Nach Autounfall Skoliose festgestellt

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oj-driver
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Nach Autounfall Skoliose festgestellt

Beitrag von oj-driver »

Hallo, ich bin neu hier im Forum und habe ein paar Fragen.

Erst mal meine Geschichte:

Ich war letztens beim Orthopäde weil ich des öfteren Schulterschmerzen hatte.
Der schaute sich meinen Rücken an und machte auch Röntgenaufnahmen.
Er teilte mir dann mit das meine Halswirbelsäule aussehe als hätte ich ein Lineal verschluckt und verordnete mir 6 mal Krankengymnastik.
Von Skoliose hatte er nichts gesagt!!!

4 Tage später hatte ich auf der Heimfahrt von der Arbeit einen Autounfall bei dem der gegenverkehr die Kurve nicht bekommen hat, ins schleudern geriet und in der Front meines PKW´s landete. Direkt nach dem Unfall ging es mir gut also ließ ich mich nach Hause fahren.
Wie das aber so üblich ist traten dann im laufe des Abens doch heftige Rückenschmerzen im bereich der BWS auf.
Ich ging also zum D-Arzt und der sagte mir das meine Muskulatur extrem verspannt sei (was nach so einem Unfall ja nicht ungewöhnlich ist), außerdem sei meine Wirbelsäule schief.

Als nach ca. 5 Wochen meine Rückenschmerzen immer noch nicht weg waren machte der D-Arzt auch noch mal Röntgenaufnahmen und da darauf außer einer verdrehung nichts zu erkennen war schickte er mich zum MRT.

Die Zusammenfassende Beurteilung lautete: Skoliose, keine traumatische Veränderung.

Somit ist die Behandlung des D-Arztes abgeschlossen da er sagt das die Skoliose nicht von dem Unfall sein könne und das es "zufall" sei das meine Rückenschmerzen ausgerechnet jetzt auftreten.

Was mich jetzt etwas verwundert:
Warum hat der Orthopäde nichts von einer Skoliose erwähnt? Er hätte das doch auch feststellen müssen, oder?

Ist es wirklich auszuschließen das eine Skoliose von einem Unfall ausgelöst wird oder sollte ich doch mal lieber die Bilder die vor und nach dem Unfall vergleichen lassen?

Ich hatte vorher keine Rückenschmerzen und war sehr belastbar. Ich arbeite als KFZ-Mechatronikerin. Leider bin ich im Moment noch nicht in der Lage meine Arbeit wieder auf zu nehmen.

Nun steh ich mit meinen Rückenschmerzen und der Diagnose rechts konvexe Skoliose der unteren BWS da und stelle mir natürlich die Frage was ich tun kann um die Schmerzen los zu werden und möglichst bald wieder meiner Arbeit nachgehen zu können.

Vielen Dank für´s lesen
minimine
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Re: Nach Autounfall Skoliose festgestellt

Beitrag von minimine »

Hallo oj-driver,

herzlich willkommen hier im :forum:
Ich war letztens beim Orthopäde weil ich des öfteren Schulterschmerzen hatte.
Der schaute sich meinen Rücken an und machte auch Röntgenaufnahmen.
Er teilte mir dann mit das meine Halswirbelsäule aussehe als hätte ich ein Lineal verschluckt und verordnete mir 6 mal Krankengymnastik.
Von Skoliose hatte er nichts gesagt!!!
Ist jetzt die Frage, was er alles geröntgt hat?! Man muss eine Skoliose nicht unbedingt von Außen sehen, aber auf einer Röntgenaufnahme (vom betroffenen Bereich), sofern sie im Stehen angefertigt wurde, sollte sie erkennbar sein.
Ich ging also zum D-Arzt und der sagte mir das meine Muskulatur extrem verspannt sei (was nach so einem Unfall ja nicht ungewöhnlich ist), außerdem sei meine Wirbelsäule schief.
Da ist es schon möglich, dass die Wirbelsäule eben wegen den Verspannungen schief wurde. Das ist dann aber keine richtige Skoliose, sondern eher eine Fehlhaltung (Schmerz-Skoliose). Es kann aber langfristig gesehen eine Skoliose daraus werden, wenn die Verspannungen nicht behandelt werden.
Als nach ca. 5 Wochen meine Rückenschmerzen immer noch nicht weg waren machte der D-Arzt auch noch mal Röntgenaufnahmen und da darauf außer einer verdrehung nichts zu erkennen war schickte er mich zum MRT.

Die Zusammenfassende Beurteilung lautete: Skoliose, keine traumatische Veränderung.
Das Problem hierbei ist erstens, dass Radiologen oft so gut wie jede Schiefstellung der Wirbelsäule als Skoliose bezeichnen, echte Skoliosen hingegen werden oft als Torsionsskoliose oder Rotationsskoliose bezeichnet, wobei eine richtige Skoliose aber immer mit einer Rotation einhergeht.
Das zweite Problem ist, dass ein MRT nicht zur Diagnosestellung einer Skoliose geeignet ist, insofern ist das wohl jetzt eher ein Zufallsbefund, der weiter abgeklärt werden sollte.
Zur genauen Diagnostik solltest du zu einem Arzt gehen, der sich darauf spezialisiert hat und der Wirbelsäulen-Ganzaufnahmen im Stehen anfertigen kann.
Der kann dir dann sicherlich auch sagen, ob diese Skoliose nun mit dem Unfall zusammenhängt (wobei ich mir das bei einer richtigen Skoliose eigentlich nicht vorstellen kann) oder eben nicht und inwieweit sie behandelt werden sollte.
Somit ist die Behandlung des D-Arztes abgeschlossen da er sagt das die Skoliose nicht von dem Unfall sein könne und das es "zufall" sei das meine Rückenschmerzen ausgerechnet jetzt auftreten.
Das verstehe ich jetzt nicht, die Rückenschmerzen können doch trotzdem vom Unfall her kommen. Eine Skoliose hingegen muss nicht unbedingt zu Schmerzen führen.
Ich hatte auch vor zwei Jahren einen Autounfall und dadurch HWS-Beschwerden. Und da man dadurch auch in anderen Bereichen verspannt, sind BWS-Beschwerden doch jetzt auch nicht soo ungewöhnlich.
Warum hat der Orthopäde nichts von einer Skoliose erwähnt? Er hätte das doch auch feststellen müssen, oder?
Kommt darauf an, was er eben untersucht hat. Wenn er nur deine HWS untersucht hat, muss er nicht zwangsläufig die Skoliose gesehen haben.
Ist es wirklich auszuschließen das eine Skoliose von einem Unfall ausgelöst wird oder sollte ich doch mal lieber die Bilder die vor und nach dem Unfall vergleichen lassen?
Wie gesagt, es kann sein, dass die Verkrümmung nur aufgrund der Verspannungen entstanden ist, kann aber auch sein, dass es eben nun ein Zufallsbefund ist. Wie dem auch sei, lass es doch einfach mal von einem Spezialisten abklären.
Nun steh ich mit meinen Rückenschmerzen und der Diagnose rechts konvexe Skoliose der unteren BWS da und stelle mir natürlich die Frage was ich tun kann um die Schmerzen los zu werden und möglichst bald wieder meiner Arbeit nachgehen zu können.
Was für eine Behandlung hat man dir denn gegen die Rückenschmerzen vorgeschlagen?
Wenn es so akut ist, dass du momentan nicht arbeiten kannst, dann ist schon an eine Schmerztherapie zu denken. Ich hab z.B. damals nach meinem Unfall direkt im Krankenhaus was gegen Schmerzen bekommen (war über Nacht stationär da) und später eben Schmerztabletten sowie Krankengymnastik. Alles in allem war es schon relativ langwierig.

Das eine Skoliose, die bisher überhaupt keine Probleme gemacht hat plötzlich so starke Probleme machen soll kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Nichtsdestotrotz sollte sie natürlich behandelt werden, was auch davon abhängt wie stark sie ist.

LG
Minimine
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oj-driver
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Re: Nach Autounfall Skoliose festgestellt

Beitrag von oj-driver »

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Das eine Skoliose, die bisher überhaupt keine Probleme gemacht hat plötzlich so starke Probleme machen soll kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
Ich mir auch nicht! Das ist es halt was mich ärgert. Habe heute das Attest für die Versicherung des Unfallverursachers geholt.

Da steht drin:
Klinischer Befund: Tastbarer Muskellhartspann in der Rückenstreckmuskulatur
Diagnose: Zerrung der Rückenstreckmuskulatur.
Dauer der Krankschreibung: 17.12.10


Das ärgert mich schon etwas. Der D-Arzt sagt halt das ich jetzt Schmerzen hätte wäre zufall und ich solle mich dann vom Hausarzt weiter Krank schreiben lassen. Das liefe dann halt über die Krankenkasse und nicht mehr über die BG was ja für mich keinen Unterschied machen würde.

1. Das Wort Zufall stört mich gewaltig!!!
2. Durch diese einschätzung wird das Schmerzensgeld wohl eher gering ausfallen obwohl ich ja immer noch schmerzen habe.
3. So lange es BG sache ist habe ich keine Zuzahlungen zu leisten für die Physio, über Krankenkasse aber schon.


Übrigens das Röntgenbild beim D-Arzt wurde im liegen gemacht, das vom Orthopäde im stehen. Ich denke ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Zur Zeit versucht meine Physiotherapeutin meine Muskulatur mit Fango und Massage wieder in Ordnung zu bringen. Ich selber konnte es ja schlecht sehen, aber jeder der meinen Rücken gesehen hat sagte ich hätte lauter kleine Beulen gehabt (von der Verspannten Muskulatur). Dazu kommt noch das ich ziemlich Muskulös und durchtrainiert bin (das ist dem D-Arzt auch aufgefallen).

Am Montag hab ich Termin bei meinem Hausarzt, bin mal gespannt was er dazu sagt.
Ich werde ihn mal darum bitten die Unterlagen von beiden Ärzten an zu fordern.

Ich hoffe mal das es wirklich vom Unfall her kommt. Nicht wegen dem Schmerzensgeld, sondern da ja vermutlich in diesem Fall die größten Chancen bestehen das alles wieder in Ordnung kommt (eventuell mit gezieltem Aufbautraining?).

Gruß, oj-driver
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Diagnose

Beitrag von oj-driver »

Hallo,
mitlerweile war ich beim Orthopäde und habe seit heute auch den Arztbrief vorliegen:

Befund:
Rechtsseitiger Rippenwulst bei Vorbeugung Abgeflachte Kyphose. Polysegmentale Blockierung mittlere BWS. Cervicothorakale Fehlhaltung, Myogelosen der Schulter/Nackenmuskulatur.

Röntgen:
Mitgebrachte MRT und Röntgenbilder der BWS: rechtskonvexe c-förmige Verwerfung circa 10 Grad. Leichte Unregelmäßigkeit der Grund- und Deckplatten wie Z.n. Morbus Scheuermann. Kein Hinweis auf traumatische Veränderung.

Diagnose:
Skoliose

Therapie:
Symptomatische balneophysikalische Anwendung. Das Zusammentreffen der Rückenbeschwerden mit dem Verkehrsunfall dürfte eher rein zufällig sein. Der Verkehrsunfall kann der Auslöser, aber nicht die Ursache der Rückenschmerzen sein.

So viel Fachchinesisch und ich versteh nur Bahnhof.


Da hat man von einer Sekunde auf die andere Schmerzen und anstatt das diese nach der Zeit wieder verschwinden womit ich eigentlich nach dem Unfall gerechnet habe, bekommt man solch eine Diagnose und darf sich noch vom Orthopäden sprüche von wegen "Sie sind halt keine 20 mehr" anhören (Ich werde in 3 Monaten 28!) . Nach dem er in die Akte guckte was ich beruflich mache (KFZ-Mech.) teilte er mir dann auch gleich mit das ich es vermeiden soll Sachen über den Kopf zu heben und das ich in den nächsten Jahren immer mehr Probleme mit zwangshaltungen, gebückten haltungen und Zugluft bekommen werde.

Wegen dem Unfall meinte er ganz lässig, das jetzt halt nur schon Schmerzen auftreten die ich vermutlich in 1, 2 oder 3 Jahren sowieso bekommen hätte.

Tja, vermutlich. Vielleicht aber auch nicht!!! 10 Grad (ich glaube das hat er nur geschätzt) scheint doch nach dem was ich so lese nichts Weltbewegendes zu sein. Aber meine Physiotherapeutin machte auch schon so ne Andeutung das Orthopäden eine Skoliose immer mit Schmerzen und Problemen in Verbindung bringen, obwohl anscheinend viele Menschen damit leben ohne das jemals Probleme auftauchen

Ich komme mir so vor als wäre ich auf einen schlag 30 Jahre gealtert.

Wie groß sind wohl die Chancen die Probleme mit Physio wieder weg zu bekommen?
Hatte ja bisher Fango und Massage, jetzt wird auf KG umgestellt.
Ich hab zwar bisher zeitweise Schmerztabletten eingenommen (600er Ibo´s) aber die schlagen bei mir nicht wirklich an. Die lindern den schmerz so minimal das ich sie dann ganz weggelassen habe.

Außerdem beschäftigt mich natürlich wie´s Jobmäßig bei mir weiter gehen soll.
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