Röntgenbildinterpretation

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
Antworten
marianne 11
Newbie
Newbie
Beiträge: 2
Registriert: Fr, 24.07.2015 - 11:05
Geschlecht: weiblich

Röntgenbildinterpretation

Beitrag von marianne 11 »

Hallo, ich habe mich angemeldet, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Betroffene oft mehr Ansätze bei bestimmten Problemen haben, als mancher Arzt.
Ich möchte deswegen meine Röntgenbilder hier hochladen und Eure Interpretation dazu wissen. Bin gespannt, Marianne
003.jpg
(27.71 KiB) Noch nie heruntergeladen
002.jpg
002.jpg (24.36 KiB) 5311 mal betrachtet
001.jpg
(29.83 KiB) Noch nie heruntergeladen
004.jpg
(23.69 KiB) Noch nie heruntergeladen
Es sind insgesamt 4 Bilder!
Benutzeravatar
Dalia
Co-Admin
Co-Admin
Beiträge: 10332
Registriert: So, 10.08.2003 - 12:48
Geschlecht: weiblich
Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
Wohnort: NRW

Re: Röntgenbildinterpretation

Beitrag von Dalia »

Liebe Marianne,

herzlich willkommen hier.

Mit dem bloßen Auge sind eventuelle Abweichungen nicht immer ohne Weiteres erkennbar. Die Röntgenbilder erfassen zudem nur einen Teil der Wirbelsäule. Wären Hals- und Lendenwirbelsäule auch sichtbar, lassen sich bessere Aussagen machen. Wenn ich das richtig deute, hast du eine Kyphose, verbunden mit einem Hohlkreuz und einer minimalen Skoliose, die eher als skoliotische Fehlhaltung zu interpretieren wäre.

Was ist denn dein Anliegen, hast du Beschwerden, Schmerzen oder möchtest du die Optik verbessern? Häufig empfohlen wird hier der Orthopäde Dr. Hoffmann in Leonberg bei Stuttgart, da hier im Forum es zu anderen Orthopäden leider nicht genügend Erfahrungswerte gibt.

Kyphosen können mit Schroth (Gymnastik) behandelt werden, wobei für eine dauerhafte Verbesserung Konsequenz angesagt ist und die Wirbelsäule lebenslang im Auge behalten werden muss. Auch wird eine komplette Begradigung nicht immer erreicht. Wer ehrgeizig ist, kann die Kyphose zusätzlich mit einem Korsett behandeln, das stundenweise oder sogar ganztägig getragen wird. Schroth und Korsett können auch Schmerzen lindern, wobei eine Korsetttherapie zumeist zu Beginn erst mal mit großen Schmerzen aufgrund des starken Drucks auf die Wirbelsäule verbunden ist, auch durch Schroth kann es vorübergehend zu Beschwerden durch ungewohnte Anspannungen der Wirbelsäule kommen. Daher meine Frage an dich, was dein Anliegen ist. :)
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
marianne 11
Newbie
Newbie
Beiträge: 2
Registriert: Fr, 24.07.2015 - 11:05
Geschlecht: weiblich

Re: Röntgenbildinterpretation

Beitrag von marianne 11 »

Ich bin Mitte 30ig und habe bereits seit längerem (ca 5 Jahre) Rückenbeschwerden, die sich auf die rechte Seite konzentrieren.
Wenn ich viel sitze, werden die Beschwerden stärker. Ich habe einen sitzenden Beruf, fühle mich nach der Arbeit auch immer sehr erschöpft. Das Ziehen im Rücken ist manchmal im GEsäß, dann wieder in den Schultern, vor allem aber um die Rippen herum zu spüren. In Urlaubszeiten habe ich beobachtet, dass dei Beschwerden weniger werden, langes GEhen, vor allem Einkaufen, wenn ich z.B. eine Tasche trage lassen die Beschwerden ebenso wie langes Sitzen aufflammen.
Optisch ist meine rechte Seite etwas "stärker". D.h. es fällt auf, dass ich nach rechts kippe, wenn ich das so laienhaft ausdrücken darf.
Jetzt muss ich halt herausfinden, ob meine Beschwerden von meinem Rücken rühren,.. WEnn ja, ob ein sitzender Beruf für mich überhaupt sinnvoll ist - was ich gegen die Beschwerden machen kann.
Benutzeravatar
Dalia
Co-Admin
Co-Admin
Beiträge: 10332
Registriert: So, 10.08.2003 - 12:48
Geschlecht: weiblich
Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
Wohnort: NRW

Re: Röntgenbildinterpretation

Beitrag von Dalia »

Hallo Marianne, ich kenne dein Problem, da ich auch beruflich und im Alltag sehr viel sitze.

Wenn es dir um die Linderung von Beschwerden geht, würde ich erst mal eine ordentliche Diagnose aufstellen lassen, das heißt: Zu einem Orthopäden gehen, der sich mit Wirbelsäulen auskennt, von ihm den Grad der Krümmungswinkel ausmessen und eine klare Diagnose aufstellen lassen.

Wenn eine Kyphose (ggfs. ein Hohlkreuz und/oder eine Skoliose) bestätigt wird und der Arzt Krankengymnastik empfiehlt, würde ich um ein Rezept für Schroth-Gymnastik bitten. Ideal wäre es, diese Gymnastik erst im Rahmen einer drei- bis vierwöchigen Reha (Bad Sobernheim oder Bad Salzungen) zu erlernen und die Übungen dann zuhause regelmäßig anzuwenden.

Bei sitzenden Tätigkeiten solltest du auf die Ergonomie achten, es gibt Keilkissen (Beispiel: http://www.amazon.de/Teckmedi-EAN-59073 ... B000MISCLE) und Ballkissen (Beispiel: http://www.togu.de/Gesundheit-Fitness/D ... ulila.html).

Ansonsten im Alltag auf rückenentlastende Tätigkeiten achten und schwere Sachen lieber in einem Rollkoffer als in einer Tragetasche befördern.

Sport, der die Muskelrücken stärkt, kann auch gut sein, z.B. Nordic Walking.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
Benutzeravatar
Namor
treues Mitglied
treues Mitglied
Beiträge: 318
Registriert: Sa, 07.03.2015 - 11:38
Geschlecht: männlich
Diagnose: .
• Schmerzen (Steilst. Th7-Th11, HWS unklar)
• Rundrücken
• Depression
• Tinitus u. Trigeminus Neuralgie
• Befund -Ende 04/2015:
Kyph. 48° n. Stagnara
Sko. th 7° , lu 9° n. Cobb
Muskuläre Dysbalance
Therapie: .
• Destruktiven Sport abgebrochen
• Seit 01/2015 strecken und dehnen
• Rahmouni Korsett seit Ende 08/2015,
• Reha nach Schroth sobald KK Prozedere abgeschlossen und Termin gesichert ist.
• Ambulante Schroth KG seit Mitte 10/2015
Wohnort: Raum Hildesheim

Re: Röntgenbildinterpretation

Beitrag von Namor »

Hi Marianne :)
Dalia hat geschrieben:Wenn es dir um die Linderung von Beschwerden geht, würde ich erst mal eine ordentliche Diagnose aufstellen lassen, das heißt: Zu einem Orthopäden gehen, der sich mit Wirbelsäulen auskennt, von ihm den Grad der Krümmungswinkel ausmessen und eine klare Diagnose aufstellen lassen.
Wie Dalia schon sagte, solltest du zu einem Spezialisten.
Allein die Tatsache, dass du kein seitliches Bild deiner kompletten Wirbelsäule hast, sagt schon aus, dass du diese Bilder nicht von einem spezialisierten Facharzt hast. .. Einfach nur von einem Facharzt. ... Wobei man offenbar schon von Kompetenz reden kann, wenn einer überhaupt ein Röntgenbild macht und sich nicht nur einfach auf seinen erfahrenen Eindruck verlässt.
Alles vor einer fachspezialisierten Diagnose ist pure Spekulation und nicht hilfreich bis hin zu schädlich, bei entsprechend fehlgeleiteter Physio.

Wenn ich als betroffener Laie mir diese Teilaufnahmen anschaue und nur aus dem Erfahrungsschatz von Google Bildern und meinem eigenen RB schöpfe, meine ich darin ein Post-Scheuermann Syndrom zu erkennen.

Die Dinge die ich sehe sind
• Fischwirbel
• Schmorl-Knötchen
• Verengte Wirbel (Dünne Bandscheiben)

Fischwirbel sind definitiv in der Brustwirbelsäule erkennbar. Nicht in ausgeprägter Form, dennoch erkennbar.
Diese Verformung geschah während des Wachstums und wird nicht mehr schlimmer, soviel ich weiss.
Von Schmorl Knötchen meine ich Ansätze zu sehen, deshalb bin ich mir nicht sicher. Dennoch die Nachfrage beim Spezialisten wert.
Deine Bandscheiben wurden im Brustwirbelbereich offenbar unverhältnismässig belastet und sind daher über die Jahre immer dünner geworden.
Eine ganz typische Begleiterscheinung einer unbehandelten juvenilen Scheuermann Erkrankung, die sich aus der Fehlhaltung und Fehlstellung sowie einem oftmals unzureichenden Muskelkorsett des eigenen Körpers erklährt.
Dies hat natürlich Auswirkungen auf die Beweglichkeit, ist jedoch nicht zwangsläufig mit einer Fixierung zu vergleichen.
Auf RBildern ist das selbst für Fachärzte unmöglich zu beurteilen.

Auch ich sehe eine Hyperkyphose als deine grundsätzliche Fehlhaltung-oder stellung.
Eine Skoliose sehe ich nicht so richtig. Die fällt bei meinen Bildern stärker aus, wobei ich laut med. Definition keine habe.

Alle Angaben selbstverständlich ohne Gewähr ;D

Schmerzkorsetts sind übrigends für viele Betroffene eine sehr gute Alternative zu Schmerzmitteln.
Ich habe häufig über ein sofortiges Verschwinden der Schmerzen nach dem Anlegen einer Reklinations Orthese gelesen.
Was auch in der Theorie einleuchtet, wenn die verengten Wirbel als Quell der Beschwerden herhalten.
Niemand ist unnütz !!!
Man kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.
Benutzeravatar
Namor
treues Mitglied
treues Mitglied
Beiträge: 318
Registriert: Sa, 07.03.2015 - 11:38
Geschlecht: männlich
Diagnose: .
• Schmerzen (Steilst. Th7-Th11, HWS unklar)
• Rundrücken
• Depression
• Tinitus u. Trigeminus Neuralgie
• Befund -Ende 04/2015:
Kyph. 48° n. Stagnara
Sko. th 7° , lu 9° n. Cobb
Muskuläre Dysbalance
Therapie: .
• Destruktiven Sport abgebrochen
• Seit 01/2015 strecken und dehnen
• Rahmouni Korsett seit Ende 08/2015,
• Reha nach Schroth sobald KK Prozedere abgeschlossen und Termin gesichert ist.
• Ambulante Schroth KG seit Mitte 10/2015
Wohnort: Raum Hildesheim

Re: Röntgenbildinterpretation

Beitrag von Namor »

marianne 11 hat geschrieben:
Optisch ist meine rechte Seite etwas "stärker". D.h. es fällt auf, dass ich nach rechts kippe.
Dazu wollte ich auch noch etwas sagen.
Hierfür kann es mehrere und vielschichtige Gründe geben.
2 die mir einfallen würden, wären ein asymmetrischer Skelettaufbau (z.B. ein Bein ist etwas länger als das andere), sowie eine muskuläre Disbalance in Kombination mit den verformten Wirbeln.

Jetzt auf den zweiten Blick kann ich übrigens eine skoliotische Tendenz erkennen. Es wird sich vermutlich allerdings nur um eine für Hyperkyphose typische Begleitskoliose handeln, wie ich sie auch habe.
Und die dünnen Bandscheiben scheinen doch mehr im Bereich obererer Ledenwirbel zu liegen. Schwierig zu sehen bei solchen Teilbildern.
Ich bezog mich auf die Wirbel im unteren Bereich von deinem 003.jpg Anhang.

All das und noch viel mehr kann letztendlich, wie bereits erwähnt, nur ein spezialisierter Facharzt klären.

Das von Dr. Steffan erwähnte EOS Röntgen halte ich, nebenbei gesagt, für sehr interessant.
Wenn man ein Optimum bei der Diagnostik erreichen kann, dann vermutlich in Verbindung damit.
Niemand ist unnütz !!!
Man kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.
Antworten