Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Hallo zusammen, ich bin neu im Forum. Bei meiner Tochter wurde jetzt eine Torsionsskoliose bei Beckenschiefstand festgestellt.
Letzten Freitag wurde ihr nach einer 3-D-Wirbelsäulenvermessung eine orthopädische Einlage für links mit einer Erhöhung von 5mm verordnet, da sich dadurch die Wirbelsäule mehr aufrichten würde.
Auf dem Computerbild sah das ganz plausibel aus.
Leider habe ich den Arztbericht erst gelesen, als ich zu Hause war, und da steht, dass eine Beinverkürzung rechts von 1,5 cm vorliegt.
Dass bedeutet, dass durch eine Erhöhung links der Längenunterschied ja noch größer wird.
Kann mir das ebentuell jemand hier erklären? Mein Orthopäde ist leider z.Zt. im Urlaub.
Vielen Dank.
Letzten Freitag wurde ihr nach einer 3-D-Wirbelsäulenvermessung eine orthopädische Einlage für links mit einer Erhöhung von 5mm verordnet, da sich dadurch die Wirbelsäule mehr aufrichten würde.
Auf dem Computerbild sah das ganz plausibel aus.
Leider habe ich den Arztbericht erst gelesen, als ich zu Hause war, und da steht, dass eine Beinverkürzung rechts von 1,5 cm vorliegt.
Dass bedeutet, dass durch eine Erhöhung links der Längenunterschied ja noch größer wird.
Kann mir das ebentuell jemand hier erklären? Mein Orthopäde ist leider z.Zt. im Urlaub.
Vielen Dank.
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Hallo annja,
herzlich Willkommen hier im Forum.
Nun zu deinem Anliegen. Wurde euch auch gesagt, wie viel Grad die Skoliose hat? Wie viele Bögen es sind?
Ausschließlich mit einer Einlage eine Skoliose zu behandeln halte ich für grob fahrlässig, zumindestens wenn es eine richtige Skoliose ist und nicht nur eine skoliotische Fehlhaltung. Mal davon abgesehen halte ich von solchen Einlagen persönlich auch so gar nichts, sie manifestieren ja nur den schiefen Zustand des Beckens. Mit Osteopathie o.ä. ließe sich, sofern die Beinlängendifferenz funktionell ist (also nicht tatsächlich, weil die Knochen unterschiedlich lang sind), diese Beinlängendifferenz beheben. Eventuell sind ein paar Termine notwendig, aber behebbar wäre es in diesem Fall mit Sicherheit.
Warum der Orthopäde eine Erhöhung links verschreibt, obwohl das Bein rechts (scheinbar) kürzer ist, ist mir auch ein Rätsel. Meiner Meinung nach taugt der Orthopäde nichts. Ein Aufsuchen eines Spezialisten in Sachen Skoliose wäre da absolut ratsam! Hier ist eine Liste solcher Spezialisten, mit denen hier im Forum viele sehr gute Erfahrungen gemacht haben: viewtopic.php?f=25&t=6472
Viele Grüße,
Lilly
herzlich Willkommen hier im Forum.
Nun zu deinem Anliegen. Wurde euch auch gesagt, wie viel Grad die Skoliose hat? Wie viele Bögen es sind?
Ausschließlich mit einer Einlage eine Skoliose zu behandeln halte ich für grob fahrlässig, zumindestens wenn es eine richtige Skoliose ist und nicht nur eine skoliotische Fehlhaltung. Mal davon abgesehen halte ich von solchen Einlagen persönlich auch so gar nichts, sie manifestieren ja nur den schiefen Zustand des Beckens. Mit Osteopathie o.ä. ließe sich, sofern die Beinlängendifferenz funktionell ist (also nicht tatsächlich, weil die Knochen unterschiedlich lang sind), diese Beinlängendifferenz beheben. Eventuell sind ein paar Termine notwendig, aber behebbar wäre es in diesem Fall mit Sicherheit.
Warum der Orthopäde eine Erhöhung links verschreibt, obwohl das Bein rechts (scheinbar) kürzer ist, ist mir auch ein Rätsel. Meiner Meinung nach taugt der Orthopäde nichts. Ein Aufsuchen eines Spezialisten in Sachen Skoliose wäre da absolut ratsam! Hier ist eine Liste solcher Spezialisten, mit denen hier im Forum viele sehr gute Erfahrungen gemacht haben: viewtopic.php?f=25&t=6472
Viele Grüße,
Lilly
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Hallo Lilly,
vielen Dank für Deine Antwort. Im Arztbericht steht unter Befund "skoliotische Fehlhaltung der Wirbelsäule" und bei Diagnose "leichte Torsionsskoliose der BWS. Durch diese optische Wirbelsäulenvermessung kann man auf dem Bild die Verdrehung der Wirbelsäule gut erkennen und es zeigte sich ja, dass durch Anhebung der linken Seite um 5 mm die Wirbelsäule gerader wird, während es durch Anhebung der rechten Seite schlechter wurde, obwohl es unlogisch erscheint, da ja das rechte Bein kürzer ist.
Also der Orthopäde machte auf mich eine kompetenten Eindruck und hat ja außerdem Krankengymnastik und Muskelaufbautraining verordnet.
Ich gehe da Montag nochmal hin und lasse mir das nochmal erklären....
vielen Dank für Deine Antwort. Im Arztbericht steht unter Befund "skoliotische Fehlhaltung der Wirbelsäule" und bei Diagnose "leichte Torsionsskoliose der BWS. Durch diese optische Wirbelsäulenvermessung kann man auf dem Bild die Verdrehung der Wirbelsäule gut erkennen und es zeigte sich ja, dass durch Anhebung der linken Seite um 5 mm die Wirbelsäule gerader wird, während es durch Anhebung der rechten Seite schlechter wurde, obwohl es unlogisch erscheint, da ja das rechte Bein kürzer ist.
Also der Orthopäde machte auf mich eine kompetenten Eindruck und hat ja außerdem Krankengymnastik und Muskelaufbautraining verordnet.
Ich gehe da Montag nochmal hin und lasse mir das nochmal erklären....
- Klaus
- Moderator/in

- Beiträge: 15228
- Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
- Geschlecht: männlich
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Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Hallo annja,
Eine tatsächliche Beinverkürzung liegt relativ selten vor, meistens ist es eine funktionelle Verkürzung durch die Skoliose. Einlagen helfen da bestenfalls als Hilfsmittel am Anfang einer zielgerichteten Therapie. Die kann ich allerdings nicht erkennen, denn irgendeine KG und normales Muskelaufbautraining helfen nicht weiter. Das kann sogar kontraproduktiv sein.
Insofern sehe ich eine mangelnde Kompetenz des Orthopäden, das allerdings aufgrund meiner Aktivität hier seit 2004. Deshalb fällt es vielen Newbies natürlich schwer, mit entsprechenden Tipps, wie dem Aufsuchen eines Spezialisten, umzugehen.
Gruß
Klaus
Der Orthopäde muss ein Röntgenbild der gesamten Wirbelsäule von und von der Seite machen und die entsprechenden Winkel angeben. Eine optische 3 D Aufnahme ist nicht ausreichend!Also der Orthopäde machte auf mich eine kompetenten Eindruck und hat ja außerdem Krankengymnastik und Muskelaufbautraining verordnet.
Eine tatsächliche Beinverkürzung liegt relativ selten vor, meistens ist es eine funktionelle Verkürzung durch die Skoliose. Einlagen helfen da bestenfalls als Hilfsmittel am Anfang einer zielgerichteten Therapie. Die kann ich allerdings nicht erkennen, denn irgendeine KG und normales Muskelaufbautraining helfen nicht weiter. Das kann sogar kontraproduktiv sein.
Insofern sehe ich eine mangelnde Kompetenz des Orthopäden, das allerdings aufgrund meiner Aktivität hier seit 2004. Deshalb fällt es vielen Newbies natürlich schwer, mit entsprechenden Tipps, wie dem Aufsuchen eines Spezialisten, umzugehen.
Gruß
Klaus
- Tammi
- Profi

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- Registriert: Fr, 01.02.2008 - 16:57
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: juvenile idiopathische Skoliose
01/08: lumbal 34°, thorakal 17°
02/15: lumbal 32° mit 12° Rotation, thorakal 28°
01/17: lumbal 32° mit 6-7° Rotation, thorakal 28°
11/18: Rotation lumbal 5° - Therapie: Korsett 2/08-5/16:
2/08-2/15 Rahmouni
03/15-5/16 CCtec
KG
8 Schroth-Rehas (Bad Salzungen)
Barfußschuhe - Wohnort: Südthüringen
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Hallo annja,
ich schließe mich Klaus und Lilly an. Ihr solltet unbedingt zu einem Spezialisten. Mit Erhöhungen habe ich auch Erfahrungen. Habe bei funktioneller Beinlängendifferenz durch einen Beckenschiefstand lange eine Erhöhung von 0,8cm, später 0,5cm getragen. 3D-Vermessungen haben auch immer einen positiven Einfluss auf die WS gezeigt, aber letztendlich habe ich heraus gefunden, dass Schmerzen, die ich jahrelang nach langem Laufen in einem Bein hatte, sehr oft durch die Erhöhung kamen und meiner Meinung nach, wurde meinem Körper so auch die Möglichkeit genommen, den Schiefstand zu verringern. Aktuell trage ich nur sensomotorische Einlagen und das Korsett berücksichtigt den Beckenschiefstand auch, das Becken steht mittlerweile auch sichtbar gerader als früher was wiederum die Wirbelsäule positiv beeinflusst. Ich habe auch schon bei mehreren anderen Leuten, die eine Erhöhung bei einer funktionalen Differenz tragen sollte, mitbekommen, dass diese ebenfalls Probleme dadurch bekamen. Von daher bin ich da sehr kritisch und würde eine Erhöhung nur bei echter Differenz empfehlen.
Liebe Grüße
Tammi
ich schließe mich Klaus und Lilly an. Ihr solltet unbedingt zu einem Spezialisten. Mit Erhöhungen habe ich auch Erfahrungen. Habe bei funktioneller Beinlängendifferenz durch einen Beckenschiefstand lange eine Erhöhung von 0,8cm, später 0,5cm getragen. 3D-Vermessungen haben auch immer einen positiven Einfluss auf die WS gezeigt, aber letztendlich habe ich heraus gefunden, dass Schmerzen, die ich jahrelang nach langem Laufen in einem Bein hatte, sehr oft durch die Erhöhung kamen und meiner Meinung nach, wurde meinem Körper so auch die Möglichkeit genommen, den Schiefstand zu verringern. Aktuell trage ich nur sensomotorische Einlagen und das Korsett berücksichtigt den Beckenschiefstand auch, das Becken steht mittlerweile auch sichtbar gerader als früher was wiederum die Wirbelsäule positiv beeinflusst. Ich habe auch schon bei mehreren anderen Leuten, die eine Erhöhung bei einer funktionalen Differenz tragen sollte, mitbekommen, dass diese ebenfalls Probleme dadurch bekamen. Von daher bin ich da sehr kritisch und würde eine Erhöhung nur bei echter Differenz empfehlen.
Liebe Grüße
Tammi
"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen." - Johann Wolfgang von Goethe
Verlauf: viewtopic.php?f=27&t=31324
Rehatagebuch 2015: http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?f=9&t=30726
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Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Hallo:)
das scheint wirklich schwierig zu sein und es gibt unterschiedliche Meinungen dazu.
Meine Osteopathin sagte z.Bsp., dass Einlagen nur den Schiefstand fördern und das der Körper solche Assymmetrien versucht selbst auszugleichen. Ich habe selbst ebenfalls Einlagen und ich habe gemerkt, dass ich, seit ich die Einlagen trage zwar irgendwie gerader gehe, aber dafür mehr Probleme in der HWS bekomme. Lasse ich die weg, bekomme ich nach einiger Zeit Rückenschmerzen:(.
Also wechsele ich ab und mache Sport wann ich kann.
Meine Tochter hat nicht wirklich Lust, sich mit dem Thema zu beschäftigen; ich kann es ihr nicht verdenken; aber die eigene Mitarbeit ist unbedingt notwendig. Ich weiß nicht so recht, wie ich sie motivieren soll...
Naja, ich bleib am Ball.
das scheint wirklich schwierig zu sein und es gibt unterschiedliche Meinungen dazu.
Meine Osteopathin sagte z.Bsp., dass Einlagen nur den Schiefstand fördern und das der Körper solche Assymmetrien versucht selbst auszugleichen. Ich habe selbst ebenfalls Einlagen und ich habe gemerkt, dass ich, seit ich die Einlagen trage zwar irgendwie gerader gehe, aber dafür mehr Probleme in der HWS bekomme. Lasse ich die weg, bekomme ich nach einiger Zeit Rückenschmerzen:(.
Also wechsele ich ab und mache Sport wann ich kann.
Meine Tochter hat nicht wirklich Lust, sich mit dem Thema zu beschäftigen; ich kann es ihr nicht verdenken; aber die eigene Mitarbeit ist unbedingt notwendig. Ich weiß nicht so recht, wie ich sie motivieren soll...
Naja, ich bleib am Ball.
-
Dr. Steffan
- Arzt / Ärztin

- Beiträge: 1464
- Registriert: Fr, 24.05.2002 - 14:57
- Geschlecht: männlich
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Einen künstlichen Beckenschiefstand von 2 cm zu produizieren ist bei einer Skoliose grob fahrlässig. Unumgänglich bei der Beurteilung einer Skoliose und auch der Therapieeinleitung ist die Anfertigung von Wirbelsäulenganzaufnahmen ap. und seitlich.
Was mich immer wieder ärgert ist das unkoordinierte Vorgehen im ambulanten Bereich. Die einfachsten Dinge werden nicht berücksichtigt und damit die rasante Verschlechterung der Skoliose bei den Jugendlichen in Kauf genommen.
Ich ärgere mich gerade weil ich direkt nacheinander 2 Mädchen gesehen habe bei denen die Skoliose seit 2 Jahren bekannt ist und bei denen von den lieben Kollegen NICHTS gemacht wurde. Nun haben sie knapp 50°......
Beide dazu mit einem heftigen Flachrücken, sodass die Prognose jetzt eher bescheiden ist.
Was mich immer wieder ärgert ist das unkoordinierte Vorgehen im ambulanten Bereich. Die einfachsten Dinge werden nicht berücksichtigt und damit die rasante Verschlechterung der Skoliose bei den Jugendlichen in Kauf genommen.
Ich ärgere mich gerade weil ich direkt nacheinander 2 Mädchen gesehen habe bei denen die Skoliose seit 2 Jahren bekannt ist und bei denen von den lieben Kollegen NICHTS gemacht wurde. Nun haben sie knapp 50°......
Beide dazu mit einem heftigen Flachrücken, sodass die Prognose jetzt eher bescheiden ist.
Dr. K. Steffan
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
ja. ich werde da morgen mal hingehen. es handelt sich um eine Fachpraxis, da sollte man doch davon ausgehen können, dass die Behandlung in Ordnung ist.
- Sabi
- Profi

- Beiträge: 1084
- Registriert: Fr, 17.01.2003 - 09:40
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: Skoliose
Hypermobilität
Spondyloarthritis - Therapie: aktuell Nachtkorsett von Rahmouni
manuelle Therapie
Schroth-KG
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
@annja
Wie definierst du "Fachpraxis"?
Es gibt einige Orthopäden, die damit werben, dass sie Skoliosesprechstunden anbieten und dann nicht mehr Ahnung haben als ein "normaler" Facharzt für Orthopädie, leider.
Sogar Dr.Hoffmann wollte mir vor 3 Jahren auch eine Erhöhung verschreiben, mit der sich die Krümmung verschlechtert hätte, obwohl er wissen müsste, dass ich einen funktionellen Beckenschiefstand habe.
Als ich dann sowohl die Formetric-Messung als auch die Erhöhung mit einer entsprechenden Begründung abgelehnt habe,hat er mich heftig angezickt.
Wie definierst du "Fachpraxis"?
Es gibt einige Orthopäden, die damit werben, dass sie Skoliosesprechstunden anbieten und dann nicht mehr Ahnung haben als ein "normaler" Facharzt für Orthopädie, leider.
Sogar Dr.Hoffmann wollte mir vor 3 Jahren auch eine Erhöhung verschreiben, mit der sich die Krümmung verschlechtert hätte, obwohl er wissen müsste, dass ich einen funktionellen Beckenschiefstand habe.
Als ich dann sowohl die Formetric-Messung als auch die Erhöhung mit einer entsprechenden Begründung abgelehnt habe,hat er mich heftig angezickt.
In der Idee leben heißt,
das Unmögliche behandeln,
als wenn es möglich wäre.
Goethe
das Unmögliche behandeln,
als wenn es möglich wäre.
Goethe
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Hallo annja,
was deine Osteopathin sagt, sagt auch unser Osteopath. Und mal rein logisch betrachtet, ist mit einer Erhöhung im Schuh die Ursache ja nicht behoben.
Dr. Hoffmann hat meiner Tochter auch eine Erhöhung verschrieben, Herr Rahmouni hat uns davon aber abgeraten und wir hätten es uns eh gut überlegt und letztendlich auch nicht gemacht. Nach meinen jetzigen Erfahrungen, halte ich solche Erhöhungen für schädlich bzw. bei einer echten Beinlängendifferenz (also ein Knochen ist länger als der andere) als mindestens mal fragwürdig, da man diese Einlagen kaum rund um die Uhr trägt bzw. müsste man das dann auch und nie Barfuß laufen o.ä. Sobald man ohne Einlagen unterwegs wäre, würde die Ungleichheit wieder bestehen und das ganze System nur instabil machen. Der Körper gleicht das normalerweise selbst aus.
Eine funktionale Beinlängendifferenz (Beine erscheinen nur ungleich lang, die Knochen sind aber tatsächlich gleich lang) lässt sich gut beheben und sogar dann mit Eigenübungen stabilisieren.
Viele Grüße,
Lilly
was deine Osteopathin sagt, sagt auch unser Osteopath. Und mal rein logisch betrachtet, ist mit einer Erhöhung im Schuh die Ursache ja nicht behoben.
Dr. Hoffmann hat meiner Tochter auch eine Erhöhung verschrieben, Herr Rahmouni hat uns davon aber abgeraten und wir hätten es uns eh gut überlegt und letztendlich auch nicht gemacht. Nach meinen jetzigen Erfahrungen, halte ich solche Erhöhungen für schädlich bzw. bei einer echten Beinlängendifferenz (also ein Knochen ist länger als der andere) als mindestens mal fragwürdig, da man diese Einlagen kaum rund um die Uhr trägt bzw. müsste man das dann auch und nie Barfuß laufen o.ä. Sobald man ohne Einlagen unterwegs wäre, würde die Ungleichheit wieder bestehen und das ganze System nur instabil machen. Der Körper gleicht das normalerweise selbst aus.
Eine funktionale Beinlängendifferenz (Beine erscheinen nur ungleich lang, die Knochen sind aber tatsächlich gleich lang) lässt sich gut beheben und sogar dann mit Eigenübungen stabilisieren.
Viele Grüße,
Lilly
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Unser erster Orthopäde hat wenigstens gründlich untersucht und auch die richtige Diagnose gestellt. Und uns weitergeschickt, weil er sich eben im Bereich Skoliose nicht genügend auskennt. Das finde ich auch in Ordnung.Was mich immer wieder ärgert ist das unkoordinierte Vorgehen im ambulanten Bereich. Die einfachsten Dinge werden nicht berücksichtigt und damit die rasante Verschlechterung der Skoliose bei den Jugendlichen in Kauf genommen.
Ich ärgere mich gerade weil ich direkt nacheinander 2 Mädchen gesehen habe bei denen die Skoliose seit 2 Jahren bekannt ist und bei denen von den lieben Kollegen NICHTS gemacht wurde. Nun haben sie knapp 50°......
Beide dazu mit einem heftigen Flachrücken, sodass die Prognose jetzt eher bescheiden ist.
Was uns aber erschreckt und auch sehr verärgert hat, ist, dass unser Kinderarzt bei der letzten U meinte, es sei alles in Ordnung bei unserer Tochter. Dabei habe ich genau gesehen, dass er bemerkt hat, dass etwas nicht ganz so ist, wie es sein sollte. Als wir ihn dann darauf angesprochen haben, dass er doch sicherlich bemerkt hätte, dass etwas mit dem Rücken nicht stimme, bejahte er das, meinte aber nur, er hätte einige in seiner Praxis mit einer Skoliose, aber das wäre kein Problem. Keine Empfehlung für den Besuch bei einem Orthopäden, Krankengymnastik o.ä.
Wenn unsere damalige Heilpraktikerin die Skoliose nicht entdeckt und uns nicht zum Orthopäden geschickt hätte, wüssten wir das vielleicht heute noch nicht. Und wer weiß, wie der Rücken unserer Tochter dann aussehen würde.
Unser Kinderarzt hat uns aber auch das letzte Mal gesehen. Wozu gibt es denn die Us???
Besonders schlimm wird es dann natürlich, wenn nicht einmal der Orthopäde kompetent handelt!
Viele Grüße,
Lilly
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
hallo:)
also ich habe heute nochmal mit dem Orthopäden gesprochen und er war sich sicher,dass die Vermessung so in Ordnung war. Durch die Einlage links wird die Wirbelsäule quasi"aufgedreht" und damit gerader, während eine Einlage rechts das Problem verschlimmert.
Dass die "Beinlängendifferenz " und damit der Beckenschiefstand dadurch größer wird, wäre nicht so schlimm,weil das vorrangige Ziel ist, die Wirbelsäule aufzurichten.
Hm... also ich kann mir zwar vorstellen, dass es sich gut auf die Wirbelsäulentorsion im BWS-Bereich auswirkt, habe aber Angst, dass die Hüftgelenke und die LWS darunter leiden.
Meine Tochter hat inzwischen keine Lust mehr auf die Einlage, will sich aber jetzt um ihren Muskelaufbau kümmern...
also ich habe heute nochmal mit dem Orthopäden gesprochen und er war sich sicher,dass die Vermessung so in Ordnung war. Durch die Einlage links wird die Wirbelsäule quasi"aufgedreht" und damit gerader, während eine Einlage rechts das Problem verschlimmert.
Dass die "Beinlängendifferenz " und damit der Beckenschiefstand dadurch größer wird, wäre nicht so schlimm,weil das vorrangige Ziel ist, die Wirbelsäule aufzurichten.
Hm... also ich kann mir zwar vorstellen, dass es sich gut auf die Wirbelsäulentorsion im BWS-Bereich auswirkt, habe aber Angst, dass die Hüftgelenke und die LWS darunter leiden.
Meine Tochter hat inzwischen keine Lust mehr auf die Einlage, will sich aber jetzt um ihren Muskelaufbau kümmern...
-
Saphira
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- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: Skoliose: hochthorakal 15°, thorakolumbal 19°;
Hüftdysplasie bds. - Therapie: "normale" KG; Schroth-Reha in Sobi 04.2011 und 12.2013; seit 11.2013 Korsett von CCtec -> Mitte 2014 wg. Hüft- und Knieproblemen samt OPs abgebrochen
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Hallo annja,
also wirklich Sinn macht das Vorgehen eures Orthopäden eigentlich nicht wirklich
. Diese Formetric-Aufnahmen zeigen ja leider auch nur das äußere Erscheinungsbild des Rückens, nicht den tatsächlichen Stand des Beckens und der Wirbelsäule! Da können Optik und tatsächliche Situation teilweise stark voneinander abweichen! Von dem her wäre ich da sehr vorsichtig.
Mir wollte mein alter Orthioäde wegen einer angeblichen Beinlängendifferenz, die aus einem Beckenschiefstand resultiert eine Schuherhöhung von 2 cm andrehen. Mit den Schuhen konnte ich aber nicht laufen und bin ständig gestolpert und irgendwann war's mir zu doof, immer die Treppen hoch zu fallen
. Auch Dr. Hoffmann wollte mir unbedingt Einlagen mit 0,5 cm Erhöhung aufschwatzen. Ich hatte es versucht, aber nur Probleme und Schmerzen im Sprunggelenk bekommen. Jetzt lasse ich die Einlagen wieder weg bzw. sie hat ihren Dienst als Türkeil gefunden
.
Mein Physiotherapeut und Dr. Hoffmann haben sich wegen der Geschichte allgemein schonmal in die Wolle bekommen
. Weil mein Physiotherapeut schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, wenn bei funktionellen Beinlängendifferenzen Erhöhungen verordnet werden. Bei mir schwankt die Differenz auch je nach Tagesform und Belastung (ist also eindeutig muskulär; und da ist dann mal scheinbar das rechte Bein kürzer, mal sind sie gleich lang und mal scheint das linke Bein kürzer
). Wie gesagt, mein Physio hat sich deswegen schonmal mit Dr. Hoffmann angelegt, weil die da unterschiedlicher Meinung sind.
Grüßle,
Saphira
also wirklich Sinn macht das Vorgehen eures Orthopäden eigentlich nicht wirklich
Mir wollte mein alter Orthioäde wegen einer angeblichen Beinlängendifferenz, die aus einem Beckenschiefstand resultiert eine Schuherhöhung von 2 cm andrehen. Mit den Schuhen konnte ich aber nicht laufen und bin ständig gestolpert und irgendwann war's mir zu doof, immer die Treppen hoch zu fallen
Mein Physiotherapeut und Dr. Hoffmann haben sich wegen der Geschichte allgemein schonmal in die Wolle bekommen
Grüßle,
Saphira
Wer immer nur vom großen Glücke träumt, der findet nichts, weil er das kleine Glück versäumt.
- Tammi
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- Registriert: Fr, 01.02.2008 - 16:57
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- Diagnose: juvenile idiopathische Skoliose
01/08: lumbal 34°, thorakal 17°
02/15: lumbal 32° mit 12° Rotation, thorakal 28°
01/17: lumbal 32° mit 6-7° Rotation, thorakal 28°
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2/08-2/15 Rahmouni
03/15-5/16 CCtec
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Barfußschuhe - Wohnort: Südthüringen
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Hallo annja,
ich finde, ihr solltet unbedingt einen Spezialisten aufsuchen. Ihr wisst noch nichtmal Gradzahlen, es wird keine gezielte Therapie gemacht und das Vorgen mit der Einlage macht keinen Sinn!
Ich habe selber erlebt, wie viele unfähige Orthopäden es gibt. Bei den ersten 3 bei den ich war, habe ich auch keine vernünftige Behandlung bekommen, die Skoliose hat sich immer weiter verschlimmert. Bei mir zwar weniger die Gradzahlen, aber ich hatte eine ziemlich starke Lotabweichung und kämpfe immer noch mit relativ viel Rotation in der Lendenwirbelsäule. Hätte man rechtzeitig eine gezielte Therapie begonnen, wäre ich heute höchstwahrscheinlich in einer deutlich besseren Situation. Und hätten wir früher gewusst, dass man zu einem Spezialisten gehen sollte, hätten wir das auch früher getan.
Liebe Grüße
Tammi
ich finde, ihr solltet unbedingt einen Spezialisten aufsuchen. Ihr wisst noch nichtmal Gradzahlen, es wird keine gezielte Therapie gemacht und das Vorgen mit der Einlage macht keinen Sinn!
Ich habe selber erlebt, wie viele unfähige Orthopäden es gibt. Bei den ersten 3 bei den ich war, habe ich auch keine vernünftige Behandlung bekommen, die Skoliose hat sich immer weiter verschlimmert. Bei mir zwar weniger die Gradzahlen, aber ich hatte eine ziemlich starke Lotabweichung und kämpfe immer noch mit relativ viel Rotation in der Lendenwirbelsäule. Hätte man rechtzeitig eine gezielte Therapie begonnen, wäre ich heute höchstwahrscheinlich in einer deutlich besseren Situation. Und hätten wir früher gewusst, dass man zu einem Spezialisten gehen sollte, hätten wir das auch früher getan.
Liebe Grüße
Tammi
"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen." - Johann Wolfgang von Goethe
Verlauf: viewtopic.php?f=27&t=31324
Rehatagebuch 2015: http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?f=9&t=30726
Verlauf: viewtopic.php?f=27&t=31324
Rehatagebuch 2015: http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?f=9&t=30726
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Ich bleib auch dabei. Was euer Orthopäde da so verordnet ist wirklich haarsträubend. Ohne Röntgenbild hat man gar keinen realen Stand der Wirbelsäulensituation. Wir haben vor einem Jahr beides machen lassen, Röntgenbild und formetric. Letzteres hatte eine große Abweichung zum Röntgenbild. Die Wirbelsäule sah bei der formetric Messung viel gerader aus, als auf dem Röntgenbild. Hätten wir uns nur auf die formetric Messung verlassen, wäre das fatal gewesen. Aber das hätte der Orthopäde, da Spezialist auf dem Gebiet, eh nicht gemacht.
Seht zu, dass ihr möglichst bald an einen kompetenten Orthopäden kommt, auch wenn der Weg etwas weiter sein sollte. Das lohnt sich!!
Viele Grüße,
Lilly
Seht zu, dass ihr möglichst bald an einen kompetenten Orthopäden kommt, auch wenn der Weg etwas weiter sein sollte. Das lohnt sich!!
Viele Grüße,
Lilly
Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
bis man einen Termin bei einem Spezialisten bekommt, das dauert bestimmt lange, oder? Ich werde das Montag mit unserem Hausarzt besprechen. Der ist bestimmt für ein Röntgenbild, denke ich.
Danke für die euren Rat in der Angelegenheit, das ganze Wissen um diese Skoliose ist einem ja nicht angeboren....
Danke für die euren Rat in der Angelegenheit, das ganze Wissen um diese Skoliose ist einem ja nicht angeboren....
- Tammi
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Re: Torsionsskoliose, Beckenschiefstand
Hallo annja,
. Viele von uns beschäftigen sich schon einige Jahre mit dem Thema.
Liebe Grüße
Tammi
es geht eigentlich, bei Dr. Verres scheint es im Moment sehr schnell zu gehen, bei Dr. Wilke habe ich letztens etwas von einem Monat Wartezeit gelesen. Wie es bei Dr. Hoffmann aussieht, weiß ich nicht, aber mehr als 2 Monate werden es nicht sein.annja hat geschrieben:bis man einen Termin bei einem Spezialisten bekommt, das dauert bestimmt lange, oder?
Dafür gibt es das Forumannja hat geschrieben:Danke für die euren Rat in der Angelegenheit, das ganze Wissen um diese Skoliose ist einem ja nicht angeboren....![]()
Liebe Grüße
Tammi
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