Frühberentung bei Skoliose

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joey

Frühberentung bei Skoliose

Beitrag von joey »

wer kann mir helfen??? Meine Schwiegermutter kämpft schon seit Jahren für eine Frühberentung, da ihre Skoliose von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Aber die Gutachter sind jedes Mal der Meinung, dass sie gesund ist und sogar noch Schichten arbeiten könnte. Die Familie ist da anderer Meinung, und auch der behandelnde Orthopäde! Für mich sieht das danach aus, dass man einer 49 Jährigen Frau, die seit ihrer Kindheit Skoliose hat, keine Frührente bezahlen möchte, da es eine finanzielle Belastung darstellt. Hingegen bekommen weitaus harmlosere Fälle Frührente. Warum auch immer :boese: Inzwischen schlafen ihr sogar schon die Arme ein. Und kein Arzt kann ihr irgendwie helfen. Wenn das so weitergeht, verliert sie ihre Arbeit, da sie nichts mehr machen kann. Weder lange stehen, noch sitzen oder knien. In meinen Augen hätte sie schon längst Frührente bekommen müssen. Warum ist das so schwierig? Kennt jemand einen guten Arzt in Thüringen oder eine Fallbeispiel, auf das man sich berufen kann, damit der Antrag nicht noch ein fünftes mal abgelehnt wird? Wie krank muß man denn noch sein, um Frührente bei Skoliose zu bekommen? Muß man erst mit dem Kopf unterm Arm vor den Gutachtern stehen? :boese:
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Joey

Ich kann Dir nur DRINGEND raten für Deine Schwiegermutter so bald wie möglich einen Termin bei Dr. Steffan in Bad Salzungen /Thüringen zu machen.
Erstens könnte gutachterlich tätig werden.
Zweitens stimmt es einfach nicht mehr, daß man für erwachsene Skolis nix mehr tun kann!!!
Dr. Steffan braucht aber eine Überweisung von Eurem Orthopäden (Facharztüberweisung, da er Klinikarzt ist, oder private Abrechnung)- Den Link findest Du in unseren Links.
Gruß Toni
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BZebra
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Re: Frühberentung bei Skoliose

Beitrag von BZebra »

Hallo Joey,

ob und wie das mit der Frühverrentung was wird, das weiß ich nicht.
Aber möglicherweise ist die Frühverrentung mit richtiger Therapie wirklich nicht notwendig.

Mit KG nach Schroth, einer Reha und (Rahmouni-)Korsett kann man in der Regel sehr viel erreichen.
Skoliose ist ja kein unausweichliches Schicksal. Wenn bisher kein Arzt helfen konnte, dann wart ihr mit größter Wahrscheinlichkeit noch nicht beim richtigen (Siehe Linkseite: Dr.Hoffmann, Dr.Steffan).

Gruß,
BZebra
joey

danke

Beitrag von joey »

hätte nicht gedacht, dass ich so schnell Antwort bekomme. Vielen Dank!!! Ich werde die Arztempfehlung an meine Schwiegermutter weitergeben. Um auf die zweite Antwort einzugehen. Diese Skoliose ist wahrscheinlich fast nicht mehr zu stoppen. Die Wirbelsäule krümmt und verknöchert immer mehr. Auch bei ihrem Kuraufenthalt konnten die Ärzte nur Gymnastik verschreiben. Mehr war nicht möglich. Ein Korsett hat sie als Jugendliche getragen, das hat wohl aber auch nix gebracht. Aber wir werden alle Möglichkeiten nochmal durchspielen. Wenn sich irgendwas ergibt, melde ich mich gern nochmal.

Danke und Gruß!
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BZebra
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Re: danke

Beitrag von BZebra »

joey hat geschrieben:Diese Skoliose ist wahrscheinlich fast nicht mehr zu stoppen. Die Wirbelsäule krümmt und verknöchert immer mehr. Auch bei ihrem Kuraufenthalt konnten die Ärzte nur Gymnastik verschreiben. Mehr war nicht möglich. Ein Korsett hat sie als Jugendliche getragen, das hat wohl aber auch nix gebracht.
Dazu kann man wirklich nur sagen daß Kur nicht gleich Kur ist, Krankengymnastik nicht gleich Krankengymnastik und Korsett nicht gleich Korsett.

An Reha-Einrichtungen kommen nur 2 in Frage: Bad Salzungen oder Bad Sobernheim (in Eurem Fall eher Bad Salzungen).
An Physioptherapie nur Schroth (wird in Bad Sobernheim und Bad Salzungen den Patienten beigebracht und kann dann täglich zu Hause selbständig weitergeführt werden. Vor Ort gibt es auch ausgebildete Schroth-Therapeuten die die Übungen kontrollieren.).
An Korsett bei starken Skoliosen nur eines von Rahmouni in Stuttgart.

Sie soll alles vergessen was sie bisher an Erfahrungen gemacht hat und noch mal neu, RICHTIG anfangen.

Die notwendigen Links und Adressen findet ihr alle auf unserer Linkseite.

Gruß,
BZebra
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Beitrag von Dr. Steffan »

Für eine Berentung müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Die Skoliose muß eine gewisse Gradzahl haben oder es müssen erhebliche Schmerzen und Funktionseinschränkungen bestehen, wichtig ist auch der Beruf den Ihre Schwiegermutter ausübt. Entschieden wird in solchen Fällen durch ein Gutachten und den Entlassungsbericht der Reha.
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joey
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das hat mut gemacht

Beitrag von joey »

danke für die Tipps. Ich werde meine Schwiegermutter jetzt so lange bearbeiten, bis sie sich wieder traut, einen Antrag auf Kur und Früberentung zu stellen. Sie ist inzwischen schon ziemlich eingeschüchtert. Habe schon Kontakt zu Dr. Steffan aufgenommen und werde mich auch mal wegen diesen Behandlungsmethoden erkundigen.

Vielen herzlichen Dank!!!
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Toni
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Beitrag von Toni »

Hallo Joey
Übrigens: In Deutschland gilt der Grundsatz: REHA VOR Rente!
Deine Schwiegermutter war sicher noch nie in einer speziellen Skoliose-Klinik und hat dort eine gezielte Schroth REHA gemacht. Ich hhab das mit 49 Jahren gemacht und habe so meinen Scheuermann ( zusammen mit einem Rahmouni-Korsett voll in Griff bekommen. Bin heute schmerzfrei und wieder voll leistungsfähig und vol Lebensfreude. Vor über einem Jahr habe ich Suizidszenarien im Kopf durchgespielt wiel ich so nicht mehr weiterleben konntte und wollte!
Bitte mach Deiner Schwiegermutter Druck und Hoffnung!
Bei Dr. Steffan seid Ihr auf dem richtigen Weg aus der Skoliosen-Sackgasse.
Gruß Toni
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Kur

Beitrag von joey »

Hallo Toni,

sie hat eine Kur in einer orthopädischen Klinik gemacht. Aber wirklich sinnvoll war die auch nicht, da in der Klinik auch noch psychisch Kranke untergebracht waren, mit denen sie dann unweigerlich in Kontakt kam. Sie ist ein sehr weicher und lieber Mensch und hat für jeden und alles ein offenes Ohr. Nur ihre Bedürfnisse schraubt sie bis auf ein Minimum zurück. Und wie du schon gesagt hast.... auch meine Schwiegermutter hat manchmal keinen Lebensmut mehr. Ich werde jetzt alles daran setzen, dass sie es doch nochmal mit einer Therapie und einem neuen Arzt versucht. Leider wohnen wir sehr weit weg und können immer nur telefonisch Trost spenden :( Ich bin aber jetzt hochmotiviert, ihr endlich mal diesen gewissen "Tritt" zu geben ;) Sonst wird das nie was!
anne
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Skoliose und Frühberentung

Beitrag von anne »

Hallo Joey,

ich habe mit 48 Jahren aufgrund meiner sehr starken Skoliose einen Rentenantrag bei der BfA gestellt. Bereits nach 3 Wochen hatte ich Untersuchungstermine bei 2 Gutachtern, einem Orthopäden und einem Internisten, da meine Lungenkapazität nur 34 % beträgt. Beide Gutachter waren sehr nett und bereits 10 Wochen nach Antragstellung hatte ich eine Anerkennung als teilweise erwerbsunfähig. Das bedeutete, dass ich täglich noch mehr als 3 Stunden arbeiten kann aber weniger als 6 Stunden. Ich habe dann meine Arbeitszeit gleich auf die Mindeststundenzahl (3Stunden) reduziert. Allerdings war dies nicht mit meiner Position als Einrichtungsleiterin vereinbar. Mein Arbeitgeber war allerdings sehr kooperativ und hat mir eine andere, wie ich fand sogar noch attraktivere Aufgabe übertragen. Das habe ich insgesamt 1 1/2 Jahre gemacht. Finanziell sah das ganze so aus: ich bekam meine halbe Erwerbsunfähigkeitsrente und mein Gehalt bei 15 Wochenstunden. Das war zwar weniger als vorher, aber da ich recht gut verdient habe, kam unterm Strich noch genug raus. Dafür war ich dann auch nicht mehr so erschöpft. Die körperliche Erschöpfung war nämlich bei mir der Anlass, dass ich den Rentenantrag überhaupt gestellt habe. Das ist mir erst mal sehr schwer gefallen, aber es war schon so weit, dass ich zu Hause nur noch geschlafen habe, um für die Arbeit genug Kraft zu haben. Seit 1. Januar bin ich sogar vollberentet und werde in Zukunft nur noch mit 5 Wochenstunden in der Beratungsstelle arbeiten. Nun habe ich endlich Zeit, mein tägliches Gymnastikprogramm durchzuziehen und etwas für meine Fitness zu tun. 1 Jahr vor dem Rentenantrag habe ich zum ersten Mal während meiner Berustätigkeit einen Rehaantrag gestellt und war für 3 Wochen in Isny zur Kur. Da wird übrigens auch geschrothet und es gibt auch Gruppen für Operierte und nicht-operierte Skoliosen. Im Abschlussbericht stand, dass eine Reha-Wiederholung nach 6 - 12 Monanten erforderlich ist, um meine Erwerbsfähigkeit zu erhalten. Deshalb habe ich nach 1 Jahr erneut einen Rehaantrag gestellt und bin dann nach Bad Salzungen. Beide Kuren haben mir sehr gut getan und waren, was mein Wohlbefinden, meine Belastbarkeit angeht usw. durchaus erfolgreich. Trotzdem fühle ich mich aber einem langen Arbeitstag nicht mehr gewachsen und finde auch wichtig, dass mir genügend Zeit und Kraft bleiben, um was für meine Gesundheit zu tun.
Auf jeden Fall sollte deine Schwiegermutter schnellstens einen Rehantrag stellen (am besten für Salzungen) und dann mit dem behandelnden Arzt über den Rentenantrag sprechen, damit der Abschlussbericht entsprechend ausfällt. Übrigens, wer teilweise erwerbsunfähig ist und arbeitslos, wird nach einem halben Jahr, befristet, als voll erwerbsunfähig anerkannt, bekommt also seine volle Rente.
Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt,
der andere packt sie kräftig an und handelt (Dante)
Lydia 1

Skoliose und Frührentner

Beitrag von Lydia 1 »

Hallo Joey,

damit der Antrag nicht noch ein fünftes mal abgelehnt wird, solltest du einen Rechstanwalt für Sozialrecht aufsuchen.
Kämpfen und nicht aufgeben!!

Gruß Lydia
joey
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Beitrag von joey »

vielen Dank für die vielen Tipps und Beispiele. Ich hoffe, das alles gut wird :-) Meine Schwiegermutter wird demnächst nochmal zu ihrem Orthopäden gehen und sich eine Überweisung für Dr. Steffan geben lassen. Da sie kein Internet hat, hab ich ihr von den vielen Antworten erzählt. Sie war sehr dankbar und zu tiefst beeindruckt. Sie hatte sonst immer das Gefühl, sie wäre allein mit ihrem Schicksal. Ich bin so froh, dieses Forum gefunden zu haben.
Mit den besten Grüßen an alle, die geantwortet haben ;D
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