiziert aber NICHTS wirklich vermessen!
Bei Deinem Hohlrundrücken ( sagittale Profilstörung) kommt es auf den Kyphose- und Lordose-Winkel nach COBB an und die "Restbeweglichkeit" der WS nach SCHOBER und OTT an.
Ebenso bei der thorakolumbalen Skoliose. Der Krümmungswinkel von über 15° nach COBB IN VERBINDUNG mit einer Rotation der Wirbelkörper ist eine "echte" Skoliose. Alles darunter ist eine "skoliotische Fehlhaltung" die ab 10° mit KG ( auch da am besten SCHROTH) behandelt und bekämpft werden sollte. Solche Skoliotischen Fehlhaltungen haben aber 20 - 50% der Bevölkerung und sind möglicherweise kein ausreichender Grund für Ausmusterung.
Ist es eine "echte" Skoliose, und bei Deinem Hohlrundrücken besteht zumindest ein Anfangsverdacht auf Morbus Scheuermann, dann wäre das eine guter Grund, Dich freizustellen.
Leider ist die Diagnose des bisherigen Orthopäden nicht präzise genug!
Fordere eine präzisere Diagnose allen Cobb-Werten auch für Kyphose, Lordose und Skoliose mit Rotation nach Nash & Moe, eine Schober-Ott-Vermessung mit Finger-Fußbodenabstand und eine Ausschlussdiagnostik (Auswertung vorhandener Röntgenbilder durch Facharzt) von M. Scheuermann / M. Bechterew usw....
Lass Dich aber nicht neu röntgen! ( es sei denn es gibt noch keine seitlichen (sagittalen) Wirbelsäulen-Ganz-Aufnahmen von Deiner WS.)
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
Ich denke schon auch, daß eine Skoliose oder ein Scheuermann ein nachträglicher "Ausmusterungs"-Grund sein kann. Ich selber habe damals einfach einen Befund des Orthopäden mit zurückgeschickt und musste nicht mal zur Musterung...
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