Milwaukee-Korsett
Das Milwaukee-Korsett wurde 1946 entwickelt von den Ärzten Dr. Walter Blount and Dr. Albert Schmidt des Milwaukee´s Children´s Hospital. Das Milwaukee wurde in den 50er bis 80er Jahren sowohl gegen Skoliose als auch gegen Kyphose eingesetzt, und entsprach damals dem ´Gold-Standard´. Das Milwaukee-Korsett wurde in den USA im Wesentlichen durch das Boston-Korsett abgelöst, in Europpa durch das Chêneau-Korsett und die Münsteraner-Kyphosen-Orthese.
Das Milwaukee-Korsett besteht aus einem Beckenkorb, der hinten geschlossen wird, von dem drei Metallstangen (zwei hinten, eine vorne) nach oben zum sogenannten Halsring führen. Der Halsring hatte früher vorne eine Kinnauflage und hinten zwei sogenannte Hinterhaupt-Pelotten. Zwischen den beiden Hinterhauptpelotten befindet sich eine Rändel-Mutter, mit der der Halsring geöffnet werden kann. Da die vordere Kinnauflage vermehrt zu Kiefer- und Zahn-Fehlstellungen führte, wurde er über die Jahre durch eine Kehlkopf-Mahnpelotte ersetzt. Sinn des Halsringes ist es, dass der Träger sich an die Hinterhaupt-Pelotten anlehnt und sich vorne aktiv aus dem Ring herausstreckt. Daher wird das Milwaukee-Korsett auch als aktives Korsett bezeichnet.
Das Milwaukee-Korsett macht heute noch Sinn bei sehr hochliegenden Skoliosen und kyphosen, mit Skoliose-bzw. Kyhose-Scheitel höher als TH6, also höher oder gleich dem sechsten Brustwirbel. Die Akzeptanz des Milwaukeess ist aber wegen dem doch recht auffälligen Halsring, gerade bei den meist jugendlichen Patienten, äußerst gering.
Milwaukee-Korsett aus den 60er Jahren aus dem Deutschen Orthopädischen Geschichts- und Forschungsmuseum in der orthopädischen Universitätsklinik, Stiftung Friedrichsheim in Frankfurt
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