minimine hat geschrieben:Interessant wäre zu wissen, ob dies tatsächlich bewiesen ist. Klar, wir bekommen das irgendwie "eingetrichtert", aber ist es tatsächlich der Fall, dass sich bei Menschen, die stauchende Sportarten ausführen, die Skoliose stärker verschlechtert?
Hallo minimine,
ob es die Skoliose tatsächlich stärker verschlechtert weiss ich nicht. Ich weiss auch nicht, ob es hierzu irgendwelche Studien gibt.
Was aber der Fall ist, ist dass durch die Krümmungen der Wirbelsäule die Bandscheiben auf der Innenseite des Bogens schon ohne stauchende Einflüsse deutlich mehr belastet werden, als auf der Aussenseite. Stauchende Belastungen verstärken dies durch die Krümmunen sehr. Somit kann (!) es leichter z.B. zu Bandscheibenproblemen kommen.
Sprich: die biomechanischen Abläufe sind deutlich anders, als bei einer nicht-skoliotischen Wirbelsäule.
Das macht auch das Krafttraining im Fitness-Studio schwierig, da hier der betreuende Mitarbeiter wissen muss, wie sich die Krümmungen auf die Statik, die (Bio-)Mechanik und die Hebel auswirkt. Die Geräte sind in der Regel auf gleichstarke, symmetrische Rückenhälften ausgerichtet.
Das ist auch der Grund, warum grundsätzlich von stauchenden Sportarten abgeraten wird. Damit ist man (Arzt, Therapeut) auf der sicheren Seite.
Meiner Meinung nach muss man das von Fall zu Fall entscheiden. Wenn ich meine Patienten kenne und auch weiss, wie sie an eine Sache rangehen, dann kann ich ihnen schon mal raten, das auszuprobieren.
Wenn aber mein Patient eher zum "überschiessenden Typ" gehört, d.h. er geht gleich in die Extreme, dann werde ich mich hüten, ihm irgendeine stauchende Sportart anzuraten.
Gruß,
Alex